229.000 Unterschriften gegen einen Konzern — das ist kein Randphänomen. In Großbritannien wächst der Widerstand gegen Palantirs Regierungsverträge, und der Druck könnte den europäischen Umsatz des Unternehmens ernsthaft gefährden.
NHS-Vertrag im Kreuzfeuer
Im Mittelpunkt steht ein 330-Millionen-Pfund-Vertrag mit dem National Health Service. Kritiker werfen Palantir vor, sensible Gesundheitsdaten zu verarbeiten und gleichzeitig in internationale Überwachungs- und Rüstungsprojekte verwickelt zu sein. Die Kampagnenorganisation 38 Degrees meldete am 24. April, dass die Petition mittlerweile über 229.000 Unterschriften gesammelt hat. Insgesamt stehen Verträge im Wert von rund 600 Millionen Pfund zur Debatte — mit dem Verteidigungsministerium und mehreren Polizeibehörden.
Das Unternehmen hält dagegen: Die Technologie steigere Effizienz und schütze öffentliche Infrastruktur. Politisch zieht das Argument bisher wenig.
Institutionelle Investoren und Insider verkaufen
Parallel zum öffentlichen Druck haben mehrere institutionelle Anleger ihre Positionen reduziert. Das Arizona State Retirement System verkaufte rund 20.900 Aktien und hält nun 640.375 Anteile. Cadinha & Co. LLC ging noch weiter: Das Unternehmen trennte sich von über 54 Prozent seiner Beteiligung.
Hinzu kommt Insider-Verkauf in erheblichem Umfang. Führungskräfte wie Shyam Sankar und Stephen Cohen haben in den vergangenen 90 Tagen zusammen mehr als eine Million Aktien abgestoßen — im Wert von rund 137 Millionen Dollar.
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US-Geschäft als Gegengewicht
Während Europa zum Problem wird, läuft das US-Bundesgeschäft auf Hochtouren. Am 22. April unterzeichnete das US-Landwirtschaftsministerium einen Rahmenvertrag über 300 Millionen Dollar. Die Vereinbarung soll die Initiative „One Farmer, One File“ unterstützen und Agrarprogramme vor Betrug und ausländischer Einflussnahme schützen.
Das ist kein Einzelfall. Der Vertrag baut auf der bestehenden Landmark-Plattform auf, über die bereits ein milliardenschweres Förderprogramm für Landwirte abgewickelt wurde.
Kurs unter Druck, Quartalszahlen rücken näher
Die Aktie notiert aktuell bei rund 122 Euro — rund 32 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom November 2025. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 15 Prozent. Einige Analysten sehen in den aktuellen Geldfluss-Indikatoren erste Anzeichen einer Stabilisierung.
Den nächsten harten Test liefern die Quartalszahlen am 5. Mai 2026. Entscheidend wird sein, ob das US-Geschäft — das im Vorquartal beim kommerziellen Umsatz um 137 Prozent zulegte — die politischen Risiken in Europa weiter kompensieren kann. Die Zahlen werden zeigen, wie belastbar dieses Modell wirklich ist.
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