Die Gemeinschaftsgrundschule am Röttgersbach im Duisburger Norden bleibt am Montag wegen einer Gefahrenlage geschlossen. Darüber wurde die Elternschaft am frühen Morgen informiert.

Die Polizei bestätigt auf Nachfrage einen Einsatz an der Schule. „Die Duisburger Polizei hat am Morgen Kenntnis darüber erlangt, dass an der Gemeinschaftsgrundschule eine Droh-Email eingegangen ist“, sagt eine Sprecherin der Polizei. „Darin wurden Straftaten zum Nachteil der Schülerschaft und der Bediensteten der Schule angekündigt“.

Die Behörde habe daraufhin Beamte zur Schule geschickt. Seitens der Schule sei der Entschluss gefasst worden, die Einrichtung für heute geschlossen zu halten. „Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen“, sagt die Sprecherin. „Die Beamten stehen dabei in engem Austausch mit der Schulleitung.“ Wer die E-Mail verfasst habe, sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch Gegenstand der Ermittlungen.

„In jedem Fall werden derartige Drohungen einzeln und im konkreten Zusammenhang bewertet“, sagt die Sprecherin. „Im konkreten Fall sind die Experten der Kriminalpolizei zur Einschätzung gekommen, dass nicht von einer Ernsthaftigkeit der Drohungen auszugehen ist“.

Nicht der erste Fall in Duisburg

Trotzdem werde jetzt weiter ermittelt. „Jede derartige Drohung begründet den Anfangsverdacht einer Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und wird konsequent verfolgt“, sagt die Sprecherin.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art in Duisburg. Im Frühjahr 2025 hatten anonyme Schreiben mit teils rechtsextremen Inhalten dafür gesorgt, dass rund 20 Schulen in der Stadt für einen Tag in den Distanzunterricht wechseln mussten. Mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler waren betroffen.

2025 wollten Schüler eine Prüfung verhindern

Die Polizei schätzte damals die konkrete Gefahr, die von den Verfassern ausging, als gering ein. Den Präsenzunterricht auszusetzen, war vor allem eine politische Entscheidung. Den damaligen Berichten zufolge war von einer „Säuberung“ die Rede. Am Max-Planck-Gymnasium tauchten kurz darauf in einem weiteren Fall neue Mails auf.

Im Zuge der Ermittlungen identifizierten Polizei und Staatsanwaltschaft vier Tatverdächtige im Alter von 15 bis 17 Jahren. Ein 15-Jähriger aus Berlin soll der Haupttäter sein. Offenbar soll es darum gegangen sein, eine Prüfung an der Schule zu verhindern.