Bei Schalke 04 gibt es viele Spieler, die auf Zweitliga-Niveau sofort herausstechen. Allen voran ist da natürlich Edin Dzeko zu nennen, in Nikola Katic, Loris Karius und Kenan Karaman gibt es beim Tabellenführer zahlreiche Gesichter des Erfolgs – Profis, die Woche für Woche in der Zweiten Liga herausragende Leistungen zeigen. Bei Fortuna, Schalkes Gegner am Samstagabend (20.30 Uhr), ist die Situation nach einer verkorksten Saison eine andere: Nur Cedric Itten und mit Abstrichen der verletzt fehlende Florent Muslija zeigten mit guter Regelmäßigkeit starke Leistungen.

Itten ist aktuell mit 13 Treffern der siebtbeste Torschütze der Liga – und das im Team der schwächsten Offensive. Beim 3:1 gegen Dresden stellte er einmal mehr das volle Paket, das er zu bieten hat, unter Beweis. Abschlussstark zeigte er sich beim Lupfer zum 1:0, seine gute Positionierung war auch bei der Vorlage zum dritten Düsseldorfer Treffer zu erkennen, als er einen freien Raum nutzte, um als Anspielstation für Emmanuel Iyohas Einwurf zu dienen. Was Itten dann am Ball zeigte, ließ einmal mehr keinen Zweifel daran, dass der 29-Jährige eher zu gut für die Zweite Liga ist.

Itten trainierte unter der Woche eingeschränkt

Angesprochen auf seinen Torjäger, hob Trainer Alexander Ende aber eine weitere Eigenschaft von Itten, der unter der Woche aufgrund von Schambeinproblemen kürzertreten musste, hervor. „Ich finde auch, dass er wie ein Führungsspieler aufgetreten ist. Seine Körpersprache fand ich sensationell“, betonte der 46-Jährige. „Er hat gearbeitet für das Team, viele Meter gemacht. Wenn ein Stürmer, der so häufig trifft, diese Signale für eine Mannschaft setzt, dann hat das eine Strahlkraft. Sein Auftreten, seine Persönlichkeit – abseits der fußballerischen Fähigkeiten – das war schon stark. Daran haben sich andere hundertprozentig hochgezogen.“

Beim Spiel auf Schalke ist davon auszugehen, dass Ittens Möglichkeiten, sich als erstklassiger Abschlussspieler zu zeigen, eingeschränkt sein werden. Dafür ist die Defensive des Tabellenführers in der Regel zu stabil. Allerdings stellte Itten bereits häufig unter Beweis: Viele Chancen, um zu treffen, braucht er nicht. Dafür wird Fortuna aller Voraussicht nach ein anderes Element seines Spiels umso häufiger brauchen: Ittens Qualitäten als Wandspieler. Für die Düsseldorfer wird es immer wieder darum gehen, sich dem Schalker Druck auch mit langen Bällen zu entziehen. Da ist der Schweizer die naheliegende Anspielstation. Für ihn ist es dann die Aufgabe, den Ball abzuschirmen und zu halten, um den Mitspielern die Gelegenheit zu geben, für den Gegenstoß nachzurücken – oder den Ball schnell weiterzuleiten.

Trainer Ende will sich vor Schalke-Spiel nicht locken lassen

Auf Nachfrage unserer Redaktion im Rahmen der Pressekonferenz am Donnerstag, ob so Ittens Spiel auf Schalke aussehen könnte, schmunzelte Ende und erklärte: „Ich will das nicht bestätigen und nicht verneinen. Das ist eine Herangehensweise, die ich schon preisgeben würde. Dass ein Cedric Itten, egal was wir spielen, immer ein wichtiger Faktor ist, liegt auf der Hand.“ Der gebürtige Grevenbroicher wollte sich noch nicht in die Karten schauen lassen – im Wissen, dass auch die Gegner zuhören. Für Itten geht es beim Gastspiel auf Schalke in erster Linie darum, dabei zu helfen, dass Fortuna wichtige Punkte im Klassenerhalt sammelt.

Schon in seiner ersten Saison in Düsseldorf ist er zum absoluten Starspieler bei Fortuna geworden, das sportliche Aushängeschild in einer schwierigen Saison. Das hat natürlich Interesse und Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt, aufgrund der Umstände rund um den möglichen Schalker Aufstieg winkt ihm die größtmögliche Bühne der Zweiten Liga, um auch auf sich aufmerksam zu machen. Denn das Wunschszenario für Itten ist klar: erst Klassenerhalt, dann Weltmeisterschaft.

Der WM-Traum des 29-Jährigen mit der Schweiz lebt noch, das wäre der nächste große Schritt in seiner Karriere. Sollte Itten zum Schalker Partycrasher werden, wäre das zweifelsohne auch ein massiver Pluspunkt für ihn in der Schweizer Heimat. Dabei hilft natürlich, wenn Itten nicht nur seine Qualitäten im Abschluss, sondern auch in den anderen Bereichen unter Beweis stellt. Ein Aspekt, den es bei Itten zu beachten gilt: Im Vergleich zu seinen Konkurrenten um einen Platz im Schweizer Kader hat er den Nachteil, „nur” in der Zweiten Liga zu spielen – und eben nicht Woche für Woche die große Bühne zu bekommen, um sich zu zeigen. Da kann er umso mehr beim Spiel auf Schalke, einem sich abzeichnenden Aufsteiger, zeigen, dass er auch dem gewachsen ist. Das Gute aus Fortuna-Sicht: Ein starker Cedric Itten ist, da ist das Dresden-Spiel ein gutes Beispiel, ein Garant für wichtige Punkte im Abstiegskampf.