Schaden Abo-Dienste wie der Xbox Game Pass den Verkaufszahlen oder kurbeln sie diese sogar an? Während die Branche hitzig über das Modell diskutiert, vertritt Guy Richards, Global Director von ID@Xbox, eine klare – und für viele überraschende – Position.

Seit seiner Einführung sorgt der Xbox Game Pass für hitzige Diskussionen: Während Vielspieler ständig mit Nachschub versorgt werden, ohne jedes Mal tief in die Tasche greifen zu müssen, und der Dienst vor allem für kleinere Studios ein echter Lebensretter sein kann, hagelt es auch regelmäßig Kritik.

Der wohl größte Streitpunkt bleibt die Nachhaltigkeit des Modells sowie die befürchtete Kannibalisierung der Verkäufe. Die Sorge vieler Kritiker: Wer ein Spiel im Abo spielt, kauft es nicht mehr zum Vollpreis. 

Doch ID@Xbox-Chef Guy Richards sieht das gänzlich anders. Seiner Meinung nach reduziert der Game Pass die Verkaufszahlen keineswegs, sondern kurbelt sie an – und das sogar plattformübergreifend.

Sichtbarkeit als Schlüssel zum Erfolg

Wie Richards kürzlich während eines Panels auf dem London Games Festival (via WindowsCentral) erklärte, kannibalisiere der Game Pass keine Verkäufe, sondern wirke stattdessen wie ein Marketing-Verstärker. 

Und gerade in der heutigen Zeit, in der viele Entwickler angesichts der Flut an Neuveröffentlichungen mit massiven Sichtbarkeitsproblemen kämpfen, könnte das ein entscheidender Vorteil sein.

Denn durch die schiere Masse an Abonnenten, die ohne zusätzliche Kosten in einen Titel hineinschnuppern können, entstehe eine Dynamik, die weit über das Xbox-Ökosystem hinausreicht.

Dazu führte der Global Director von ID@Xbox aus: „Einer der großen Vorteile eines Day-One-Releases im Game Pass ist die damit verbundene Entdeckungschance. Es gibt Millionen von Spielern, die das Spiel ab dem Startmoment spielen können, und das kann wirklich einen viralen Schneeballeffekt rund um deinen Launch erzeugen.“

Positive Auswirkungen auch auf andere Plattformen

Eine Aussage, die besonders für PlayStation-Spieler und Multiplattform-Entwickler überraschend sein dürfte. Schließlich mache der „Hype“ laut Richards nicht an den Grenzen der Xbox-Konsole halt. Seiner Ansicht nach profitiere sogar der gesamte Markt davon, sobald ein Spiel durch den Game Pass zum großen Gesprächsthema wird.

„Es bedeutet, dass mehr Spieler mit ihren Freunden über das Spiel sprechen. Mehr Leute kaufen oder spielen das Spiel innerhalb der Xbox-Plattform“, so Richards weiter. „Aber wir sehen typischerweise auch, dass Spiele, die am ersten Tag im Game Pass erscheinen, tendenziell auch auf anderen Plattformen sehr gut abschneiden.“

Trotz des Optimismus von Richards steht der Game Pass aktuell jedoch so stark am Pranger wie nie zuvor – vor allem nach den jüngsten Preiserhöhungen im vergangenen Januar. Berichten zufolge soll mittlerweile sogar die neue Xbox-Chefin Asha Sharma intern zugegeben haben, dass der Abo-Dienst schlichtweg „zu teuer für die Spieler“ geworden ist.

Aus diesem Grund suche Microsoft derzeit nach Möglichkeiten, ein „besseres Preis-Leistungs-Verhältnis“ zu schaffen. Was das konkret bedeutet, bleibt abzuwarten. Doch Analysten brachten zuletzt immer wieder eine Option ins Spiel: eine deutlich günstigere Mitgliedschaft, die durch Werbung finanziert wird.

Startseite
Im Forum diskutieren

Bei Links zu Amazon, Media Markt, Saturn und einigen anderen Händlern handelt es sich in der Regel um Affiliate-Links. Bei einem Einkauf erhalten wir eine kleine Provision, mit der wir die kostenlos nutzbare Seite finanzieren können. Ihr habt dabei keine Nachteile.