Der ukrainische Schriftsteller und Übersetzer Juri Andruchowytsch ist Preisträger des Internationalen Stefan-Heym-Preises 2026. Nach Angaben der Stadt Chemnitz würdigt das Kuratorium des Preises mit der Auszeichnung sein literarisches und publizistisches Schaffen, seinen Einsatz für europäische Völkerverständigung und sein Einmischen in öffentliche Debatten.
Freude über Auszeichnung mit Stefan-Heym-Preis
Im Gespräch mit MDR KULTUR zeigte sich Juri Andruchowytsch erfreut über die Auszeichnung. Ihm gefalle das Wort „Einmischung“, das man eigentlich eher im negativen Sinne verwende. Hier sei es aber im positivsten Sinne verwendet, so Andruchowytsch. In einer Reihe mit früheren Preisträgern wie Amos Oz oder Jenny Erpenbeck zu stehen, bezeichnete er als „hohe Ehre“.
Mit Blick auf Europa sagte Andruchowytsch, die Europäische Union sei seiner Meinung nach ein positives, produktives Projekt. Die Tatsache, dass die Ukraine schon vor vier Jahren eine Kandidatur zu dieser Union bekommen habe, sei eine positive Veränderung in der Geschichte des Landes: „Ich denke, die EU-Länder und die Ukraine werden immer näher miteinander zusammenarbeiten und leben“, so Andruchowytsch.
Preisverleihung auch im Zeichen des Ukraine-Krieges
Juri Andruchowytsch erhält den Preis bei einem Festakt am 18. April in Chemnitz. Im Gespräch mit MDR KULTUR kündigte der Schriftsteller an, bei der Preisverleihung auch auf den Krieg in der Ukraine einzugehen: „Dann ist der 1515. Tag des Krieges. Und ich denke, es ist wichtig, diese Tage zu zählen und der zahlreichen Opfer dieser Aggressionen zu gedenken.“
Es ist der 1515. Tag des Krieges. Ich denke, es ist wichtig, diese Tage zu zählen und der Opfer zu gedenken.
Juri Andruchowytsch
Der Stefan-Heym-Preis wird alle drei Jahre verliehen und ist mit 20.000 Euro dotiert. Mit dem Preis sollen zeitkritische und couragierte Persönlichkeiten gewürdigt werden, die wie Stefan Heym als Schriftsteller herausragende und nachhaltig wirkende Leistungen erbracht haben.