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Friedberg – Nächste Insolvenz in der deutschen Autoindustrie: Der Traditions-Zulieferer Erich Jäger hat Insolvenz angemeldet. Das fast 100 Jahre alte Unternehmen ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Rund 1000 Mitarbeiter weltweit sind von der Pleite betroffen. Das Unternehmen stellte beim Amtsgericht Friedberg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Das Unternehmen mit Sitz in Friedberg (Hessen) stellte den Antrag, wie zuerst die „FAZ“ berichtete. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Sanierungsexperte Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt. Erich Jäger produziert seit Jahrzehnten Steckverbindungssysteme für Autos, Lastwagen und Traktoren. Zu den Kunden zählen große Hersteller wie BMW, Volkswagen, Mercedes, Ford sowie der Rüstungskonzern Rheinmetall.

Der Grund für die Insolvenz

Trotz einer erst Anfang 2026 gestarteten Reorganisation konnte die Insolvenz nicht mehr verhindert werden. Grund laut Muttergesellschaft Ad Capital: Die Umsätze sind stark eingebrochen – wegen geopolitischer Krisen und schwieriger Marktlage.

Was jetzt aus den Mitarbeitern wird

Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das Insolvenzgeld für mehrere Monate gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter sagt: „Unser Fokus liegt zunächst auf der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs und der Lieferfähigkeit. Parallel schaffen wir Transparenz über die wirtschaftliche Situation und prüfen Sanierungsoptionen.“ Jetzt soll schnell ein Investor gefunden werden, um das Unternehmen oder Teile davon zu retten.

Mehr zum ThemaWarum es jetzt immer mehr Zulieferer trifft

Der Fall zeigt die wachsenden Probleme der Autozulieferer in Deutschland. Hoher Kostendruck, schwankende Nachfrage und internationale Unsicherheiten setzen die Branche zunehmend unter Druck. Besonders hart trifft es international aufgestellte Mittelständler. Sie sind stark von der globalen Nachfrage und stabilen Lieferketten abhängig. Brechen Aufträge weg oder verschieben Autohersteller Investitionen, geraten Zulieferer schnell in Schieflage.