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Berlin – Mit einer Großrazzia ist die Polizei erneut gegen organisierte Clan-Kriminalität vorgegangen. Ziel: die Zerschlagung einer Betrüger- und Autoschieber-Bande. Vermögenswerte von mehr als 1,1 Millionen Euro wurden sichergestellt.

Am Donnerstagmorgen durchsuchten rund 80 Einsatzkräfte der Polizei gemeinsam mit dem Finanzamt für Fahndung und Strafsachen 16 Wohnungen, Häuser und Büros in sieben Berliner Bezirken sowie im Speckgürtel. Die Bande war den Polizisten aufgefallen, weil immer wieder Straftaten mit denselben Fahrzeugen, aber unterschiedlichen Fahrern begangen wurden.

Monatelange Ermittlungen der Kripo der Direktion 5 und des Verkehrssicherheitsdienstes der Direktion Einsatz (VSD 23) führten schließlich zu insgesamt sechs Beschuldigten im Alter von 33 bis 46 Jahren. Nach Erkenntnissen der Polizei sollen die beiden Hauptverdächtigen (38 und 44) systematisch Versicherungen betrogen haben, indem die Beschuldigten hochwertige Fahrzeuge illegal vermieteten, diese aber als Privatfahrzeuge versicherten. Schaden laut Staatsanwaltschaft: 111.400 Euro!

Besonders dreist: Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen außerdem teure Fahrzeuge in Deutschland geleast und an ein Clan-Mitglied ins außereuropäische Ausland verkauft worden sein.

Luxusautos wurden an Eigentümer übergeben

Bei den Durchsuchungen in Charlottenburg, Mitte, Steglitz, Spandau, Lichtenberg, Schöneberg, Kreuzberg, Teltow (Potsdam-Mittelmark) und Schönefeld (Dahme-Spree) stellten die Fahnder umfangreiches Beweismaterial sicher.

Ein Rolls-Royce Spectre (ab 389.000 Euro) und ein Audi RS6 (ab 131.000 Euro) und zwei weitere hochwertige Fahrzeuge konnten gesichert und an die rechtmäßigen Eigentümer übergeben werden. Zur Sicherung der vermutlich illegal erlangten Vermögenswerte beschlagnahmte die Polizei unter anderem Luxusuhren, Schmuck, Bargeld und einen teuren Massagesessel.

Auch einen solchen hochwertigen Auto RS6 beschlagnahmten die Ermittler (Symbolfoto)

Auch einen solchen hochwertigen Audi RS6 beschlagnahmten die Ermittler (Symbolfoto)

Foto: Christoph Börries

Außer zahlreichen Dokumenten, Datenträgern und elektronischen Geräten wurden zudem auch Waffen, Drogen und illegale Medikamente beschlagnahmt.

Innensenatorin Iris Spranger (64, SPD) lobte das entschlossene Vorgehen gegen kriminelle Autovermietungen: „Die gestrigen Maßnahmen führten zur Sicherung von Vermögenswerten und Luxusfahrzeugen in erheblichem Umfang. Das zeigt, dass sich der Ermittlungsaufwand der letzten Jahre auszahlt, und wir auch mit dem vom Land Berlin geleiteten EU-Projekt ‚RENT‘ auf dem richtigen Weg sind.“

Nach BILD-Informationen wurde allerdings keiner der Beschuldigten festgenommen. Die Ermittlungen dauern an.