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Köln (NRW) – Sonne, Party, Musik: Eigentlich wollte „Let’s Dance“-Star Julia Beautx (26) auf dem Coachella-Festival eine gute Zeit haben. Nun entschuldigt sie sich genau dafür. Denn die Mega-Veranstaltung in den USA gilt nicht mehr nur als unpolitische Bühne, um Spaß zu haben. Stattdessen wird der Besuch zunehmend als moralisches Statement gelesen.
Auf Social Media postete Julia Fotos und Clips ihres Kalifornien-Trips. Während sie dort strahlte, kippte die Stimmung in den Kommentaren. „Amerika? Ein No-Go aktuell!“, heißt es dort. Und: „Ich finde vieles cool, was du machst, aber jetzt gerade in die USA zu reisen und es zu romantisieren – bisschen scheiße.“

Der Auftritt der kolumbianischen Sängerin Karlo G auf dem Coachella 2026 war bunt und vielfältig. Doch das Festival steht in der Kritik
Foto: Getty Images for Coachella
Grund für den Ärger: US-Präsident Donald Trump (79). Sein Kurs, darunter die Beteiligung am Iran-Krieg aktuell, wird scharf kritisiert. Auch wegen seines rigorosen Umgangs mit Migranten und anderen Minderheiten im Land steht er im Kreuzfeuer. Laut ihren Fans verharmlosen Julias Urlaubsfotos das: „Der Präsident ist für einen Krieg verantwortlich und seine ICE-Agenten unter anderem für zwei Tode von unschuldigen Menschen.“ Damit gemeint: Renee Nicole Good und Alex Jeffrey Pretti, die beide im Januar 2026 während Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde erschossen wurden. Weitere Kritik im Netz: „Ich kritisiere Posts von privilegierten Influencern, die dorthin fliegen und das dann ohne Kommentar veröffentlichen und damit vielleicht fördern, dass Leute nicht auf dem Schirm haben, was abgeht.“
Julia Beautx bereut Coachella-Besuch
Nach der großen Empörung ihrer Follower räumt Julia Beautx ein: „Ich versuche, mir meiner Verantwortung immer sehr bewusst zu sein, aber dieses Mal bin ich ihr einfach nicht gerecht geworden.“ Wegen der Reaktionen sei sie ins Grübeln gekommen: „Es löst viel in mir aus, zu sehen, was mein Handeln für ein Bild vermittelt hat. Rückblickend bereue ich das – nicht nur, was ich damit nach außen getragen habe, sondern auch, dass ich mein eigenes Interesse an erste Stelle gestellt habe, anstatt nach meiner inneren Moral zu handeln.“

Julia Beautx am Rande der Berlinale im Februar
Foto: Getty Images
Die YouTuberin stellt klar: „Ich bin pro Mensch, immer – und verabscheue alles, was diesen Werten nicht gerecht wird.“ Die Kritik wolle sie sich zu Herzen nehmen. „Ich lerne daraus und es tut mir aufrichtig leid.“ Trotz der harschen Kommentare schätzt sie die Ehrlichkeit ihrer Fans: „Gleichzeitig bin ich sehr stolz darauf, eine Community zu haben, die ihr Herz am rechten Fleck hat, und mich korrigiert, wenn ich falsch liege.“
USA-Boykott wegen Donald Trump?
Ob man die USA unter Trumps Regierung boykottieren soll, darüber sind sich ihre Follower trotzdem nicht einig: „Was bringt diese Boykottkultur? Meinst du, Trump zieht ICE zurück oder aus dem Iran ab, weil du deinen Urlaub storniert hast?“

Weltweit demonstrieren Menschen gegen den 47. US-Präsidenten Donald Trump, hier bei einem Protest in Manila (Philippinen)
Foto: AP
Coachella-Strippenzieher mit kritischen Verbindungen
Weiteres Problem: Auf den Coachella-Bühnen werden zwar vermeintlich Vielfalt und moderne Werte gefeiert, hinter den Kulissen verbirgt sich aber ein dubioser Strippenzieher. Sein Name: Philip Anschutz (85). Der Milliardär meidet Interviews, Fotos, die Öffentlichkeit. Dabei gehört er zu den mächtigsten Männern im globalen Showgeschäft. Über seine Firmengruppe kontrolliert Anschutz das Coachella.

Unternehmer Philip Anschutz, der väterlicherseits wolgadeutsche Wurzeln hat und die Öffentlichkeit meidet, zählt zu den 50 reichsten Personen der USA. Forbes zufolge liegt sein Vermögen bei rund 16 Milliarden Dollar
Foto: Getty Images
Problem für viele Festival-Fans: Der Milliardär unterstützte mehrfach republikanische Kandidaten und konservative Stiftungen mit Geld. 2017 geriet er wegen Zuwendungen an LGBTIQ-feindliche Organisationen wie die Alliance Defending Freedom in die Kritik. In einer seltenen Erklärung wies er die Vorwürfe als „Fake News“ zurück und betonte, er unterstütze die Rechte aller Menschen – unabhängig von ihrer Orientierung. 2021 und 2022 spendete er zudem jeweils über 100.000 Dollar an das National Republican Congressional Committee, eine der wichtigsten Organisationen der Republikaner.
Über Jahrzehnte baute Philip Anschutz ein Milliarden-Imperium auf – mit Öl, Eisenbahn, Telekommunikation, Kino, Sport und Entertainment. Sein Vermögen liegt bei rund 16 Milliarden Dollar (Forbes). Er zählt zu den 50 reichsten Personen der USA. Über seine private Holding Anschutz Corporation und deren Tochter AEG besitzt er nicht nur Coachella. Zum Imperium gehören mehr als 150 Spielstätten weltweit – darunter die Crypto.com Arena in Los Angeles, das O2 in London, die Barclays Arena in Hamburg und die Uber Arena in Berlin.