Flugzeuge der Lufthansa stehen auf Parkpositionen auf einem Flughafen.

AUDIO: NDR Info Nachrichten (4 Min)

Stand: 16.04.2026 16:06 Uhr

Nach dem Scheitern eines Schlichtungsversuchs zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft überschneiden sich heute deutschlandweit die Arbeitsniederlegungen von Cockpit- und Kabinenpersonal. Auch Eurowings-Flüge werden bestreikt.

Durch die Warnstreiks kommt es auch in Hamburg, Hannover und Bremen wieder zu vielen Flugausfällen und Verspätungen. Allein am Airport in Hamburg wurden für heute 46 der 52 geplanten Starts und Landungen der Lufthansa gestrichen, bei Eurowings fielen 20 von 74 Flügen aus. Morgen sollen in Hamburg 44 der geplanten 50 Lufthansa-Flüge ausfallen, wie ein Flughafen-Sprecher mitteilte.

Lufthansa und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatten sich zuvor nicht auf den Umfang der zu schlichtenden Tarifthemen einigen können. Somit blieb es beim Streikaufruf für Pilotinnen und Piloten der Lufthansa und ihrer Tochter Cityline für heute und morgen. Die Fluggesellschaft Eurowings wird ausschließlich heute ebenfalls bestreikt.

Viele Flugausfälle bereits in den vergangenen Tagen

Die Pilotengewerkschaft hatte bereits am Montag und Dienstag die Lufthansa-Piloten zum Streik aufgerufen, am Montag zusätzlich die von Eurowings. Hunderte Flugausfälle waren die Folge. Auch gestern, als das Kabinenpersonal nach einem Aufruf der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) seinen zweitägigen Warnstreik begonnen hatte, war es zu vielen Flugstreichungen und Verspätungen im Flugverkehr gekommen. Allein in Hamburg waren 20 Flüge von und nach Frankfurt am Main sowie 22 Flüge von und nach München gestrichen worden.

Bundesweit waren in den vergangenen Tagen Zehntausende Reisende von den Warnstreiks des Flug-Personals betroffen. Bereits am vergangenen Freitag hatten die etwa 20.000 Flugbegleiterinnen und -begleiter gestreikt, Hunderte Flüge fielen aus.

Flugzeuge der Lufthansa stehen an einem Flughafen.

Hunderte Lufthansa-Flüge betroffen

Die Streiks bei der Lufthansa gehen weiter: Neben dem Kabinenpersonal legen heute auch wieder die Pilotinnen und Piloten der Airline die Arbeit nieder. Hunderte Flüge sind bereits ausgefallen.

Lufthansa stoppt Cityline-Flugangebot ab sofort

Die Lufthansa teilte am Donnerstag mit, dass der Betrieb ihrer Tochter Cityline mit sofortiger Wirkung eingestellt werde. Der Konzern begründet den Schritt mit den gestiegenen Kosten für Kerosin und den Belastungen durch die derzeitigen Arbeitskämpfe des Flugpersonals. Die aktuelle Krise zwinge die Lufthansa, das schon länger geplant Aus der Cityline jetzt früher umzusetzen. Zum Ende des Sommerflugplans soll außerdem das Angebot der Kernmarke verringert werden.

Video:
Lufthansa legt Tochterfirma CityLine still (5 Min)

Verhärtete Fronten

VC-Präsident Andreas Pinheiro hielt der Lufthansa vor, in der laufenden Tarifrunde das Angebot der Gewerkschaft abgelehnt zu haben. „Wer ein solches Angebot ausschlägt und darüber hinaus auch keinerlei verhandlungsfähige Angebote macht, nimmt zumindest in Kauf, dass sich Tarifauseinandersetzungen weiter zuspitzen, anstatt aktiv an einer Deeskalation mitzuwirken“, sagte er.

Die Lufthansa erklärte hingegen, dass das Ziel einer Schlichtung ausschließlich die Befriedung sämtlicher Konflikte sein müsse, sagte ein Sprecher. Dies sei mit der VC, die sich streikfähig habe halten wollen, nicht zu machen gewesen.

Lufthansa will „gemeinsamen Neustart“ mit VC

Nach der gescheiterten Schlichtung mit der Pilotengewerkschaft kündigte die Lufthansa am Mittwoch an, noch einmal auf die Gewerkschaft VC zugehen zu wollen, um eine umfassende Schlichtung zu erreichen. Ein Sprecher erklärte: „Für einen gemeinsamen Neustart müssen deshalb alle unseren großen tariflichen Themen Bestandteil einer solchen Schlichtung sein: die Alters- und Übergangsversorgung, die Vergütung und auch die Einsatzbedingungen.“

Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge der Piloten und kritisiert fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa.

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Wird ein Flug annulliert oder ist verspätet, haben Reisende Anspruch auf Ersatzbeförderung und teils auf Entschädigung.

Lufthansa: Kein Verständnis für den Streik

Die Lufthansa hatte mit Unverständnis auf den Streikaufruf der Piloten reagiert. Die Streik-Ankündigung der Spartengewerkschaft Vereinigung Cockpit „stellt eine völlig neue Stufe der Eskalation dar“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Kernforderung der Gewerkschaft nach Verdopplung einer „ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge“ sei absurd und unerfüllbar.

NDR Info News

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Der Ausstand betrifft heute und morgen das Kabinenpersonal, am Donnerstag und Freitag wollen die Piloten ihre Arbeit niederlegen.

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