Es war ein kleines Schmuckstück, das über Jahre im Verborgenen, tief unter der Stiftskirche der einstigen Benediktinerabtei Kloster Banz, sein Dasein fristete: Die Eichfelder-Orgel in der Krypta von „Sankt Dionysius und Sankt Petrus“, die unter Pfarrer Hans-Werner Alt noch recht regelmäßig, in den vergangenen Jahren aber kaum noch genutzt wurde. Nun bekommt sie ein neues Zuhause, in einem ebenfalls ganz besonderen Gotteshaus: Die Orgel wird künftig in „Sankt Vitus“ auf dem Ansberg erklingen – zum ersten Mal am Sonntag, 3. Mai, bei der Andacht mit Orgelweihe.
Ein verstecktes Schätzchen
Es war Isabel Voll aus Oberküps, die die Idee hatte, das rund zehn Jahre alte Instrument für die Veitskapelle zu erwerben. Als Mitarbeiterin des Seelsorgebereichs Gottesgarten wusste sie um das kaum genutzte Instrument und ging nach Rücksprache mit der Filialkirchenstiftung St. Veitsberg auf die Entscheidungsträger zu. „Es ist nicht gut für eine Orgel, wenn sie nicht gespielt wird“, argumentierte Voll. Außerdem ist es in einer Krypta feucht und dunkel, was für die „Königin der Instrumente“ auch nicht gerade vorteilhaft ist. „Unsere bisherige Orgel auf dem Veitsberg hat auch schon locker 40 Jahre auf dem Buckel. Es wurde immer schwieriger, für sie Ersatzteile zu bekommen“, ergänzt Stefan Batz, der Mesner von „Sankt Vitus“. „Außerdem haben wir in den vergangenen zwei Jahren an die 2000 Euro in die Orgel investiert.“ Nur, um sie spielbereit zu erhalten. Es war klar, dass hier bald etwas geschehen müsse.
Pfarrvikar Markus Grasser und die Verantwortlichen der Filialkirchenstiftung St. Veitsberg waren sich schnell handelseinig. „Wir sind sehr froh, dass wir die Orgel für einen sehr fairen Preis erwerben durften“, sagen Isabel Voll und Stefan Batz. „Toll ist auch, dass sie im Seelsorgebereich bleibt.“
Viel in „Sankt Veit“ investiert
Eine Fachfirma baut die Orgel nun an einem Tag in Banz akkurat ab, transportiert sie dann am Folgetag behutsam auf den Ansberg, stellt sie dort wieder auf und stimmt sie im Anschluss, an Tag drei. „Auch das kostet viel Geld“, so Batz, „wenngleich uns die Firma ebenfalls einen guten Preis macht.“ Gerade eine Filialkirchenstiftung wie die vom Ansberg zahlt das nicht aus der Portokasse. Vor allem nicht, wie Batz erklärt, wenn in den vergangenen Jahren viel zu tun war: „Erst der Kirchturm, dann das Geläute, dann die großen Probleme mit dem Hausschwamm“, erinnert er sich mit Schaudern. „Außerdem haben wir eine komplett neue Erdstromleitung von Dittersbrunn auf den Ansberg legen müssen.“ Wenn im kleinen Gotteshaus mal ein Stromabnehmer mehr angeschlossen wurde, dann konnte es schon mal sein, dass das Licht plötzlich dunkler wurde in „Sankt Vitus“. Das war nicht gut für die hochmoderne Anlage im Glockenturm.

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Am Sonntag, 3. Mai, ist die Orgel erstmals in „Sankt Vitus“ zu erleben.
Foto: Markus Grasser
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Am Sonntag, 3. Mai, ist die Orgel erstmals in „Sankt Vitus“ zu erleben.
Foto: Markus Grasser
„Letztlich haben wir in den vergangenen acht Jahren an die 250.000 Euro in die Kapelle investiert“, fasst Batz zusammen. „Ein Ding kam nach dem anderen.“ Das alles klappte nur dank des umtriebigen Engagements der Verantwortlichen, vor allem aber auch dank etlicher Fördermittelgeber und privater Gönner. So ist es nachvollziehbar, dass die kleine Kirchenstiftung derzeit finanziell nicht auf Rosen gebettet ist.
Spenden zugunsten der Orgel
„Umso mehr hoffen wir auf viele Besucherinnen und Besucher bei unserer Andacht mit Orgelweihe“, fügt Isabel Voll an. Los geht es am Sonntag, 3. Mai, um 17 Uhr. Im Anschluss an die Andacht (und vor der Agape auf dem Veitsberg) präsentiert der renommierte Kirchenmusiker Markus Blomenhofer aus Johannisthal bei einem Konzert und freiem Eintritt die schmucke Pfeifenorgel in all ihrer Klagvielfalt – Blomenhofer war es auch, der einst die Einweihung der Orgel in der Banzer Krypta spielte.
Die Orgel nun auf dem Ansberg zu hören, darauf freuen sich Voll und Batz schon ganz besonders. „Es ist für uns ein absoluter Glücksfall, dass wir die alte elektrische Orgel ausmustern und durch diese tolle neue Orgel ersetzen können“, betont Stefan Batz. „Vor allem, weil sie fast neuwertig ist“, ergänzt Isabel Voll. „Wir würden uns riesig freuen, wenn wir an diesem Tag viele Spenden bekommen könnten, um das Projekt zu refinanzieren.“
Spendenkonto
Wer es am Sonntag, 3. Mai, nicht auf den Ansberg schafft, der kann die katholische Filialkirchenstiftung St. Veitsberg auch per Überweisung mit einer Spende bedenken. Die Kontonummer: DE75 7706 2139 0000 4047 56, BIC: GENODEF1SFF