„Packt unbedingt eine kurze Hose ein!“ Diesen Tipp gibt Handballprofi Dani Baijens allen Nordlichtern, die am Samstag nach Mannheim zum Bundesliga-Spiel seiner Rhein-Neckar Löwen gegen die SG Flensburg-Handewitt (19 Uhr/Dyn) reisen. Denn die Wetterprognose für die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs lautet: 23 Grad, viel Sonne.

Kurzfassung des Artikels:

  • Am Samstag tritt die SG Flensburg-Handewitt in Mannheim gegen die Rhein-Neckar Löwen an.
  • Für die Flensburger beginnt in Mannheim das erste von sieben „Endspielen“ im Kampf um den zweiten oder dritten Tabellenplatz.
  • Das Bundesliga-Duell findet in der fast ausverkauften SAP-Arena statt.
  • Die SG, die die bisherigen Saisonduelle gewann, muss sich auf „bissige Löwen“ und einen angeschlagenen Simon Pytlick einstellen.

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Im sommerlichen Süden könnten die Gäste aus dem noch kalten Norden tagsüber nicht nur unter freiem Himmel ins Schwitzen geraten. Auch abends in der fast ausverkauften SAP-Arena wird es richtig mollig warm werden, da bis Donnerstag bereits über 12.000 der zur Verfügung stehenden 13.200 Karten verkauft waren. Das Bundesligaduell zwischen dem Tabellenachten und -zweiten, in dem es für beide Mannschaften um viel geht, trifft auf große Resonanz.

Trotz der zu erwartenden hohen Temperaturen müssen sich die Flensburger Handballer sportlich gesehen warm anziehen. Sie werden auf bissige Löwen treffen, die viel Gegenwehr leisten. Hier ein paar interessante Fragen im Hinblick auf das Spiel.

Warum ist die Partie so wichtig für die SG?

Sieben Spieltage vor dem Ende gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Plätze hinter Fast-Meister SC Magdeburg. Flensburg (43:11 Punkte), Berlin (42:12) und Gummersbach (39:13) liegen in aussichtsreicher Position für ein Ticket in die Champions League. Da es aber weiterhin unklar ist, ob der europäische Handballverband EHF dem Bundesliga-Dritten, dem Sieger der European League oder sonst wem mit einer Wildcard für die Königsklasse ausstattet, wäre es von großem Vorteil, sich den zweiten Rang zu schnappen.

So blickt Dani Baijens dem Duell mit der SG Flensburg-Handewitt entgegen

Deshalb steht die SG praktisch vor sieben „Endspielen“ – und darf nicht zu oft Federn lassen. Das ist aber angesichts des knackigen Restprogramms Rhein-Neckar Löwen, MT Melsungen, TBV Lemgo Lippe, SC Magdeburg (neuer Termin: 21. Mai), TVB Stuttgart, ThSV Eisenach und Füchse Berlin alles andere als einfach.

Wie ist die Form beider Mannschaften?

Die Flensburger, die übrigens vor einer Verpflichtung des Melsunger Kreisläufers Arnar Freyr Arnarsson für die kommende Saison stehen sollen, haben aus den letzten fünf Bundesligaspielen acht der möglichen zehn Punkte geholt und „nur“ in Kiel verloren. Bei den vier Siegen gegen Mittel- bis Kleinkaliber bekleckerten sie sich zwar nicht mit Ruhm, aber gingen als Gewinner von der Platte und bewiesen zuletzt in Hannover aufsteigende Form. Aber ganz stabil wirkt es bei der SG – auch wegen der begrenzten personellen Ressourcen – noch nicht.

Die Saison der SG Flensburg-Handewitt im Liveblog

Eine ähnliche Wundertüte stellen die Löwen dar, die viele Ausschläge nach oben und unten aufweisen. Ihre Bilanz der letzten fünf Spiele: Niederlage, Sieg, Unentschieden, Sieg, Niederlage. Jüngst gab es eine empfindliche Pleite in Erlangen, die laut Trainer Maik Machulla „schwere Tage“ und „Unruhe“, auch bedingt durch die Degradierung von Sportchef Uwe Gensheimer, nach sich zog. Die Löwen sind auf jeden Fall auf Wiedergutmachung aus und wollen die Tür nach Europa (Platz sechs) einen Spalt offen halten.

Für wen spricht die Bilanz der direkten Duelle?

Klar für die SG. Zwei Mal standen sich beide Mannschaften in dieser Saison gegenüber, zwei Mal hieß der Sieger Flensburg. Das Hinspiel in der Bundesliga gewann die Pajovic-Truppe mit 33:29, in der 2. Runde des DHB-Pokals gab es einen 38:32-Auswärtssieg in Heidelberg. In beiden Spielen stand es zur Pause unentschieden, danach trumpfte aufseiten der Flensburger besonders Torhüter Benjamin Buric auf.

Löwen-Coach Maik Machulla instruiert Haukur Thrastarson.
Foto: IMAGO/Lobeca

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Wie blickt Löwen-Coach Maik Machulla auf die Form seines ehemaligen Clubs?

„Die SG hatte im März an den Derbypleiten zu knabbern. Das kenne ich aus eigener Erfahrung“, sagt Machulla. Sein Ex-Club, mit dem er 2018 und 2019 Deutscher Meister wurde, habe sich aber zuletzt gut entwickelt. „Flensburg ist im Angriff überragend besetzt. Möller, Grgic und Pytlick haben unglaubliche individuelle Qualitäten. Wir brauchen einen Toptag, um sie zu schlagen.“

Mehr Informationen:

Wissenswertes zum Spiel Löwen gegen Flensburggrößer alsGrößer als Zeichen

Schiedsrichter: Ramesh und Suresh Thiyagarajah (Gummersbach)

Letzte drei Duelle: 33:29 (H), 38:32 (A, Pokal), 28:33 (H)

Bilanz aus SG-Sicht: 53 Spiele – 30 Siege, drei Unentschieden, 20 Niederlagen

Weiter meinte Machulla, dass er überrascht sei, wie negativ teilweise über die SG geredet und berichtet wird – obwohl sie aktueller Tabellenzweiter ist. „Sie hat einen guten Weg hinter sich und eine gute Zukunft vor sich. Der Verein gehört in die Champions League. Ich glaube, Flensburg kommt unter die ersten Drei der Bundesliga.“

Wie sieht es personell bei den zwei Teams aus?

Als der SG-Tross am Freitag in Flensburg in den Bus und in Hamburg in den ICE Richtung Mannheim stieg, war der zuletzt an der Wade angeschlagene Simon Pytlick dabei. SG-Coach Ales Pajovic, der weiterhin auf Luca Witzke und Lukas Jörgensen verzichten muss, plant mit dem dänischen Rückraumspieler, um dessen Zukunft es immer noch viel Rätselraten gibt: „Simon mischt derzeit Training und Physiotherapie und ist nicht bei 100 Prozent. Er kann uns hoffentlich ein bisschen helfen.“

Die Gastgeber, bei denen sich zuletzt der Isländer Haukur Thrastarson in bestechender Form präsentierte, haben nur einen Ausfall zu beklagen: Halil Jaganjac (Mittelfußbruch).