
Stand: 16.04.2026 18:25 Uhr
Persönliche Fehlzeiten und Krankengeschichten von rund 600 Mitarbeitern sollen bei der VW-Konzerntochter Group Services in großen Konferenzen von Führungskräften besprochen worden sein. Der Konzern meldete den Vorfall selbst bei der Landesdatenschutzbehörde.
Zunächst berichtet hatte das Nachrichtenportal „Spiegel Online“. Demnach sollen Vorgesetzte in detaillierten Powerpoint-Präsentationen Details zu Krankheiten und persönliche Fehlzeiten einzelner, darin auch namentlich genannter Mitarbeiter diskutiert haben. Das aber ist ein Verstoß gegen den Datenschutz. Einige Betroffene haben laut „Spiegel“ angekündigt, gegen den Konzern zu klagen. Hintergrund soll laut dem Bericht ein hoher Krankenstand insbesondere in der Produktion gewesen sein.
Konzernbetriebsrat äußert sich
Dem Arbeitsgericht Braunschweig liegen nach NDR Informationen bislang keine entsprechenden Klageschriften vor. Der VW-Konzernbetriebsrat teilte auf NDR Anfrage mit: „Wir kennen das Thema und nehmen diesen Vorfall bei der Konzerntochter Group Services sehr ernst. Der Datenschutzverstoß ist intern festgestellt worden und ersten Erkenntnissen zufolge haben die Verantwortlichen umgehend alles Nötige in die Wege geleitet, um die Aufklärung selber anzustoßen.“ Diese Ergebnisse gelte es jetzt abzuwarten.
Betroffene sollten Erklärungen nicht hinterherlaufen müssen
„Unsere klare Erwartungshaltung ist, dass die Ausermittlung lückenlos geschieht und dass alles in die Wege geleitet wird, um solche Vorfälle zukünftig zu vermeiden“, heißt es weiter. Für Betroffene sei es wichtig, dass sie intern ausreichend Gehör fänden. Es dürfe nicht passieren, „dass zunächst Daten von jemandem unzulässigerweise in Umlauf geraten und derjenige dann den Erklärungen dazu hinterherlaufen muss.“
Volkswagen: Betroffene sollen transparent informiert werden
Die Volkswagen Group Services teilte mit, man habe den vorliegenden Datenschutzverstoß selbst festgestellt und unverzüglich reagiert. „Die erforderlichen internen Prozesse zur Klärung des Sachverhalts wurden umgehend angestoßen. Die zuständige Landesdatenschutzbehörde wurde frühzeitig und umfassend eingebunden“, hieß es weiter. Die betroffenen Mitarbeiter würden „transparent“ über den Sachverhalt informiert.

Ihnen wird unter anderem Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug vorgeworfen. Erstmals ist auch ein Zulieferer angeklagt.

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