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Vier Monate hat die HSV-Suche nach der Nachfolge für Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz (63) gedauert. Am Ende steht ein interessanter Name: Kathleen Krüger (40), aktuell Leiterin Sportstrategie und Entwicklung beim FC Bayern. Kein branchenbekannter Sportdirektor, der sich seit Jahren mit Transfers und Kaderplanung beschäftigt. Kein titel-dekorierter Ex-Profi. Sondern die Frau, die beim FCB erste Teammanagerin der Bundesliga war und jetzt die erste Sportvorständin werden soll. 

HSV: Was Krüger für den Klub bedeutet!

Dabei hatte der HSV mit Fabian Wohlgemuth (47/Stuttgart) und Markus Krösche (45/Frankfurt) sehr erfolgreiche Manager von Bundesliga-Konkurrenten in der engeren Auswahl. Aus den Hamburger Anfragen wurde allerdings nichts, weil beide unter den aktuellen Umständen nicht verfügbar sind. 

Krüger ist keine Person, die ihre Kollegen beim HSV, wie den aktuellen Allein-Vorstand Eric Huwer (42), überstrahlen wird. Aber sie passt sehr gut in das Anforderungsprofil des Aufsichtsrats, der die Suche verantwortete. Sie hat aus der Zeit bei den Bayern ein starkes internationales Netzwerk. Und in ihrer aktuellen Bayern-Position unterstützt sie Campus-Boss Jochen Sauer, hat also wie gewünscht auch Expertise im Jugendbereich.

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Eine letzte (formelle) Hürde sind Gespräche mit den Bayern über die Freigabe aus ihrem unbefristeten Vertrag. Beim Rekordmeister verdient sie aktuell geschätzte 500.000 Euro pro Jahr. Die Summe wurde u. a. auch deswegen erhöht, weil Marina Granovskaia (51), Ex-Chelsea-Direktorin und damals rechte Hand von Ex-Klub-Besitzer Roman Abramowitsch (59), einst starkes Interesse an ihren Diensten hatte und sie abwerben wollte.

Was mit der Verpflichtung allerdings auch klar wird: Die Kaderplanung und die Vertragsverhandlungen trauen die Räte im täglichen Bundesliga-Geschäft weiter Sportdirektor Claus Costa (40) zu. Die gehörten bisher kaum zu Krügers Aufgaben. Costa dagegen schaffte es, mit bescheidenen Mitteln und einigen Volltreffern (u. a. Vuskovic, Sambi Lokonga, Remberg, Capaldo) das Team zu bauen, das Stand jetzt den Klassenerhalt in der Bundesliga schafft. 

HSV-Sportdirektor Claus Costa (40) kennt Krüger aus dem DFB-Management-Lehrgang

HSV-Sportdirektor Claus Costa (40) kennt Krüger aus dem DFB-Management-Lehrgang

Foto: WITTERS

Bereits unter Ex-Boss Kuntz war es vor allem Costa, der die Personal-Planung vorantrieb. Daher muss Krüger auf diesem Gebiet keine Vakanz füllen und wird Costa wohl vor allem strategische Vorgaben machen. Interessant: Beide absolvierten von 2021 bis 2023 gemeinsam den Management-Lehrgang des DFB.

Dass mit Krüger nach Ex-Marketing-Vorständin Katja Kraus (55, von 2003 bis 2011) zum zweiten Mal eine Frau im HSV-Führungsgremium arbeitet, passt zur Ausrichtung des Vereins. Für den Mutterverein HSV e.V., dem die ausgliederte Profi-Abteilung gehört, beschlossen die Mitglieder 2025, dass die Gremien möglichst mit Vertretern beider Geschlechter zu besetzen sind. Auch wenn diese Regel formell nicht für die Profi-AG gilt, werden viele im Verein die Signalwirkung der Personalie begrüßen.