Der stahlblaue, wolkenfreie Himmel über dem Kölner Heumarkt macht am Samstagmittag wohl die beste Werbung für eine Energiewende. Als würde die Sonne zeigen wollen, was sie kann. Und viele Menschen zeigen, dass ihnen die erneuerbaren Energieträger eine Herzensangelegenheit sind.
Ob kleine Kinder mit selbstgemachten Transparenten, ältere grauhaarige Damen oder sommerlich gekleidete Pärchen. Das Bild auf dem Heumarkt ist bunt, und der Zuspruch überrascht die Organisatoren im Positiven.
Hohe Abhängigkeit von fossiler Energie
Das unerwartet hohe Interesse zeigt nach Auffassung der Organisatoren, dass die Klimapolitik trotz oder gerade wegen der instabilen Weltlage im Fokus der Menschen steht. Der Irankrieg, sagen viele der Teilnehmenden, mache die zu hohe Abhängigkeit von fossiler Energie deutlich. In den Redebeiträgen wird immer wieder gefordert, jetzt den Ausbau von Wind-und Solarenergie entschieden voranzutreiben.
Interesse an Ökostrom wächst
Gar nicht gut kommt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) weg. Ihr werden zu enge Verbindungen zur Gas- und Energiewirtschaft nachgesagt. „Was macht Frau Reiche eigentlich beruflich?“, heißt es zum Beispiel auf einem Transparent. Auch der Tankrabatt stößt nicht auf Zustimmung. Den Profit würden die Mineralölkonzerne einstreichen, heißt es in Köln von vielen. Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Katharina Dröge, sieht in der Krise auch Positives. Die hohen Energiepreise würden das Interesse an Ökostrom befeuern, so die Kölnerin.