Es ist rund zehn Jahre her, dass Christian Eichner der Wunsch nach einer Trainerkarriere zurück nach Karlsruhe führte. Zum Karlsruher SC, dem Klub, bei dem er das Fußballspielen gelernt hatte und auch als Profi aktiv war. Nun wird seine Zeit in der Fächerstadt enden, zumindest vorerst. Der Klub gab bekannt, dass die Zusammenarbeit mit Eichner zum Ende der Saison 2025/26 endet.

Eichner stand etwa fünf Jahre als Cheftrainer beim KSC an der Seitenlinie. Unter ihm etablierten sich die Karlsruher in der 2. Bundesliga. Doch wie gut ist seine Bilanz? Wie schneidet Eichner im Vergleich zu anderen KSC-Trainern ab? Und wer ist der erfolgreichste Trainer des Karlsruher SC aller Zeiten? Wir haben einen Blick auf die Datenlage geworfen und nach Antworten gesucht.

Punkteschnitt und Abschneiden: Wie erfolgreich war Christian Eichner beim Karlsruher SC?

Eichner kam als Jugendlicher nach Karlsruhe, spielte in der Nachwuchsabteilung des Karlsruher SC. Im Herren-Bereich erkämpfte er sich über gute Leistungen in der 2. Mannschaft des KSC in der Folge einen Platz bei den Profis. Und kurz nachdem er seine aktive Karriere beim MSV Duisburg beendet hatte, begann Eichner als Nachwuchstrainer beim Karlsruher SC.

Als Eichner im Februar 2020 Cheftrainer beim KSC wurde, lag der Klub nach 20 Spieltagen auf dem 17. Tabellenplatz. Der Abstieg drohte. Doch der Coach schaffte es, eine Trendwende einzuleiten, die Karlsruher erreichten mit dem 15. Rang den Klassenerhalt. In der Folge etablierte sich der KSC in der 2. Bundesliga und erreichte in fünf Spielzeiten viermal einen einstelligen Tabellenplatz, wie im Historien-Bereich bei bundesliga.com nachzusehen ist. Im DFB-Pokal erreichten Eichner und der KSC in der Saison 2021/22 das Viertelfinale.

Der Punkteschnitt von Eichner als KSC-Cheftrainer liegt derzeit bei 1,44 pro Partie, wie sich durch die Daten im Statistikcenter des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) errechnen lässt. Er stand demnach bei 225 Pflichtspielen an der Seitenlinie.

Karlsruher SC: Erfolgreichste Trainer nach Punkteschnitt

Eichners Vorgänger Alois Schwartz wies einen besseren Punkteschnitt als Eichner auf, wie der Datenbank von transfermarkt.de zu entnehmen ist. In 103 Spielen holte er durchschnittlich 1,81 Zähler. Damit stellt Schwartz nach Punkten den erfolgreichsten KSC-Trainer der letzten vier Jahrzehnte dar. Historisch gesehen war laut transfermarkt.de nur Bernd Hoss erfolgreicher, der 1977 in 15 Spielen als Cheftrainer einen Punkteschnitt von 2,33 erreichte.

Allerdings handelte es sich bei Schwartz vor allem um Spiele in der 3. Liga. 2019 gelang dem Karlsruher SC unter dem Trainer der Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der ersten Spielzeit in der 2. Bundesliga lief es für das Team von Schwartz nicht, Eichner übernahm und führte die Mannschaft zum Klassenerhalt.

Im Folgenden finden Sie eine Liste der KSC-Trainer und deren Punkteschnitts seit dem Jahr 1986. Die Daten stammen von transfermarkt.de. Interimstrainer, die nur wenige Spiele an der Seitenlinie standen, haben wir nicht in unsere Liste aufgenommen.

TrainerPunkteschnittSpieleAmtszeit
Christian Eichner 1,44 225 seit 2020 Alois Schwartz 1,81 103 2017 bis 2020 Marc-Patrick Meister 0,54 13 2017 Mirko Slomka 0,80 10 2016 bis 2017 Tomas Oral 0,75 16 2016 Markus Kauczinski 1,64 158 2012 bis 2016 Jörn Andersen 0,62 13 2011 bis 2012 Rainer Scharinger 0,88 25 2011 Uwe Rapolder 1,18 11 2010 bis 2011 Markus Schupp 1,19 42 2009 bis 2010 Edmund Becker 1,45 166 2005 bis 2009 Lorenz-Günther Köstner 1,27 83 2002 bis 2004 Stefan Kuntz 1,39 79 2000 bis 2002 Joachim Löw 0,56 18 1999 bis 2000 Rainer Ulrich 1,63 38 1998 bis 1999 Jörn Berger 1,00 12 1998 Winfried Schäfer 1,49 521 1986 bis 1998

Zu den KSC-Trainern mit der schlechtesten Bilanz gehört auch Joachim Löw. Der Weltmeister-Trainer, der die deutsche Nationalmannschaft von 2006 bis 2021 betreute, war von 1999 bis 2000 für 177 Tage als Coach beim Karlsruher SC angestellt.

Wer sind die Titel-Trainer des Karlsruher SC?

Wenn man nach Titeln geht, stechen drei KSC-Trainer hervor. Einer davon ist Arthur Beier. Der Fußball-Pionier saß von 1903 bis 1914 beim FC Phönix auf der Trainerbank, wie auf der KSC-Website nachzulesen ist. Dabei handelt es sich um den Vorgängerverein des Karlsruher SC. Mit Phönix wurde Beier 1909 Deutscher Meister.

Adolf Patek führte den KSC 1955 zum ersten Triumph im DFB-Pokal. Ein Jahr später holte der Karlsruher SC erneut den Pokal, Patek war da schon nicht mehr Trainer des Klubs. Stattdessen trug sich Ludwig Janda als Trainer in die Geschichtsbücher ein, wie auf der Vereinswebsite festgehalten ist.