Stand: 27.04.2026 21:31 Uhr

Ab Freitag dürfen keine Schwertransporte über 44 Tonnen mehr über die Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen fahren. Diese Ankündigung hat viele Unternehmen in der Transportwirtschaft schockiert. Jetzt warten viele auf die dringend geforderten Ausweichrouten.

Wer es kann, nutzt in diesen Tagen noch schnell den Sprung über den Köhlbrand, es ist für die Schwertransporter die kürzeste Route zu den Containerterminals. Allerdings belaste jeder der schweren Lastwagen die Köhlbrandbrücke sehr viel stärker als ein normaler Lkw, erklärte die Wirtschaftsbehörde.

Mithilfe der Sperrung für Schwertransporte soll die Brücke bis zu einem Neubau am Leben gehalten werden. Der Neubau soll nach Möglichkeit bis 2040 fertig sein.

Suche nach Ausweichrouten

Bis dahin müssen die Spediteure auf andere Routen ausweichen. Und diese müssen nun zügig gefunden werden, wie der Chef des Verband Straßengüterverkehr und Logistik Hamburg, Hans Stapelfeldt, betont. „Die Köhlbrandbrücke ist breit und hoch, jetzt müssen wir Richtung Süden, Süderelbe gehen und gucken, welche Strecken dafür geeignet sind“, sagte Stapelfeldt dem Hamburg Journal im NDR Fernsehen.

Die Ausweichstrecken müssten allerdings schnell festgelegt und fit für Schwertransporte gemacht werden. Das heißt Schilder müssten höher gehängt, Verkehrsinseln verlegt oder auch Ampeln umgebaut werden.

Köhlbrandbrücke: Wichtige Verbindung im Hafen

Die Köhlbrandbrücke ist eine der wichtigsten Verbindungen im Hafen, vor allem für den Lkw-Verkehr. Nach einer routinemäßigen Untersuchung der Brücke durch die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority war herausgekommen, dass ein Weiterbetrieb nur gewährleistet werden könne, wenn die Belastung reduziert werde. Ab dem 1. Mai müssen Schwertransporte über 44 Tonnen deshalb umgeleitet werden.

Bereits seit Längerem gilt ein Überholverbot für Lastwagen auf der Köhlbrandbrücke, ebenso ein Mindestabstand. Die 1974 in Betrieb genommene Köhlbrandbrücke soll durch einen Neubau ersetzt werden. Mit dem Neubau soll nach bisherigen Planungen Anfang der 2030er-Jahre begonnen werden.

Die Köhlbrandbrücke in Hamburg.

Die marode Köhlbrandbrücke gilt als Verkehrsschlagader für den Hafen. Bis es Ersatz gibt, werden noch Jahre vergehen. Die CDU will aufs Tempo drücken.

Auf der Köhlbrandbrücke im Hamburger Hafen herrscht dichter Lkw-Verkehr.

Ab Anfang Mai dürfen Lkw mit einem Gewicht über 44 Tonnen nicht mehr über die Brücke fahren. Das hat die Wirtschaftsbehörde auf Nachfrage bestätigt.

Blick auf die Köhlbrandbrücke.

Dieses Jahr rechnet der Senat mit mehr als sieben Millionen Euro Unterhaltskosten. 2029 sollen es schon elf Millionen Euro sein.