Freilichtmuseum im Taunus
Zeitreise ins alte Hessen mit Original-Fachwerkhäusern
Aktualisiert am 27.04.2026 – 08:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Häuserzeile auf dem Marktplatz im Hessenpark (Archivbild). Die Sammlung an Bauten wird ständig erweitert. (Quelle: Hackman via imago-images.de/imago)
Hessen, wie es früher einmal war: Das lässt sich mit Originalbauten im Hessenpark erleben. Das Freilichtmuseum hält 2026 auch neue, alte Schätze von anno dazumal bereit.
Eine alte Tankstelle wird eröffnet, eine historische Hausfrau verrät Tipps für den Frühjahrsputz: Diese kuriose Mischung erwartet Besucher im Hessenpark. Sogar Gartenliebhaber kommen dank Saatgutbörse auf ihre Kosten.
Zu den ersten Veranstaltungen gehörte die Eröffnung der Sonderausstellung „Herzschläge. Beginn und Abschied“ am 15. März, die sich mit den existenziellen Themen Geburt und Tod auseinandersetzte, sagte der Museumsleiter Jens Scheller. Gezeigt wurden etwa Fotografien, aus Muttermilch hergestellter Schmuck und ein Lehrbuch für Hebammen aus dem 18. Jahrhundert.
Anfang Mai steht das Freilichtmuseum Hessenpark ganz im Zeichen der Pflanzen: Regionale und internationale Gartenprofis verwandeln an drei Tagen (1. bis 3. Mai) das Museumsgelände zu Beginn der Sommersaison in ein großes Pflanzenmeer. Das Sortiment reicht von Blumenzwiebeln über Stauden bis zu Beet- und Balkonpflanzen. Auch Kunsthandwerk wird angeboten.
Traditionell begann die Saison im Hessenpark am 1. März mit einer öffentlichen Führung durch den Museumsleiter. Auf dem rund 65 Hektar großen Gelände können über 110 Gebäude besichtigt werden, die von ihren früheren Standorten in Hessen weichen mussten und im Hessenpark wieder aufgebaut wurden. Dazu gehört eine alte Tankstelle aus Birstein (Main-Kinzig-Kreis) mit Zapfsäulen und Kassenhäuschen, die im Juni eröffnet werden soll.
Zudem werkeln die Handwerker derzeit etwa an dem originalgetreuen Wiederaufbau eines Hauses aus Mademühlen im Westerwald. Die Bewohner hätten in den 1950er Jahren relativ viel Geld in einem Preisausschreiben gewonnen, worüber viele Presseberichte erschienen seien, erklärte Scheller. „Daher wissen wir ziemlich genau, wie es dort in der Stube aussah.“
Eine weitere Ausstellung in der neuen Saison beschäftigt sich etwa mit der NS-Herrschaft, und zwar unter dem Titel „Transport ins Ungewisse – Menschliche Fracht“. Zudem präsentiert der Hessenpark Fotos aus seinem reichhaltigen Fundus, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Die Bandbreite reicht von Schnappschüssen aus dem Alltag bis hin zu arrangierten Familienporträts.
