Newsblog zum Krieg in Nahost

Netanjahu: „Es gibt keinen Waffenstillstand“

Aktualisiert am 10.04.2026 – 03:39 UhrLesedauer: 54 Min.

Iran-Krieg - LibanonVergrößern des Bildes

Nach israelischer Lesart gilt die Waffenruhe nicht für den Libanon. Der Iran sieht das anders. (Quelle: Marwan Naamani/dpa/dpa-bilder)

Der Oberste Führer des Iran hat eine Botschaft verlauten lassen. Netanjahu verteidigt Angriffe im Libanon. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben am frühen Freitagmorgen eine Rakete auf Israel abgefeuert und damit in Teilen des Landes Luftalarm ausgelöst. Davon sei auch Tel Aviv betroffen gewesen. Das Geschoss ist laut Berichten der Zeitung „Times of Israel“ aber abgefangen worden. Die Hisbollah teilte mit, sie habe am späten Donnerstagabend militärische Infrastruktur in der nordisraelischen Stadt Haifa ins Visier genommen. Ob es sich dabei um denselben Angriff handelte, blieb zunächst unklar. Das israelische Militär erklärte, es habe am Abend rund zehn Abschussrampen der Hisbollah angegriffen, von denen aus Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden seien.

Der frühere iranische Außenminister Kamal Charrasi ist Behördenangaben zufolge nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen. Der Leiter des Strategischen Rats für Auswärtige Beziehungen sei vor einigen Tagen bei einem israelisch-amerikanischen Luftangriff verwundet worden und sei nun ein Märtyrer, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Charrasi war von 1997 bis 2005 Außenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medienberichten zufolge den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei, der zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran getötet worden war.

Der Iran hält sich nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump nicht an das Abkommen für eine befristete Waffenruhe, das eine Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt vorsieht. Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge „sehr schlechte Arbeit“, die man auch als „unredlich“ bezeichnen könne, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er kritisierte weiter: „Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat deutlich gemacht, dass er weiterhin im Libanon angreife. „Ich sage es deutlich: Es gibt keinen Waffenstillstand“, teilte er auf der Plattform X mit. Er hatte aber Gespräche mit dem Libanin in Aussicht gestellt.

Kurz vor Beginn der geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur dauerhaften Beilegung des Kriegs hat Israel den Vermittler Pakistan scharf kritisiert. Auslöser waren Äußerungen des pakistanischen Verteidigungsministers Khawaja Muhammad Asif auf der Plattform X, in denen er Israel als „Fluch für die Menschheit“ und Krebsgeschwür bezeichnete.