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Berlin – Es gibt einen Iran-Deal – zumindest vorläufig! Und die Preise an den Zapfsäulen reagieren minimal. Um kurz nach 12 Uhr kostet ein Liter Diesel 2,47 Euro. Gestern waren es noch 2,50 Euro. Superbenzin liegt im Bundesschnitt bei 2,27 Euro (gestern 2,29 Euro) und Super E10 bei 2,21 Euro pro Liter (gestern 2,24). Es handelt sich hierbei um Durchschnittswerte, die je nach Region und Tankstelle differieren können.
Die heutige 12-Uhr-Erhöhung führte im deutschlandweiten Schnitt zu einer Preiserhöhung um gut 5 Cent: Der ADAC hat die Durchschnittspreise über alle Tankstellen in Deutschland sowohl vor der 12-Uhr-Erhöhung (11.45 Uhr) als auch danach (12.15 Uhr) verglichen! Ergebnis: Deutschlandweit ist der Preis für Super E10 um 5,7 Cent im Durchschnitt auf 2,208 Euro pro Liter gestiegen. Diesel ist im Schnitt um 5,3 Cent auf jetzt 2,471 Euro pro Liter gestiegen.
Verfolgen Sie alle Entwicklungen in unserem Live-Ticker!
- Sprit um 12 Uhr im Schnitt um über 5 Cent gestiegen!
Der ADAC hat für BILD die Durchschnittspreise über ALLE Tankstellen in Deutschland sowohl vor der 12-Uhr-Erhöhung (11.45 Uhr) als auch danach (12.15 Uhr) verglichen!
Ergebnis: Deutschlandweit ist der Preis für Super E10 um 5,7 Cent im Durchschnitt auf 2,208 Euro pro Liter gestiegen. Diesel ist im Schnitt um 5,3 Cent auf jetzt 2,471 Euro pro Liter gestiegen.
Eine Sprecherin des ADAC erklärt dazu in BILD: „Der ADAC hält beide Kraftstoffsorten für überteuert und hält Preissenkungen, die ganztägig möglich bleiben, für angezeigt.“
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08.04.2026 – 14:49 Uhr
DIW-Chef sieht jetzt schon wirtschaftliche Schäden
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher (55) sieht weiter Handlungsbedarf, was Spritpreise anbelangt. „Die wirtschaftlichen Schäden sind bereits jetzt erheblich, und auch die stark verflochtene deutsche Volkswirtschaft wird die Folgen deutlich zu spüren bekommen“, erklärte er.
Fratzscher plädiert für Direktzahlungen statt steuerlicher Maßnahmen. Letztere seien wenig treffsicher und sozial unausgewogen, weil sie vor allem höhere Einkommen begünstigten. Ein Tempolimit oder autofreie Sonntage könnten zusätzlich Anreize setzen, den Verbrauch fossiler Energieträger zu senken.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
Foto: Annette Riedl/dpa
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08.04.2026 – 14:36 Uhr
So wirkt sich die 12-Uhr-Regel aus
Das unabhängige Verbraucherportal „benzin.jetzt“ hat die erste Woche der sogenannten 12-Uhr-Regel systematisch analysiert – im 5-Minuten-Takt und auf Basis von mehr als 15.000 Tankstellen in ganz Deutschland.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Der tägliche Preissprung um 12 Uhr beträgt im Schnitt 8,3 Cent pro Liter Diesel
- Für Verbraucher bedeutet das bis zu 5,70 Euro Mehrkosten pro Tankfüllung allein durch den Zeitpunkt
- Gleichzeitig entstehen erstmals klare Sparfenster: 10 bis 11 Uhr (vor der Erhöhung) und ab 20 Uhr (Tiefpunkt des Tages)
- Wer diese Zeiten nutzt, spart im Schnitt bis zu 4,8 Cent pro Liter
- Besonders drastisch: An Autobahntankstellen zahlen Verbraucher bis zu 30 Cent mehr pro Liter, das macht einen Unterschied von bis zu 29 Euro pro Tankfüllung
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08.04.2026 – 14:28 Uhr
Was die Bundesregierung bis Freitag vorhat
Im politischen Berlin ist es nach den Osterfeiertagen noch sehr ruhig. Hinter den Kulissen dürfte es aber Gespräche geben, welche Maßnahmen nun ergriffen werden. Die schwarz-rote Bundesregierung bekommt von vielen Seiten Druck. Eine von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce erwartet von der Regierung bis Freitag konkrete Prüfergebnisse zu Entlastungsvorschlägen.
- Diese sind: eine temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale, eine Pauschalentlastung über Daten der Kfz-Steuer, eine befristete Senkung der Energiesteuer und die Senkung der Stromsteuer für alle. Daneben geht es um einen Spritpreisdeckel.
Vorbilder sind Regelungen in Luxemburg und Belgien. In Belgien etwa wird vom Staat ein Höchstpreis für Sprit festgelegt. Das Wirtschaftsministerium berechnet an jedem Werktag die maximal erlaubten Preise für Benzin und Diesel anhand verschiedener Faktoren. Auch das Nachbarland Tschechien deckelt neuerdings die Preise.
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08.04.2026 – 14:18 Uhr
Esra Limbacher: „Unsägliche Tank-Abzocke“
Esra Limbacher (36, SPD), Sprecher des Seeheimer Kreises (konservativer Flügel der Bundestagsfraktion der Genossen): „Diese unsägliche Tank-Abzocke durch die Mineralölkonzerne muss jetzt endlich ein Ende finden. Die Ölpreise sind allein in der Nacht auf Mittwoch zweistellig gefallen. Das muss sich jetzt schnell an den Preisen an der Zapfsäule widerspiegeln. Wer sofort die Preise nach oben knallt, muss auch sofort senken, wenn die globalen Preise sinken. Durch übertriebene Preissteigerungen, gerade auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, wurden die deutschen Autofahrer enorm belastet. Ich erwarte, dass die Konzerne die rapide sinkenden Weltmarktpreise für Erdöl genauso unmittelbar weitergeben wie die Steigerungen.“
Gleichzeitig gelte: Die bisherigen staatlichen Maßnahmen gegen die Preissteigerungen reichten nicht aus, um den Preis zu deckeln. Man müsse sich die Frage stellen: „Wie lang wollen wir uns noch von den Ölkonzernen beeinflussen lassen?“ Und weiter: „Wenn die Preise weiter steigen, trifft das vor allem die normalen Leute in unserem Land. Wir können die internationalen Märkte nicht kontrollieren. Aber wir können dafür sorgen, dass die Teuerung bei Energie und Lebensmitteln nicht ungebremst den Geldbeutel der Deutschen belastet. Es bleibt daher richtig, dass wir die Spritpreise deckeln und Übergewinne besteuern. Hier muss die Wirtschaftsministerin endlich ins Handeln kommen“, sagt Limbacher.

Esra Limbacher
Foto: Rabea Gruber/dpa
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08.04.2026 – 14:10 Uhr
Verband sieht Millionen-Mehrkosten im Busverkehr
Angesichts der gestiegenen Spritpreise sieht der Verband Mitteldeutscher Omnibusunternehmen (MDO) rund 25 Millionen Euro Mehrkosten für den Thüringer Linienbusverkehr und fordert finanzielle Hilfe vom Land. „Die Verkehrsunternehmen der Busbranche laufen durch die extrem gestiegenen Sprit-, Ad-Blue- und Ersatzteilkosten sichtbar in eine Kostenfalle“, teilte der Verband mit. In einem Brief an den thüringischen Verkehrsminister Steffen Schütz (BSW) fordert der MDO nach eigenen Angaben kurzfristige Unterstützung.
„Wir fordern dringend ein schnelles Handeln der Politik im Bund und Land, um den Unternehmen eine Perspektive zu geben. Es ist kurzfristig eine deutliche Liquiditätsspritze für die Unternehmen notwendig und mittelfristig das Stemmen der erwartbaren Mehrkosten“, erklärte Tilman Wagenknecht, Geschäftsführer des MDO. Den Angaben seines Verbandes zufolge werden pro Jahr rund 30 Millionen Liter im Thüringer Linienbusverkehr verbraucht – rund 25 Millionen Euro Mehrkosten, wenn sich die Kostensteigerungen verfestigen.
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08.04.2026 – 14:01 Uhr
Finanzministerium prüft weitere Entlastungen
Das Bundesfinanzministerium sieht angesichts der weiter hohen Spritpreise keinen Grund für eine Entwarnung. Man begrüße die Waffenruhe im Iran-Krieg, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums am Mittwoch in Berlin. „Die Lage ist weiterhin volatil, die bisherigen Auswirkungen des Krieges sind enorm“, fügte er hinzu. „Deswegen beobachten wir weiter die Lage sehr aufmerksam und prüfen auch weiterhin Maßnahmen für gezielte Entlastungen, insbesondere der Pendlerinnen und Pendler, von kleinen Unternehmen und von Familien.“ Dazu stehe man mit anderen Ressorts innerhalb der Bundesregierung im Austausch.
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte anders als Kanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) auch eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ins Gespräch gebracht. Klingbeil hatte die EU-Kommission zusammen mit vier EU-Kollegen aufgefordert, eine solche Abgabe auf überhöhte Gewinne zu prüfen und vorzubereiten. Wie eine solche Abgabe im Detail aussehen könne, müsse die EU-Kommission sagen.
Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, dass das Paket mit einer Schärfung der Rechte des Kartellamts wirke.
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08.04.2026 – 13:46 Uhr
Berg- und Talfahrt an der Zapfsäule
Tankwart Markus Mössner (58) in Ulm/Langenau an der Raststätte Seligweiler zu BILD: „Um 12 Uhr ging der Dieselpreis um 13 Cent auf 2,53 Euro hoch. Um 12.30 Uhr rauschte er dann um 11 Cent wieder runter auf 2,42 Euro. Bei E10 ähnlich: Erst um 9 Cent hoch, dann wieder um 7 Cent runter. Ziemlich verrückt, diese Achterbahnfahrt.“
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08.04.2026 – 13:43 Uhr
Franzosen sehen Besserung bei den Preisen
In Frankreich gibt es bereits erste Einschätzungen, wie stark der Effekt der Feuerpause sein könnte: Der Vorsitzende der Ölindustrieunion, Olivier Gantois, sagte im Sender France Info, dass die Spritpreise in den kommenden Tagen um 5 bis 10 Cent pro Liter sinken könnten, falls sich der Ölpreis pro Barrel bei etwa 93 bis 95 Dollar halten sollte.
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08.04.2026 – 13:40 Uhr
Seit Kriegsbeginn zeigt Preiskurve nach oben
Seit Kriegsbeginn hat sich Diesel um rund 70 Cent verteuert, E10 um mehr als 40 Cent. Abgesehen von kurzfristigen Rückgängen zeigt sich eine relativ kontinuierlich nach oben weisende Preiskurve. Die Einführung der neuen Regeln zeigt bisher keine erkennbare bremsende Wirkung.