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München – Plötzlich ist sie wieder da: Die Eisbachwelle läuft – und die ersten Surfer stehen schon wieder auf den Brettern. Doch Deutschlands berühmteste Flusswelle hat sich verändert. Surfer beschreiben nach ihrem Ritt, dass sie kleiner ist und das Wasser deutlich aufgewühlter wirkt.

Wie die Abendzeitung München zuerst berichtete, sind die ersten Surfer am Kult-Spot im Englischen Garten im Wasser. Seit einigen Tagen soll die Welle im Münchner Eisbach wieder stehen. Seit Monaten ist es ein Auf und Ab mit der berühmten Welle. Häufig verschwindet sie genauso plötzlich, wie sie sich aufgebaut hat.

Der Sprung aufs Surfbrett: Die Eisbachwelle in München ist ein bekannter Surf-Spot

Der Sprung aufs Surfbrett: Die Eisbachwelle in München ist ein bekannter Surf-Spot

Foto: Stefan M. Prager

Surfer ignorieren Verbot

BILD traf am Samstag rund 20 Surfer, die den Sonnenschein auf dem Eisbach nutzten. Nur zwei wollen angesichts des Surfverbots mit BILD sprechen. Jannik (31) ist Softwareentwickler und lebt in München: „Die Welle ist nicht mehr so steil wie früher. Und es ist deutlich mehr Weißwasser vorhanden (Anmerkung: der Teil der Welle, der so weiß schäumt). Dort ist es nicht so stabil, man kann nicht so richtig Turns fahren. Früher war die Welle komplett grün.“

Jannik ist Softwareentwickler und genießt das Surfen auf der EIsbachwelle in München

Jannik ist Softwareentwickler und genießt das Surfen auf der Eisbachwelle in München

Foto: Stefan M. Prager

Jannik weiter: „Ich hoffe, dass sich die Welle verändert, wenn sich Moos ansetzt und Kies angeschwemmt wird.“

Auch Anna (20) hat sich schon aufs Wasser gewagt. Die Studentin zu BILD: „Ich surfe seit vier oder fünf Jahren, bin aber noch nicht so gut. Außerdem bin ich mit 45 Kilo sehr leicht, da ist es besonders schwer, durch die Welle hindurchzukommen. Mich haut es ziemlich oft raus.“

Anna will wegen des Surfverbots nicht erkannt werden. Sie surft seit etwa 4 Jahren

Anna will wegen des Surfverbots nicht erkannt werden. Sie surft seit etwa vier Jahren

Foto: Stefan M. Prager

Sperrung nach tödlichem Unfall

Sie ist seit dem tödlichen Unfall einer Surferin (33) vor fast genau einem Jahr deutlich vorsichtiger. Die Sicherungsleine der jungen Frau verfing sich damals am Grund. „Ich habe meine Leine nur mit einem Kabelbinder am Knöchel befestigt. Den kann man leicht abreißen, wenn es gefährlich wird.“

Surfer reparieren den Eisbach: Comeback für Münchener Kult-Welle?Münchens Kult-Spot testet wieder: Hoffnung auf großes Comeback wächst

Quelle: BILD17.04.2026

Eisbachwelle weggebaggert

Wie lange die Welle diesmal hält, weiß keiner. Seit der Bachauskehr im Oktober 2025 war sie verschwunden. Bagger entfernten Kies, das Wasser floss plötzlich zu schnell – die Welle brach zusammen. Immer wieder versuchten Surfer danach, mit Einbauten nachzuhelfen. Mal mit Erfolg, mal ohne.

Am Ufer und der Brücke sammeln sich Dutzende Schaulustige, die das Surfspektakel mitansehen

Am Ufer und der Brücke sammeln sich Dutzende Schaulustige, die das Surfspektakel mitansehen

Foto: Stefan M. Prager

Erst vor Kurzem gelang ein Testlauf mit Strömungsexperten. „Die Welle baute sich nicht nur über die ganze Flussbreite hoch auf, sie war auch wild genug für schönes Flusssurfen“, heißt es dazu. Ein Dutzend Surfer bekamen eine Sondergenehmigung. Dann wurde es wieder ruhig am Eisbach. Die Welle ist auch politisch gewollt. Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (35, Grüne) will die Welle dauerhaft zurück. Sie gehöre zur Identität der Stadt.