Uraufführung am Staatstheater Nürnberg
Theaterstück bringt dunkles FCN-Kapitel auf die Bühne
15.04.2026 – 07:48 UhrLesedauer: 1 Min.
Blick auf die Bühne: Bei dem Theaterstück wirken zehn Bürgerinnen und Bürger mit, die selbst Fußball spielen, FCN-Mitglied oder große Fans sind. (Quelle: Ludwig Olah/Staatstheater Nürnberg/dpa/dpa-bilder)
1933 wirft der FCN 140 jüdische Mitglieder raus. Aus diesem dunkeln Kapitel der Vereinsgeschichte wird nun ein Theaterstück – mit Club-Fans auf der Bühne.
Am 19. April feiert „Heulen mit den Wölfen“ am Staatstheater Nürnberg seine Uraufführung. Das Stück greift auf, wie der 1. FC Nürnberg 1933 rund 140 jüdische Mitglieder aus antisemitischen Gründen ausschloss – laut dem Buch von Bernd Siegler, auf dem die Inszenierung basiert.
Das Schauspiel stammt von Autorin Maren Zimmermann und Regisseur Ron Zimmering. Historische Dokumente und persönliche Fußball-Erlebnisse werden darin in gesprochenen Texten und Sprechchören verarbeitet.
„Es ist ein wirklich aufwühlendes Material und eine erzählenswerte deutsche Geschichte“, sagt Zimmermann. Das Stück nähere sich dem Thema auf zwei Ebenen, erklärt sie: der historischen und der Bedeutung für die heutige Zeit.
Neben professionellen Theatermachern werden zehn Nürnberger Bürgerinnen und Bürger auf der Bühne stehen – alle selbst Fußballspieler, Club-Mitglieder oder Fans.
Das Stück stelle auch grundsätzliche Fragen, so Zimmermann: warum sich jemand einem Verein zugehörig fühle, ob Fußball unpolitisch sein könne und wie es um die Willkommenskultur bestellt sei. „Es ist ja bis heute nicht so, dass Fußball divers ist“, sagt die Autorin. Die Reihen der Funktionäre würden von alten, weißen Männern dominiert. Im Stadion erlebe man immer noch Antisemitismus und Rassismus, so Zimmermann.
