Die USA lockern einem Zeitungsbericht zufolge ihre faktische Ölblockade gegen Kuba und lassen einen russischen Tanker die Karibikinsel ansteuern. Die „New York Times“ berief sich in ihrem Bericht am Sonntag auf einen US-Regierungsvertreter. Warum die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Lieferung zulasse, sei unklar.

LSEG-Daten zur Schiffsverfolgung zufolge ist der mit US-Sanktionen belegte Tanker „Anatoly Kolodkin“ auf dem Weg nach Kuba. Das Schiff war im russischen Hafen Primorsk ausgelaufen. Während die LSEG-Daten die Ladung auf etwa 650.000 Barrel Rohöl beziffern, sprach die Zeitung von 730.000 Barrel.

Die Lieferung dürfte die angespannte Lage in Kuba deutlich lindern. Dem kubanischen Präsidenten Miguel Diaz-Canel zufolge hat das Land seit drei Monaten keine Ölimporte mehr erhalten. Dies führte zu einer strikten Rationierung von Benzin und verschärfte eine Energiekrise, die landesweit mehrfach Stromausfälle zur Folge hatte.

Der frühere Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, rät Europa zu einer stärkeren Rolle im Konflikt mit dem Iran. „Iran liegt näher an Europa als an den USA“, sagte Bolton in einem Interview der „Augsburger Allgemeinen“. Zudem reichten Irans Raketen offenbar weiter als erwartet und könnten beinahe ganz Europa erreichen. Auch wirtschaftlich sei der Kontinent wegen der gestiegenen Ölpreise betroffen. Außerdem sei Europa immer wieder Ziel iranisch gesteuerter Terrorangriffe.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den Angriff Israels und der USA auf den Iran kritisiert und gesagt: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“ Bolton sagte dazu: „Europa sollte, was seine Reaktion auf Trump angeht, einmal tief durchatmen und sich fragen: Was ist am besten für uns?“ Die nationalen Interessen der Amerikaner und Europäer lägen hier eng beisammen.

Der frühere Diplomat fügte hinzu: „Wenn die Europäer sagen, Iran ist nicht unser Krieg, dann erlaubt das Trump zu sagen, nun, die Ukraine ist nicht Amerikas Krieg.“ Das helfe nur Russlands Staatschef Wladimir Putin. Bolton war unter Trump 2018/2019 Nationaler Sicherheitsberater. Er trat im Streit mit dem Präsidenten zurück und wurde zu einem seiner schärfsten Kritiker.