Ukraine beklagt fast 2300 Verstöße gegen Osterwaffenruhe – Russland widersprichtDie Ukraine hat Russland Tausende Verletzungen der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab registrierte seit Samstag 2299 Verstöße, wie er am Sonntagmorgen mitteilte. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und etwa 1800 Angriffe mit kleineren Drohnen. „Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht“, teilte der Generalstab weiter mit. Im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff zwei Verletzte in einem Lebensmittelgeschäft.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte erklärten, dass es für sie eine Pause von 18 Stunden gegeben habe. Am Sonntagmorgen habe es allerdings im Gebiet Sumy einen für die Flugabwehr relevanten russischen Drohnenangriff gegeben. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es laut ukrainischem Militär nicht.

Russlands Verteidigungsministerium behauptete dagegen, die russischen Truppen respektierten die Feuerpause. Das Ministerium warf zugleich der Ukraine gezielte Angriffe vor und sprach von 1971 ukrainischen Waffenruhe-Verstößen bis Sonntagmorgen.

Russische Nachrichtenagenturen meldeten unter Berufung auf das Ministerium, dass ​bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische ‌Region Kursk Zivilisten verletzt worden seien. Unter den Verletzten sei ein Kind. Auch die Gouverneure von Kursk sowie der russischen Region Belgorod warfen der Ukraine Angriffe vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson sprach ebenfalls von Angriffen der Ukraine. Infolge von Drohnenattacken gebe es mindestens einen Verletzten.

Die Ukraine und Russland hatten jeweils angekündigt, auf Beschuss des Gegners zu reagieren. Von solchen Reaktionen war aber in den offiziellen Mitteilungen bisher keine Rede.