
AUDIO: Wal-Rettungsaktion vor Poel soll am Freitag starten (1 Min)
Stand: 17.04.2026 09:29 Uhr
Eine private Initiative will den Buckelwal vor Poel lebend bergen und in die Nordsee transportieren. Mobilkräne, Schwimmpontons und Rohre wurden dafür gestern angeliefert. Das Tier soll heute per Luftkissen angehoben werden.
Das Wichtigste im Überblick:
09:29 Uhr
Aktion vom Umweltministerium lediglich geduldet
Vor Pressevertretern vor Ort machte Umweltminister Till Backhaus (SPD) noch einmal deutlich, dass diese Rettungsaktion geduldet wird, eine Genehmigung habe er dafür nicht erteilt. Zudem liege die Verantwortung voll und ganz bei den Initiatoren der Rettungsaktion, beobachtet werde aber alles durch Veterinäre des Landes. Er macht weiter deutlich: „Wenn dem Tier Schaden zugefügt wird, dann tragen die die Verantwortung und das kann gegebenenfalls auch zu weiteren Schritten führen.“
09:00 Uhr
Neues technisches Gerät in Kirchdorf eingetroffen

Am Hafen von Kirchdorf trifft neues Gerät ein.
Ein Konvoi aus mehreren Lastwagen hatte am Donnerstag Material in den kleinen Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel gebracht und aufgebaut. Auch heute Morgen kam neues Gerät an. Darunter auch ein Schlauchboot, das inzwischen ins Wasser gelassen wurde.
08:34 Uhr
Backhaus: „Wal in besserem Zustand, als wir vermutet haben“
In einem kurze Pressestatement vor Ort sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD): „Der aktuelle Stand ist: gestern hat es nochmal eine Annäherung gegeben und eine Begutachtung der Tierärzte des Projekts. Das wird von uns alles begleitet und es gibt Hinweise – worüber ich mich sehr freue: Der Wal ist doch in einem besseren Zustand, als andere es vermutet haben. Darüber freuen wir uns sehr.“
08:13 Uhr
Backhaus ist vor Ort

Backhaus beantwortete vor Ort Fragen der Pressevertreterinnen und -vertreter.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist heute Morgen wieder vor Ort und zeigte sich optimistisch. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass es diese Chance gibt, dass dieses Projekt erfolgreich sein wird. Diese Chance wollen wir nutzen“, sagte Backhaus. Der Minister betonte zugleich, dass diejenigen „in der Verantwortung sind“, die den Antrag für den Rettungsversuch gestellt hatten: „Wir werden diese ganzen Maßnahmen sehr genau begleiten, kontrollieren, überwachen.“
Es sei noch einmal abgestimmt worden, „welche Maßnahmen heute beginnen sollen“. Es gelte weiterhin, dass der Wal „ein schwer kranker Patient“ sei.
07:56 Uhr
Fahrt zum Wal

Fahrt zum Wal: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom LUNG und vom Veterinäramt besteigen ein Schlauchboot.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Veterinäramts und des Landesamts für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) machen sich mit einem Schlauchboot auf den Weg zum Wal. An Bord befindet sich nach NDR Informationen auch ein Veterinär des Landwirtschaftsministeriums.
07:13 Uhr
So soll der Wal freigespült werden

Rettungsaktion in der Ostsee: Mit diesem Gerät soll der Wal unterspült werden.
Mit diesem Gerät soll der Wal freigespült werden. Das Gerät wird an dem Bagger befestigt und soll Sand und Sediment absaugen. Ein dickes Rohr soll währenddessen Wasser absaugen. Die Pumpe schafft es, 400 Kubikmeter Sand pro Stunde wegzuspülen und wiegt vier bis fünf Tonnen.
06:51 Uhr
Zeitplan der Rettung nicht öffentlich

Die Polizei sichert den Bereich um den Wal ab.
Noch liegt Nebel über der Ostsee vor Poel. Wann die Rettungsaktion starten wird, ist unklar. Der genaue Zeitplan ist nicht öffentlich. Zunächst soll geguckt werden, in welchem Zustand die Haut am Bauch des Wals ist, auf dem er seit mehr als zwei Wochen liegt.
05:58 Uhr
Rettungsaktion soll bei Tagesanbruch starten
Die Arbeiten für die Rettung sollen mit dem ersten Tageslicht weitergehen. Zunächst soll der Schlick unter dem Wal weggespült und eine Plane unter ihm aufgespannt werden. Dafür sind gestern die Vorbereitungen getroffen worden. Dabei haben Tierärztinnen den Wal äußerlich untersucht. Er habe auf Ansprache reagiert.
05:51 Uhr
17 Tage vor Poel
Seit dem 31. März liegt der Buckelwal vor der Insel Poel im hüfttiefen Wasser. „Aus meiner Sicht hat der Wal eine Chance“, sagte Umweltminister Till Backhaus am Donnerstag. Der Wal zeige nach wie vor Aktivitäten. Ab und zu bewege er die Flossen. Er hebe den Kopf aus dem Wasser, atme regelmäßig und kommuniziere durch Rufe.
Video:
Wal vor Poel: Vorbereitungen für Rettungsversuch mit Luftkissen (4 Min)
Der Irrweg des Wals in der Ostsee
Am 3. März war der Wal erstmals im Hafen von Wismar gesichtet und mithilfe der Naturschutzorganisation Sea Shepherd mit Booten aus dem Hafenbecken geleitet worden. Am 23. März lag er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand. Nachdem für ihn eine Rinne ausgebaggert worden war, schwamm er sich am 27. März frei.
Am 28. März strandete er erneut in der Wismarer Bucht südlich der Insel Walfisch, kam zwischenzeitlich frei, lag anschließend jedoch bis zum 30. März wieder im flachen Wasser fest. In der Nacht zum 31. März setzte er sich abermals in Bewegung. Allerdings schwamm er nicht Richtung Westen, sondern nach Norden und blieb gegen 13 Uhr in der Kirchsee vor Poel liegen.