Die europäischen Erdgas-Preise fielen am Mittwoch ebenfalls heftig – um mehr als 17 % auf 44 Euro pro MWh – den niedrigsten Stand seit fünf Wochen. Grund dafür war die Zustimmung von US-Präsident Donald Trump, die geplanten Angriffe auf den Iran um zwei Wochen zu verschieben. Im Gegenzug gewährt der Iran freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Die Waffenruhe wurde weniger als zwei Stunden vor Trumps selbst gesetzter Frist vereinbart, nach deren Ablauf er mit der „Auslöschung einer ganzen Zivilisation“ gedroht hatte. Der Iran erklärte, sein Militär werde den Transit durch die Straße koordinieren. 

Trump merkte an, die Verhandlungen schienen Fortschritte zu machen und verwies auf einen Zehn-Punkte-Vorschlag des Irans, den er als „tragfähige Grundlage“ für einen längerfristigen Friedensrahmen bezeichnete. Die vorübergehende Waffenruhe bietet beiden Seiten die Möglichkeit, ein umfassenderes Abkommen zur Beendigung des seit sechs Wochen andauernden Krieges zu erzielen, der die globalen Energieströme massiv beeinträchtigt hat. 

Der Schiffsverkehr durch die Straße ist seit Kriegsbeginn Ende Februar stark zurückgegangen, während die weltweiten LNG-Lieferungen aus Katar weiterhin um rund 20 % unterbrochen sind.cDie europäischen Gasreserven, die derzeit nur zu gut 28 % gefüllt sind, sorgen aufgrund potenziell anhaltender Lieferengpässe für Probleme. Während der Großteil des aus dem Nahen Osten importierten LNG üblicherweise nach Asien geht, könnten fortgesetzte Beschränkungen den Wettbewerb um die begrenzten globalen Mengen verschärfen.

Händler weisen darauf hin, dass der Iran während des Krieges noch keine LNG-Tanker durch die Straße von Hormus zugelassen hat. Dies hat den Transport stark reduziert und dazu geführt, dass etwa ein Fünftel der weltweiten LNG-Produktion ausfällt, was wiederum Preisanstiege in ganz Europa verursacht hat.