Karlsruhe. Wasserstoff gilt als ein wichtiger Faktor der Energiewende, doch für welche Zwecke er eingesetzt werden soll und kann, ist sowohl wissenschaftlich wie auch politisch umstritten. Forscher des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) wollen nun Klarheit über den aktuellen Diskussionsstand schaffen. Sie haben über 100 Faktenchecks zu Wasserstoff ausgewertet und die Ergebnisse auf 77 interaktiven Karten auf einer Webseite zusammengestellt.
Keine Allzwecklösung aber mehr als ein Nischenprodukt
Die Auswertung liefert Fakten zum Markthochlauf, Infrastruktur oder Kosten. Wasserstoff komme eine wichtige, aber anwendungsabhängige Rolle im zukünftigen Energiesystem zu, so die Karlsruher Forscher. Besondere Relevanz besitze Wasserstoff dort, wo direkte Elektrifizierung an physikalische oder wirtschaftliche Grenzen stößt, etwa in der Stahl- und Chemieindustrie sowie im Flug- und Schiffverkehr.
Als Allzwecklösung sehen die Wissenschaftler Wasserstoff nicht, aber er werde künftig mehr als nur eine Nischentechnologie sein. „Entscheidend wird sein, verfügbare Mengen dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen bringen“, sagt Studienautor Nils Bittner.