Wenn eine als Boyband gestartete Gruppe eine neue Ära einläutet, dann haut das nicht immer hin. 5 Seconds Of Summer ist das mit ihrem neuen sechsten Album „Everyone’s A Star!“ auf wundersame Weise gelungen.
Die Australier sind laut, futuristisch und ganz bewusst ein bisschen drüber. Aufgeblasene Rockstar-Attitüde trifft auf grelle Visuals – alles daran ist satirisch überspitzt. Sie nehmen ihren eigenen Mythos auf die Schippe und verwandeln diese Selbsterkenntnis in pure Freude. Songs wie „Not OK“ und „Boyband“ spielen mit dem Humor.
Was bedeutet es, im Jahr 2026 ein Star zu sein?
Auch optisch präsentiert sich die neue Band-Epoche in einem kaleidoskopischen Feuerwerk; Fotos verzerren sie zu surrealistischen Karikaturen und spiegeln so das zentrale Thema des Albums wider: Ruhm als Kostüm und Spiegel zugleich. Der Titel des Albums gibt die Richtung vor: „Als wir ‚Everyone’s A Star!‘ schrieben, ging es uns vor allem darum, dass im Zeitalter der Influencer irgendwie jeder die Hauptrolle spielt. Man geht auf ein Festival, und anstatt sich auf die Bühnenshow zu konzentrieren, versucht jeder, die Hauptrolle in seiner eigenen Geschichte zu spielen“, erklärt Sänger Luke Hemmings (29).
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Seit 15 Jahren bilden 5 Seconds Of Summer eine Einheit und sind quasi im Scheinwerferlicht groß geworden. „Aber was bedeutet es, im Jahr 2026 ein Star zu sein? Es bedeutet: Wenn jeder ein Star ist, ist niemand mehr ein Star.“
Mitreißende Live-Shows
Die Band war auch vorher schon bekannt für ihre mitreißenden Live-Shows, diesmal wollen sie noch einen draufsetzen. „Das Wichtigste für uns bei diesem Album ist: Wie können wir etwas machen, das wir noch nie zuvor gemacht haben?“, fragt Lead-Gitarrist Michael Clifford. „Dinge komplett neu und anders als beim letzten Mal zu tun, ist uns sehr wichtig, ohne dabei den roten Faden zu verlieren, den die Leute – und wir – lieben.“ Ein bisschen sind 5 Seconds Of Summer eben doch noch die Alten.
Barclays-Arena: 14.4., 19 Uhr, Karten ab 74,20 Euro;
Support: South Arcade und Master Peace