Bei Obstbau Rüdiger in Dresden-Hosterwitz werden auch dieses Jahr wieder Wassermelonen angebaut. Die ersten 5.000 Pflanzen stehen schon im Gewächshaus. Doch wie ist die Idee eigentlich entstanden, in Dresden Wassermelonen anzubauen?

Freundin bringt Ostbauern auf Idee

„2016 war ich mit meiner Freundin in Rumänien im Urlaub. Da waren wir auch in Siebenbürgen, wo Wassermelonen angebaut werden. Meine Freundin isst selbst gern Wassermelonen und da hat sie gesagt: Probiere es doch mal aus“, erinnert sich der Inhaber des Dresdner Obstbaubetriebs, Robert Rüdiger. Er habe das Vorhaben wenig später umgesetzt und die Produktion Stück für Stück erweitert, sagt der 42-Jährige.

Anfang April hat er zusammen mit seinem Team auch in diesem Jahr den Melonensamen in den Boden gebracht. „Aktuell pikieren wir die Aussaat. Das heißt, wir nehmen sie aus der Schale raus und setzen sie in einen Topf, wo die einzelnen Pflanzen mehr Platz haben.“

Mitte Mai geht es raus aufs Feld

Zunächst blieben sie im Gewächshaus. Raus aufs Feld könnten sie frühestens Mitte Mai. „Wenn es dann hoffentlich nicht mehr kalt wird, bereiten wir den Acker vor, ziehen die Folien und fangen an zu pflanzen“, sagt Rüdiger.

Krähen stürzen sich auf die Melonen

Ein Selbstläufer ist der Melonenanbau danach aber auch nicht. Vor allem ein Tier macht dem Obstbauern besonders zu schaffen. „Die größte Herausforderung sind bei uns die Krähen. Die Krähen hacken die Melonenpflanzen wieder raus, nachdem sie gepflanzt wurden. Die wissen komischerweise auch, wann die Melonen reif sind und hacken sie an. Da müssen wir immer schneller sein als die Krähen“, sagt Rüdiger.

Klopfen, ob die Melone reif ist

Die Ernte ist ebenfalls alles andere als unkompliziert. „Die Ernte gestaltet sich schwierig, weil es schwer ist herauszufinden, ob die Melone die richtige Reife hat.“ So müsse die Auflagefläche gelb sein und wenn man klopft, müsse es ein bisschen vibrieren. „Allerdings liegt die Melone immer an verschiedenen Orten. Wenn sich zum Beispiel ein kleiner Stein darunter befindet, klingt es ein bisschen anders.“

Pro Jahr erntet der Betrieb nach eigenen Angaben mehr als 80 Tonnen Melonen. Allerdings hat er die Zahl der Pflanzen zuletzt verringert, weil nicht so viel Wasser zur Verfügung steht. „Wir wollen das jetzt optimaler gestalten, mehr ernten von weniger Pflanzen“, sagt Robert Rüdiger, dessen Kunden aus der Region, aber auch aus Berlin und Leipzig kommen.