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Schwere Kampfpanzer wie der deutsche Leopard, der russische T-90 oder der amerikanische Abrams spielen im Krieg in der Ukraine eine wichtige Rolle.
Schwere Kampfpanzer wie der deutsche Leopard, der russische T-90 oder der amerikanische Abrams spielen im Ukraine-Krieg eine zentrale Rolle, um die Beweglichkeit und Feuerkraft der Truppen zu sichern. Sie sind unverzichtbar, wenn es gilt, feindliche Linien zu durchbrechen und neues Terrain zu gewinnen. Hier ein kurzer Überblick über die bedeutendsten Panzer auf dem Schlachtfeld…
Schwere Kampfpanzer wie der deutsche Leopard, der russische T-90 oder der amerikanische Abrams spielen im Krieg in der Ukraine eine wichtige Rolle. © © IMAGO / News Licensing / SymbolbildStatischer Charakter des Krieges
Der Krieg „zeichnet sich durch relativ statische Frontlinien und regelmäßige Kämpfe aus, die wenig Bewegung erzeugen. Das Ziel besteht jedoch darin, durch kleine Vorstöße voranzukommen oder Bedingungen zu schaffen, um das [operative] Manöver auf dem Schlachtfeld wiederherzustellen“, so der ehemalige ukrainische Oberbefehlshaber, General Waleri Saluschnyj.
Eingeschränkte Nutzung der Panzer
In dieser festgefahrenen Lage können Kampfpanzer ihre Vorteile – Beweglichkeit und Feuerkraft – nur eingeschränkt nutzen. Minenfelder und gut befestigte Stellungen blockieren schnelle Vorstöße. Klassische Panzeroperationen, bei denen Panzerverbände durchbrechen und vorrücken, erweisen sich in der Ukraine als schwierig. Beide Seiten haben schon etliche ihrer Panzer eingebüßt. Laut dem unabhängigen Internetportal Oryx hat die Ukraine fast 1.400, Russland bald 4.400 Panzer verloren. Die offiziellen ukrainischen bzw. russischen Angaben liegen sogar deutlich höher.
Unverzichtbarkeit moderner Panzer
Trotz dieser Verluste bleiben Panzer nach Expertenmeinung unverzichtbar, um die Bewegungsfähigkeit auf dem Schlachtfeld zu gewährleisten. Deutschland, die USA, Großbritannien und andere Länder haben die Ukraine mit modernen Panzern beliefert, und Modelle wie der deutsche Leopard 2 und der amerikanische M1 Abrams spielen eine Schlüsselrolle an den Fronten. Der CDU-Verteidigungsexperte Roderich Kiesewetter sagte gegenüber DW: „Westliche Modelle schützen die Soldaten wesentlich besser und steigern damit die Kampfmoral. Zudem sind sie technisch den sowjetischen Modellen weit überlegen.“
Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick
Fotostrecke ansehenÜberblick über Kampfpanzer im ukrainischen Einsatz
Die Ukraine setzt auf verschiedene Panzermodelle aus eigenen Beständen ebenso wie aus Lieferungen von Unterstützerländern. Hier folgt ein Überblick über die wichtigsten Kampfpanzer, die bei den ukrainischen Streitkräften aktuell zum Einsatz kommen.
Leopard 1: unter den besten Kampfpanzern der Welt
Die Leopard-Panzer gelten als einige der besten Kampfpanzer der Welt. Leopard-Panzer wurden unter anderem aus Deutschland, Finnland und Polen an die Ukraine geliefert. Der moderne Leopard 2 ist das Hauptwaffensystem der Panzertruppe der Bundeswehr. Aber auch das Vorgängermodell Leopard 1 ist noch in vielen Ländern im Einsatz.
Die Leopard-Panzer sind Teil der NATO-Streitkräfte und wurden in verschiedenen Konflikten weltweit eingesetzt. Sie sind für ihre hohe Mobilität, Feuerkraft und Schutzfähigkeiten bekannt.
Challenger 2: britischer Hauptkampfpanzer mit Tee-Kocher
Der Challenger 2 ist ein britischer Hauptkampfpanzer, der seit den 1990er-Jahren im Einsatz ist. Er wurde von Vickers Defence Systems (heute BAE Systems) entwickelt und ist der Nachfolger des Challenger 1. Der Challenger 2 gilt als einer der am besten geschützten Kampfpanzer der Welt.
Das liegt an seiner Chobham-Panzerung, die aus mehreren Schichten verschiedener Materialien besteht und außergewöhnlichen Schutz gegen panzerbrechende Geschosse und Raketen bietet. Diese Panzerung hat sich in zahlreichen Einsätzen, darunter im Irakkrieg, als äußerst widerstandsfähig erwiesen.
Um die Reichweite zu erhöhen, wird der Challenger 2 serienmäßig mit zwei 200-Liter-Treibstofffässern am Heck ausgestattet – allerdings können diese Fässer ein bevorzugtes Angriffsziel darstellen. Zusätzlich bietet der Panzer einen integrierten Wasserkocher, der es der Besatzung ermöglicht, Tee oder Verpflegung zuzubereiten.
Stridsvagn 122: schwedischer „Leopard“
Hinter den modernen schwedischen „Stridsvagn“ („Kampfpanzer“) verbirgt sich ein deutscher Export, denn die Stridsvagn-Familie umfasst mit den Modellen 121 und 122 schwedische Versionen des deutschen Leopard 2. Der Stridsvagn 122 ist beispielsweise ein deutlich verbesserter Leopard 2A5.
Abrams Kampfpanzer – Der US-Hauptkampfpanzer
Der M1A1 Abrams ist ein amerikanischer Hauptkampfpanzer, der seit den späten 1970er Jahren im Dienst steht. Er wurde benannt nach General Creighton Abrams, einem ehemaligen Armeechef und Kommandeur amerikanischer Streitkräfte im Vietnamkrieg. Der Panzer ist bekannt für seine starke Panzerung, seine leistungsstarke Bewaffnung und seine fortgeschrittene Technologie.
Der Abrams wird hauptsächlich von den Streitkräften der Vereinigten Staaten eingesetzt, aber auch von mehreren anderen Ländern weltweit, darunter die Ukraine. Wegen seiner relativen Geräuscharmut, mit der er sich bewegen kann, trägt er den Spitznamen „Whispering Death“ – flüsternder Tod.
Abrams Kampfpanzer – Rückgrat der US-Panzerstreitkräfte
Es gibt verschiedene Versionen des Abrams, darunter den M1, M1A1 und M1A2, wobei der M1A2 die neueste und fortschrittlichste Variante ist. Diese Panzer verfügen über ein 120-mm-Glattrohrkanone als Hauptbewaffnung sowie über Maschinengewehre und ein fortschrittliches Feuerleitsystem. Der Abrams ist auch mit moderner Schutztechnologie ausgestattet, einschließlich Verbundpanzerung und, in neueren Modellen, Systemen zur aktiven Schutzmaßnahme, die es ermöglichen, ankommende Bedrohungen wie Raketen und Panzerabwehrraketen zu erkennen und zu neutralisieren. Der Panzer hat sich als das Rückgrat der gepanzerten Streitkräfte der USA etabliert.
T-64: Sowjetischer Kampfpanzer
Dieser Hauptkampfpanzer sowjetischer Herkunft wurde hauptsächlich von der Sowjetarmee und später von der ukrainischen Armee eingesetzt. Im Laufe der Jahre wurde der Panzer mehrfach modernisiert, um mit den fortschreitenden militärischen Technologien Schritt zu halten, was zu verschiedenen Varianten mit Verbesserungen in Bewaffnung, Schutz und Elektronik führte. Diese Modernisierungen sorgten dafür, dass der T-64 auch Jahrzehnte nach seiner Einführung in den 1960er Jahren relevant blieb.
T-72: Weit verbreiteter Hauptkampfpanzer
Der T-72 ist ein sowjetisch konstruierter Hauptkampfpanzer, der in den 1960er und frühen 1970er Jahren entwickelt wurde. Er ist einer der am weitesten verbreiteten Panzer der Welt und wurde von zahlreichen Ländern, darunter auch der Ukraine, eingesetzt. Der T-72 ist typischerweise mit einer 125-mm-Glattrohrkanone ausgestattet, die in der Lage ist, eine Vielzahl von Munitionsarten abzufeuern, einschließlich panzerbrechender und hochexplosiver Munition.
Doch der T-72 hat sich auch den Ruf eines „stählernen Sargs“ erworben. Die Besatzung sitzt direkt auf dem Munitionsvorrat, was bei einem Treffer zu einer verheerenden Explosion führen kann, die häufig den gesamten Turm abreißt. Frontberichte zeigen, dass der T-72 durch seine veraltete Technik oft große Instandhaltungsprobleme verursacht. Viele leicht beschädigte Panzer werden daher als Ersatzteillager verwendet.
T-80: Gasturbine als Antrieb
Der T-80 ist ein ursprünglich sowjetischer Kampfpanzer, der in den späten 1970er-Jahren entwickelt wurde und sich durch den Einsatz eines leistungsstarken Gasturbinentriebwerks auszeichnet. Dieses Triebwerk verleiht dem Panzer eine außergewöhnliche Beschleunigung und Mobilität, was ihn auf dem Schlachtfeld zu einem besonders schnellen und wendigen Fahrzeug macht. Im Vergleich zu älteren Modellen wie dem T-72 ist der T-80 jedoch wartungsintensiver und verbraucht deutlich mehr Kraftstoff.
Ausgestattet ist der T-80 mit einer 125-mm-Glattrohrkanone, die in der Lage ist, verschiedene Munitionsarten, darunter panzerbrechende und hochexplosive Geschosse, abzufeuern. Die Panzerung des T-80 wurde im Laufe der Zeit mehrfach modernisiert, wobei moderne Varianten wie der T-80U über Reaktivpanzerung verfügen, um den Schutz vor panzerbrechenden Waffen weiter zu erhöhen.
Der T-80 ist der letzte Kampfpanzer, der noch in der Sowjetunion entworfen und vor deren Zusammenbruch in größerer Anzahl produziert wurde. Der ukrainische T-84 stellt eine Weiterentwicklung dieses Modells dar.
T-84: ukrainische Eigenentwicklung
Der T-84 ist ein ukrainischer Kampfpanzer, der auf dem sowjetischen T-80 basiert, jedoch umfassend modernisiert und weiterentwickelt wurde. Er wurde in den 1990er-Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion entworfen und ist das wichtigste Panzerfahrzeug der ukrainischen Streitkräfte. Der T-84 verfügt über eine Reihe technischer Verbesserungen gegenüber dem T-80, insbesondere im Bereich der Elektronik, Panzerung und Feuerkraft.
Ein besonderes Merkmal des T-84 ist seine Ausstattung für extreme Einsatzbedingungen. Für den Einsatz in heißem Klima ist er mit einer Klimaanlage ausgerüstet, und der Betriebstemperaturbereich wird mit −40 °C bis 55 °C angegeben, was ihn besonders vielseitig einsetzbar macht.
T-90: Hauptkampfpanzer der russischen Armee
Der T-90 ist ein moderner russischer Hauptkampfpanzer, der in den frühen 1990er-Jahren entwickelt wurde und auf den Designs des T-72 basiert. Er wurde entwickelt, um die Schwächen früherer sowjetischer Panzer wie des T-72 und T-80 zu beheben und gleichzeitig den technologischen Anforderungen moderner Kriegsführung gerecht zu werden. Der T-90 ist derzeit einer der Hauptkampfpanzer der russischen Armee und wird auch von mehreren anderen Ländern eingesetzt.
Der T-90 ist mit einer 125-mm-Glattrohrkanone ausgestattet, die sowohl panzerbrechende als auch hochexplosive Munition verschießen kann. Zusätzlich verfügt er über ein automatisches Ladesystem, das die Besatzung auf drei Mann reduziert: Kommandant, Richtschütze und Fahrer. Einer der größten Fortschritte des T-90 ist seine reaktive Panzerung sowie das Shtora-1 Schutzsystem, das gegen gelenkte Panzerabwehrraketen eingesetzt wird.
T-90: Auch für den Export gedacht
Während Russland seine T-90S-Panzer auf internationalen Messen wie der IDEX 2025 in Abu Dhabi anpreist, bleibt der Preis pro Fahrzeug ein gut gehütetes Geheimnis. Dennoch lassen jüngste Rüstungsdeals Rückschlüsse zu: So unterzeichneten 15 Nationen seit Anfang 2025 Waffenverträge mit Russland im Gesamtwert von 4,5 Milliarden US-Dollar. Diese Summe deutet darauf hin, dass der Stückpreis für den T-90S in einem ähnlichen Rahmen wie bei früheren Exportverträgen liegen könnte. Experten zufolge dürfte der Preis zwischen 2,5 und 3,5 Millionen US-Dollar pro Stück liegen.
Die Ukraine besaß selbst keine T-90, hat aber Berichten zufolge mehrere T-90-Panzer von Russland erbeutet und setzt diese nun gegen die russischen Streitkräfte ein. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.)