Einblicke vom Rundgang
Volksbad-Comeback: Was Besucher dort bald erleben
Aktualisiert am 01.05.2026 – 03:49 UhrLesedauer: 3 Min.
Im Volksbad gibt es mehrere große Schimmhallen, die ab 2027 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. (Quelle: Meike Kreil/t-online)
Noch ist das Nürnberger Volksbad eine Baustelle. Nicht nur für den Bürgermeister ist dieser Ort mehr als ein Projekt. Worauf sich die Nürnberger hier bald freuen dürfen.
„Die Hallen atmen den Hauch der Fünfziger“, erklärt Projektleiter Christian Pröbiuß. Dieser Hauch ist gerade noch sehr staubig. Bis das Volksbad wieder eröffnet, dauert es noch bis zum Ende des Jahres. Bis dahin ist das Ganze hier, an der Rothenburger Straße am Plärrer, eine Großbaustelle. Staub liegt in der Luft, Baugerüste dominieren die Szenerie. Arbeiter saugen, sägen, werkeln. Doch schon jetzt kann man erahnen, was sich hier einst abgespielt hat – und bald wieder entstehen wird.
Das Volksbad wurde 1914 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde es – wie so viele Gebäude in Nürnberg – großteils zerstört und danach wieder aufgebaut. Es galt als eines der größten und modernsten seiner Zeit in Deutschland. Generationen von Nürnbergern haben hier schwimmen gelernt.
1994 wurde jedoch aus finanziellen Gründen der Betrieb im Volksbad eingestellt. Seitdem lag der Bau in bester Innenstadtlage größtenteils brach. Erst mit der Entscheidung zur Sanierung bekam das denkmalgeschützte Jugendstilbad wieder eine Perspektive. In diesen ehrwürdigen Hallen wird neben den öffentlichen Schwimmbecken auch Platz für Gastronomie, Wellness und Schulschwimmen geschaffen.
Viel von der damaligen Bäderarchitektur ist noch erhalten und wird restauriert. Da sind etwa historische Dekorationen – sogenannte Sgraffiti – mit Seelöwen und Möwen an den Fliesen eines Beckens zu sehen. Oder historische Reliefköpfe an den Wänden in der Eingangshalle. Außerdem eine Uhr an der Wand, die bei den Bauarbeiten freigelegt und anschließend nachgezeichnet wurde.
Inmitten der Baustelle steht ein stolzer Bürgermeister, für den der Presserundgang am Montag auch so etwas wie ein Abschiedstermin ist. Es sind Christian Vogels letzte Stunden im Amt, bevor er aus der Politik ausscheidet und sein Nachfolger das Großprojekt übernimmt. „Es war vom ersten Tag an meiner Amtszeit eine Herzensangelegenheit“, sagt Vogel (noch) in seiner Funktion als erster Werkleiter des städtischen Eigenbetriebs Nürnberg Bad. Im Gespräch mit der Nürnberger Lokalredaktion von t-online erzählt Vogel, dass die Revitalisierung dieses Ortes der wohl stolzeste Moment seiner politischen Laufbahn sei.
