Der Titel der neuen Ausstellung, „Wenn Farben Formen finden“, sagt eigentlich schon alles: In der Ulmer Kunsthalle Weishaupt gibt es viele Farben in unterschiedlichen Formen zu sehen. Die Arbeiten stammen von verschiedenen Künstlern und Künstlerinnen, bieten sehr viele grafische und geometrische Elemente, wobei das Spiel mit den Farben eine ebenso wichtige Rolle einnimmt. Die Werke sind ab Samstag, 2. Mai, um 11 Uhr zu sehen.
Zahlreiche Kunstwerke aus der Sammlung Weishaupt
Verspielt wirken die oft großformatigen Kunstwerke dabei in der Regel keineswegs, folgen die meisten doch trotz experimentaler Arbeitsweise klaren Regeln im Aufbau. Eine Reihe von Arbeiten hat Sammler Siegfried Weishaupt erst vor kurzem erworben und sie wirken, wie viele andere in der Schau, als Findungsprozess. Man sehe, dass es viele Künstler gebe, „die sich damit beschäftigen, wie Farben wirken und zusammen mit anderen Farben wirken“, sagt die Direktorin der Kunsthalle, Kathrin Weishaupt-Theopold.
Auf den beiden Etagen werden Arbeiten unter anderen von Josef Albers, Max Bill, Victor Vasarely, die Siegfried Weishaupt besonders mag, präsentiert. Fast allen Werken, die aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart stammen, ist das Zusammenspiel von Farbe und Form gemein. Dabei können die Besucherinnen und Besucher dieses Zusammenspiel auf Siebdrucken oder Lithografien sehen, es bei Acryl- oder Ölbildern auf Leinwand, auf Lackbildern auf Aluminium oder auf Acrylglas wahrnehmen, um nur ein paar Beispiele aufzuzeigen.
Victor Vasarely inspiriert sich an Gordes in Südfrankreich
Quasi im Zentrum der Ausstellung stehen Arbeiten von Josef Albers, zum Beispiel eine Siebdruckserie mit übereinander gelagerten Quadraten. Der Künstler war aber auch Pädagoge, hat ein Lehrbuch entwickelt, in dem er sich mit der Wahrnehmung von Farbe beschäftigt.
Einigen Raum in der Ausstellung nehmen auch Werke von Victor Vasarely ein. Ganz interessant ist sein Mappenwerk „Gordes“, das aus drei Radierungen, drei Lithografien und sechs Siebdrucken besteht. Für Vasarely wurde das Dorf Gordes in Südfrankreich zur Quelle seiner experimentellen künstlerischen Arbeit.
Ein kleines Rätsel gibt einem Imi Knoebel mit seinem auf Holz gemalten, großformatigen Acrylbild „Grace Kelly IV-3“ auf. Eine große, blaue, mittige Fläche wird auf dem hochformatigen Bild von kleineren, andersfarbigen eingerahmt. „Das muss sicher als eine Hommage an Grace Kelly verstanden werden“, meint Martina Melzner, Kommunikatorin der Kunsthalle Weishaupt.
Ganz in der Nähe steht im Raum das große, aus lackiertem Aluminium geschaffene Objekt des Schweizers Beat Zoderer mit dem Titel „Freistehendes Doppelpentagramm No. 1“, das einen fast überdimensionalen Kontrast zu manch kleinerem Kunstwerk an der Wand bildet. Extrem streng und farbenfroh ist der quadratische Siebdruck „Composition carée“ von Francisco Sobrino, der angesichts der vielen Quadrate und Farben dem Titel der Ausstellung wunderbar entspricht.
Ausstellung bietet auch ein Begleitprogramm
Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Unter anderem neben den obligatorischen Führungen einen Kunst-Lunch am 12. Mai, 7. Juli und 3. November jeweils von 12 bis 13 Uhr, „Art und Apero“ am 18. Juni, 16. Juli und 15. Oktober jeweils um 18 Uhr mit einem Programm, aber auch eine interaktive Kinderführung „Bunt gedacht“ (jeden ersten und dritten Sonntag im Monat um 15 Uhr außer am 3. und 17. Mai).
Info: Die Ausstellung geht vom 2. Mai bis zum 8. November dieses Jahres. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr.