Zu sehen ist in der Gedenkstätte Ahlem eine Wand mit der Aufschrift "Wand der Namen", davor liegen Blumenkränze.

Stand: 20.04.2026 19:10 Uhr

Nach einem erneuten Angriff auf die KZ-Gedenkstätte Hannover-Ahlem sucht die Polizei Zeugen. Der Staatsschutz ermittelt. Niedersachsens Antisemitismus-Beauftragter Gerhard Wegner ist bestürzt.

Als „nicht hinnehmbar“ bezeichnete Wegner den jüngsten Vorfall. „Wenn Gedenkorte, wie jetzt in Ahlem geschehen, mit israelfeindlichen Parolen geschändet werden, ist das Antisemitismus“, stellte er in einer Mitteilung von Montag klar. Antisemitische Taten müssten als solche benannt werden. Eine Passantin hatte am Freitagmorgen festgestellt, dass unter anderem Stelen und Gedenkplatten beschmiert worden waren, auf denen Opfer-Namen stehen. Auch einige niedergelegte Kränze wurden zerstört.

Gedenkstätte Ahlem bereits mehrfach beschädigt

Wegner rief dazu auf, jede Form von Judenhass entschlossen zu bekämpfen. Die Lage sei ernst. Er sorge sich darum, „dass in Zukunft auch Personen zu Schaden kommen“, so der Antisemitismus-Beauftragte. Die Gedenkstätte Ahlem war schon mehrfach das Ziel von Vandalismus. In den vergangenen zwei Jahren wurde sie viermal beschädigt. Im Herbst 2025 wurde ein 26-Jähriger Rechtsextremist verurteilt, nachdem er anlässlich des Holocaust-Gedenktages niedergelegte Kränze zerstört hatte.

Nach dem Angriff auf die Gedenkstätte Ahlem steht ein Angeklagter vor dem Amtsgericht Hannover

Der Mann räumte die Vorwürfe gegen ihn vor dem Amtsgericht Hannover ein. Er erhält zwei Jahre Haft auf Bewährung.

"Wand der Namen" in der Gedenkstätte Ahlem, davor liegen Blumenkränze.

Unter anderem wurden Stelen und Gedenkplatten beschmiert. Hannovers Oberbürgermeister Onay verurteilte den Angriff.

Ein Mann trägt eine Kippa, im Hintergrund leuchtet ein Chanukka-Leuchter.

Die Taten im Jahr 2024 sind um 86 Prozent gestiegen – auf insgesamt 650 Fälle. Am häufigsten ist israelbezogener Antisemitismus.

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