INTERNET & NETZWELT 28. April 2026 um 16:30 Uhr


18.000 Euro für 60 Tage im Bett: Klingt nach einem Traumjob, ist für den Körper aber ein echter Härtetest. Mit dem Experiment bereitet die NASA die Reise zum Mars vor.

Die Testpersonen dürfen nicht vom Bett aufstehen. (Symbolbild)
Die Testpersonen dürfen nicht vom Bett aufstehen. (Symbolbild) (Quelle: Unsplash.com)

Schon im nächsten Jahr will die US-Raumfahrtbehörde zum zweiten Mal in ihrer Geschichte auf dem Mond landen. Doch die Rückkehr zum Mond soll nur ein Zwischenschritt sein. Das nächste große Ziel ist der Mars. Für die Vorbereitung auf diese Reise werden aktuell mehrere Menschen in Köln im Rahmen der SMC3-Studie „wochenlang ans Bett gefesselt“. 60 Tage müssen die insgesamt 6 Testpersonen liegend im Bett verbringen und kassieren dafür 18.000 Euro.

Was erstmal wie der Traumberuf klingt, ist bei näher Betrachtung ein Knochenjob. Denn ihr schlummert nicht gemütlich im Bett, sondern die Forscher simulieren an euch die Effekte der Schwerelosigkeit. Das Bett ist zum Kopf hin um sechs Grad nach unten geneigt: Der Kopf liegt niedriger als die Füße, damit sich auch die Körperflüssigkeiten wie in der Schwerelosigkeit in Richtung Kopf verschieben. „Wie im All nimmt dann die Muskelmasse ab und der Gleichgewichtssinn verschlechtert sich“, erklärt Studienleiter Dr. Stefan Möstl vom DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin (DLR) in Köln, dass die Studie für die NASA durchführt.

Definitiv keine Erholung: Der Hintergrund der Studie

Sie soll helfen, eine der größten Hürden bei Langzeitmissionen im All zu überwinden: den menschlichen Körper instand zu halten. Denn ein Schritt über ein Hindernis kann in der Schwerelosigkeit bereits sehr anstrengend sein. Medizinisch gesehen ist der menschliche Körper nicht für die Schwerelosigkeit gemacht. Die Studie „Sensorimotor Countermeasure Study“ (SMC) wird zum dritten Mal im :envihab des DLR in Köln durchgeführt. Es wird gezielt untersucht, wie den sensomotorischen Beeinträchtigungen entgegengewirkt werden kann. Für die Probanden bedeutet das: Trainingseinheiten auf engem Raum.

Die Zukunft der Weltraumforschung hat sowohl eine medizinische, als auch eine technische Seite. Deswegen war die Crew der Artemis-2-Mission heilfroh, dass der Hitzeschild des Orion-Raumschiffs nicht schon wieder zerstört wurde.

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