
AUDIO: Nachrichten 15:00 Uhr – 22.04.2026 (4 Min)
Stand: 22.04.2026 17:56 Uhr
Bundesverteidigungsminister Pistorius und sein indischer Amtskollege Singh sind bei der Kieler Werft TKMS zu Besuch gewesen. Dabei geht um einen wichtigen Deal: nämlich um mögliche U-Boote für Indien.
Am Mittwochnachmittag ist Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Kiel gewesen. Zusammen mit dem indischen Verteidigungsminister Rajnath Singh, der im Rahmen einer Deutschlandreise zu Gast ist, besuchte er die Werft TKMS. Im Fokus steht ein möglicher Großauftrag: Denn in Kiel werden U-Boote entwickelt und entscheidende Teile der Technik gefertigt. TKMS gilt dabei deshalb als Favorit für den Bau von sechs neuen U-Booten für die indische Marine.
Milliarden-Deal für TKMS in Aussicht

Die indische Delegation um Verteidigungsminister Rajnath Singh bekam am Mittwoch Einblicke in die U-Boot-Fertigung bei TKMS.
Nach übereinstimmenden Berichten aus Branchen- und Regierungskreisen soll der Auftrag ein Gesamtvolumen von gut acht Milliarden Euro haben. Verträge könnten schon Anfang Mai unterschrieben werden. Teile der Produktion sollen dabei in Indien stattfinden – ein großer Anteil der Wertschöpfung und die technische Führung bleiben allerdings in Schleswig-Holstein, heißt es.
Kooperation mit Indien stärken
Der mögliche Deal wäre auch geopolitisch relevant: Indien zählt weltweit zu den größten Waffenimporteuren und orientiert sich zunehmend Richtung Westen. Deutschland könnte dabei eine wichtige Rolle spielen. Kiel würde als Standort im U-Boot-Bau weiter an Bedeutung gewinnen.
Video:
U-Boote für Indien: „Deal hätte strategische Bedeutung“ (3 Min)
Bereits im Januar war Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Indien zu Besuch. Auch dort ging es um mögliche Rüstungsaufträge der indischen Marine.

Der Bundeskanzler will bei seinem Besuch mehrere Abkommen mit der indischen Regierung unterschreiben.

Nach NDR Informationen steht der Abschluss eines Vorvertrages zwischen der Kieler Werft und dem Bund unmittelbar bevor.

Entscheidung über Fusion mit Werft-Nachbar German Naval Yards steht bevor. Produktion am Standort Wismar soll 2026 starten.

TKMS ist ab sofort abgespalten vom Mutterkonzern an der Börse unterwegs – und das sehr erfolgreich.
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