Was wird aus all den Menschen, die in Osteuropa in den Strudel der Geschichte geraten sind? Inwiefern beeinflussen Terror und Gewalterfahrung von damals die Demokratien von heute? Das sind Fragen, die den bulgarisch-österreichischen Schriftsteller Dimitré Dinev antreiben. Auch in seinem aktuellen, mit dem österreichischen Buchpreis ausgezeichneten Roman „Zeit der Mutigen“ begleitet er ein gewaltiges Ensemble an Figuren beim Versuch, irgendwie durchs 20. Jahrhundert zu kommen. Man trifft den 58-Jährigen in einem Wiener Café, in dem keine Laptops erlaubt sind. Das passt sehr gut, denn Dinev schreibt alles mit der Hand.