
AUDIO: NDR Info Nachrichten (5 Min)
Stand: 18.04.2026 00:00 Uhr
Bei der Lufthansa soll es statt Streiks wieder Gespräche geben: Nach fünf Streiktagen in Folge teilten die Gewerkschaften der Piloten und der Flugbegleiter am Freitag mit, „kurzfristig“ seien keine neuen Ausstände geplant.
Um Mitternacht endete der jüngste Streikaufruf der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Am Hamburger Flughafen fielen am Freitag 44 der geplanten Lufthansa-Flüge aus, wie auf der Webseite des Airports zu lesen war. In Hannover waren je acht Starts und Landungen abgesagt worden, in Bremen insgesamt 20 Flüge. Bundesweit waren es Hunderte Flüge, die erneut ausfielen. Seit Wochen streiken Pilotinnen und Piloten und Kabinenpersonal immer wieder bei der Lufthansa und ihren Tochterfirmen – in dieser Woche gab es von Montag bis Freitag sogar täglich Ausstände.
Vereinigung Cockpit: „Fokus liegt zunächst auf Gesprächen“
Am Freitagnachmittag teilten die Gewerkschaften VC sowie UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) jedoch mit, es gebe aktuell keine weiteren Streikbeschlüsse. „Wir warten jetzt ab, wie die Lufthansa reagiert,“ sagte UFO-Chef Joachim Vázquez Bürger der Nachrichtenagentur AFP. Und die VC-Tarifkommission schrieb an ihre Mitglieder: „Der Fokus liegt zunächst auf Gesprächen sowie auf der Klärung, ob und wie eine mögliche Schlichtung ausgestaltet werden kann.“ Beide Gewerkschaften schlossen neue Streiks für die Zeit danach aber nicht aus.

Wird ein Flug annulliert oder ist verspätet, haben Reisende Anspruch auf Ersatzbeförderung und teils auf Entschädigung.
Viele Flugausfälle beim „Streik-Marathon“
Die Pilotengewerkschaft hatte bereits zu Wochenbeginn die Lufthansa-Piloten zu einem zweitägigen Streik aufgerufen, am Montag zusätzlich die von Eurowings. Hunderte Flugausfälle waren die Folge. Auch am Mittwoch, als das Kabinenpersonal einen zweitägigen Warnstreik begonnen hatte, war es zu vielen Flugstreichungen und Verspätungen gekommen. Allein in Hamburg waren 20 Flüge von und nach Frankfurt am Main sowie 22 Flüge von und nach München gestrichen worden.
Bundesweit waren in den vergangenen Tagen Zehntausende Reisende von den Warnstreiks betroffen. Zum Auftakt des „Streik-Marathons“, der aber erst nach und nach bekannt gegeben worden war, hatten bereits am Freitag vor einer Woche die etwa 20.000 Flugbegleiterinnen und -begleiter bei der Lufthansa gestreikt.
Lufthansa kritisiert Forderungen als überzogen
Im Tarifstreit zwischen UFO und dem Unternehmen geht es vor allem um die Arbeitsbedingungen. Die Pilotengewerkschaft fordert Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge und kritisierte bislang fehlende Gesprächsbereitschaft der Lufthansa – ein erster Anlauf für eine Schlichtung war gescheitert.
Die Lufthansa hatte die Streiks als unverständlich kritisiert und die Forderungen der Beschäftigten als überzogen. Am Donnerstag teilte das Unternehmen dann mit, dass der Betrieb der Tochtergesellschaft Cityline eingestellt wird. Grund seien die gestiegenen Kosten für Kerosin und die Belastungen durch die derzeitigen Arbeitskämpfe.

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