Bielefeld. Gewalt gegen Kinder ist ein weit verbreitetes Problem, das oft im engsten Familienkreis stattfindet. Viele Väter wollen der Gewalt ein Ende setzen, finden dafür aber alleine nicht den richtigen Weg.
Das Gruppenprogramm „Überforderte Väter“ der Männerberatungsstelle „man-o-mann“ richtet sich an gewaltausübende Väter und solche, die befürchten, gewalttätig zu werden. Ziel des Trainings (Reflexion, Beratung und Übung) ist es, erneute Gewalt zu verhindern, alternative Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln, die eigenen Erziehungsfähigkeiten zu stärken und zukünftig eine fürsorgliche Vaterschaft zu ermöglichen. Nach dem Auftakt des erfolgreichen Pilotprojekts (die NW berichtete unter „Wenn Väter ihre Kinder schlagen“) startet am 20. Mai der zweite Kurs der Beratungsstelle. Das Training beginnt nach einem Vorgespräch und beinhaltet 20 Gruppensitzungen.
Alles zum Pilotprojekt: Wenn Väter ihre Kinder schlagen: Bielefelder bietet Anti-Gewalt-Training
Der erfahrene Sozialpädagoge und Männerberater Helge Rettig berichtet: „Mit klassischen Erziehungshilfen komme ich bei manchen Vätern nicht an den Kern des Problems.“ Viele hätten früher selbst gelernt, dass es für einen Mann keine Ausflüchte geben dürfe („Ein Indianer kennt keinen Schmerz“).
Vorgelebte patriarchalische Denkmuster ablegen
Viele dieser Väter seien selbst Opfer von Gewalt geworden, sagt Rettig. Viele hätten in ihrer Kindheit patriarchalische Denkmuster vorgelebt bekommen und zum Schutz vor Ärger hätten sie diese auch zu bedienen gelernt. Diese Muster nicht mehr zu bedienen, ist ein großes Ziel des Trainings.
Anmeldungen und weitere Informationen bei Helge Rettig unter Tel. 0178 5597787 oder per Mail unter helge.rettig@man-o-mann.de
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