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Die Polizei hält ein Fan-Traube vor der Allianz Arena in Schach. © Thomas Gaulke
Es hätte ein Tag der puren Party sein können: der Sonntag, als sich die Fußballer des FC Bayern die Meisterschaft 2026 sicherten. Angereiste Fans des VfB Stuttgart zettelten aber vor dem Bundesliga-Spiel eine Massenschlägerei an. Am Ende fanden sich 500 Fans in Polizei-Gewahrsam wieder.
München – Eigentlich hätte das Bundesliga-Duell zwischen dem FC Bayern und dem VfB Stuttgart das Ereignis des Tages sein sollen. Beide Mannschaften trafen am Sonntag (19. April), kurz vor Saisonende, in der Allianz Arena aufeinander. Rund 300 Polizeibeamte waren im Einsatz, um während des Spiels für Sicherheit zu sorgen. Und wurden schon vor Spielbeginn enorm gefordert: Zwei Stunden vor Anpfiff kamen rund 500 VfB-Fans – teils aus der Ultra-Szene – am U-Bahnhof Fröttmaning an. Die Gruppe stürmte nach Angaben von Polizeisprecher Christian Drexler direkt los – aber nicht etwa Richtung Stadion. Stattdessen steuerten die gewaltbereiten und teils vermummten Randalierer einen Parkplatz in Stadionnähe an, wo sie auf rund 500 Bayern-Fans trafen.
Aufgeheizte Stimmung und wilde Szenen vor der Allianz Arena. © dpa
Beide Lager gingen aufeinander los, woraufhin die Beamten einschritten. Angesichts der 1000 Fans waren die Polizisten mit 300 Kräften allerdings deutlich in der Unterzahl. Die Beamten setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um die Schläger voneinander zu trennen. Acht Polizisten wurden bei dem Gemenge verletzt. Ein Polizist sei ins Gesicht geschlagen worden, ein anderer bekam eine Pylone an den Kopf. Wie viele Fans verletzt wurden, war zunächst unklar.
Vor Bayern-Spiel: Massenschlägerei zwischen Fans in München – Bilder zeigen Großeinsatz der Polizei
Fotostrecke ansehenMit dem Bus ins Polizeipräsidium
Nachdem die Beamten die beiden Gruppen getrennt hatten, kamen rund 500 VfB-Randalierer in Gewahrsam. Etwa 350 Personen wurden mit Bussen ins Polizeipräsidium in der Innenstadt gebracht. Die restlichen 150 wurden vor Ort festgehalten, bis das Spiel vorüber war. Aus Kapazitätsgründen konnten die Beamten nur eine Gruppierung festhalten, erklärte Drexler. Dabei fiel die Wahl auf die zur Prügelei angereisten Stuttgarter. „So ein Verhalten dulden wir hier in München nicht“, machte der Polizeisprecher deutlich. Das Kommissariat 23 ermittelt nun – auch zu möglichen Vergehen der beteiligten Bayern-Ultras.
Ein Teil der Fans kam ins Polizeipräsidium an der Ettstraße. © Yannick Thedens
Vor Ort fanden die Beamten nach der Schlägerei allerlei Material: über 50 Gebiss- und Zahnschutze und Vermummungsutensilien, darunter Schlauchschals, Masken und Handschuhe. Im Raum stand die Frage, ob das Aufeinandertreffen geplant gewesen sei. Nach Informationen unserer Zeitung war das zumindest vonseiten der Bayern-Ultras nicht der Fall.
Dass die beiden Ultra-Lager aufeinandertrafen, lag in einem Fehler in der Logistik begründet, hörte man. Die Gäste-Fans stiegen nicht wie üblich am Gästeparkhaus aus, sondern reisten mit der U-Bahn an – und hatten ungesicherten Zugang zur Esplanade. Ungewöhnlich, denn üblicherweise reisen Ultras mit Bussen an. So aber traf man am Fuße der Esplanade aufeinander – dort, wo sich die Bayern-Ultras vor Heimspielen immer aufhalten. Die Dinge nahmen ihren Lauf – ein Lager greift an, das andere wehrt sich.
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Polizei schaltet Upload-Portal frei
Der FC Bayern äußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorfällen. Auch an der Säbener Straße aber war der Vorfall am Montag freilich ein Thema. Die Aufklärung lief auf Hochtouren, vor allem die Direktion Fan- und Fanclubbetreuung war in diversen Telefonaten und Meetings mit der höchst unangenehmen Thematik befasst.
Die Polizei bittet indes Zeugen des Vorfalls um ihre Mithilfe. Die Beamten haben ein Upload-Portal im Netz eingerichtet – unter medienupload-portal01.polizei.bayern.de können Fotos und Videos im Kontext der Schlägerei eingereicht werden. Der Aufruf richtet sich auch an Autofahrer, die möglicherweise über Dashcam-Aufnahmen verfügen.