- Werder Bremen stellte auf eine Fünferkette um, was vor allem in der ersten Halbzeit defensive Stabilität und kompakte Manndeckung gegen den VfB Stuttgart ermöglichte.
- Taktische Umstellungen und der Einsatz von Spielern wie Jens Stage und Yukinari Sugawara führten zur frühen Führung; nach der Pause gelang Werder jedoch kaum Entlastung.
- Das 1:1-Unentschieden gegen Stuttgart beendet Werders Negativserie gegen Top-5-Teams und wird als wichtiger Schritt zum Klassenerhalt gewertet.
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Eigentlich hätte Werder Bremen gar nicht nach Stuttgart reisen müssen. Bremens Bilanz gegen die fünf bestplatzierten Teams der Liga ist in dieser Saison katastrophal. Bis zum Sonntagabend hatten sie alle acht Duelle gegen die Top-Klubs der Liga verloren, bei einem Torverhältnis von 1:20. Gegen den VfB riss die Negativserie. Werder profitierte von einer Stuttgarter Elf, der noch der Pokal-Fight vom vergangenen Donnerstag in den Knochen hing. Doch nicht nur körperlich, sondern auch taktisch konnten die Bremer lange Zeit mit dem Favoriten aus dem Süden mithalten. Ein Grund dafür war die Umstellung auf eine Fünferkette.
Thioune kehrt zur Fünferkette zurück
Daniel Thioune hatte in Bremen eigentlich keine guten Erfahrungen mit der Fünferkette gesammelt. In seinen ersten drei Partien als Werder-Coach setzte er auf diese Variante. Alle Partien gingen verloren. Erst nach der Umstellung auf eine Viererkette feierte er mit Bremen Erfolge. Gegen den VfB kehrte er jedoch zur alten Variante zurück. Werder begann die Partie in einem 5-2-3.
Diese Umstellung lag in erster Linie am Gegner. Gegen die favorisierten Stuttgarter wollte Thioune die letzte Linie stärken. Zugleich konnten die Bremer dank der veränderten Formation ihre gewohnte Manndeckung aufziehen: Der VfB baute das Spiel aus einer 3-2-5-Formation auf. Vorne deckten die drei Bremer Angreifer die Innenverteidiger des Gegners ab. Dahinter nahm Bremens Doppelsechs die gegnerische Doppelsechs auf.
Werder setzte mit der Manndeckung nicht in vorderster Linie an. Wichtig war den Bremern vor allem, dass der VfB das Spiel nicht durch das Zentrum eröffnen konnte. Jens Stage und Romano Schmid positionierten sich leicht versetzt vor Cameron Puertas und Senne Lynen. So konnten die Bremer das Zentrum kompakt verteidigen. Zu einem mannorientierten Pressing setzten die Bremer erst an, nachdem die Stuttgarter den ersten Pass im Aufbau gespielt hatten.
Werder schockt müde Stuttgarter
Die Schwaben hatten große Mühe, gegen das kompakte wie aggressive Defensivkonstrukt der Bremer zu bestehen. Unter der Woche lieferten sie sich gegen den SC Freiburg einen 120 Minuten anhaltenden Kampf im Pokal. Trainer Sebastian Hoeneß rotierte kräftig durch, mehrere Stammspieler saßen auf der Bank. Dennoch spürte man gerade in den Anfangsminuten, wie stark der Pokalabend nachwirkte.
Werder nutzte die Anfangsphase, um Stuttgart früh unter Druck zu setzen. Nach Ballgewinnen startete Jens Stage sofort Richtung Tor, während die Außenverteidiger Breite schufen. Gerade Rechtsverteidiger Yukinari Sugawara stieß in der ersten Halbzeit häufig nach vorne. Werder kam über den rechten Flügel zu mehreren Gelegenheiten und ging schließlich nach einer Einwurf-Variante in Führung (18.).
Anschließend sammelte der VfB Ballbesitz. Sie taten sich jedoch weiterhin schwer, das Spiel durch das Zentrum nach vorne zu tragen. Sie kamen einige Male über die Seiten in Richtung des Bremer Strafraums. Allerdings machte sich hier die ungewohnte Startelf der Stuttgarter negativ bemerkbar: Jamie Leweling, sonst als Rechtsaußen tätig, gelang auf der linken Seite kein gutes Zusammenspiel mit Bilal El Khannouss. Werder ging mit einer Führung in die Pause.
Der VfB wechselt Klasse ein
Trotz der guten ersten Halbzeit veränderte Werder den eigenen Ansatz nach der Pause. Angelo Stiller hatte sich zuvor immer häufiger der Bremer Manndeckung entzogen, indem er sich weit zurückfallen ließ. Cameron Puertas übernahm nun die Rolle des Sonderbewachers für Stiller. Um dennoch die Kompaktheit im Zentrum zu wahren, agierten Stage und Schmid etwas tiefer. Werder verteidigte nun meist in einem 5-3-2.
Zwar konnte Werder auch in dieser Formation das Zentrum schließen. Doch zugleich konnten sie den Druck der ersten Halbzeit nicht aufrechterhalten. Stuttgart kombinierte sich über die Flügel häufiger nach vorne.
Zudem wechselte VfB-Coach Sebastian Hoeneß nach und nach Qualität ein. Ramon Hendriks übernahm schon zur Halbzeitpause den zentralen Innenverteidigerposten für den indisponierten Dan-Axel Zagadou.
In der 57. Minute brachte Hoeneß mit Chris Führich und Ermedin Demirovic zwei Nationalspieler. Führich übernahm den Posten auf Linksaußen, wodurch Leweling nach rechts wechseln konnte. Das Zusammenspiel funktionierte in dieser Variante besser: Führich und El Khannouss kombinierten die rechte Bremer Abwehrseite schwindelig. Eine Flanke von El Khannouss führte zum Ausgleich durch Demirovic (61.).
Werder kampfstark, aber ohne Entlastung
Nach dem Ausgleich spielte sich die Partie weitestgehend in der Bremer Hälfte ab. Werders Mittelfeldspieler schlossen zwar das Zentrum. Doch Stuttgart konnte immer wieder über die Flügel Raumgewinn erzielen. Dass Stuttgart kaum mehr zu Großchancen kam, lag vor allem am unbändigen Einsatz der Bremer Verteidiger. Sie warfen sich in jede Flanke und jeden Schuss, allen voran der eingewechselte Maximilian Wöber.
Zugleich gelang es Werder nach der Pause nicht mehr, selbst für Entlastung zu sorgen. Mittelstürmer Jovan Milosevic agierte allein auf weiter Flur. Später brachte Thioune mit Samuel Mbangula und Justin Njinmah zwei schnelle Konterstürmer. Zum Schluss fühlte sich Werders Formation wieder stärker nach einem 5-2-3 an. Doch Werders Angreifer gelangten nicht in Situationen, in denen sie ihr Tempo hätten nutzen können. Die Gäste fanden nach der Pause offensiv kaum statt. Davon zeugt auch das Schussverhältnis der zweiten Halbzeit von 2:10.
Das Spiel endete aus Bremer Sicht dennoch versöhnlich. Das 1:1-Unentschieden verdankt Werder auch der Umstellung auf eine Fünferkette. Die 5-2-3-Formation sorgte vor allem vor der Pause für Stabilität. Werder hat einen wichtigen Schritt getan zum Klassenerhalt. Nach dem Spiel gegen Augsburg warten mit Hoffenheim und dem BVB zwei schwere Gegner. Doch Werder hat gegen Stuttgart bewiesen, dass sie auch gegen Top-5-Teams punkten können.
Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.
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