Doch es gibt eine Ausnahme

Putin fordert wohl kaum Kriegsgefangene zurück

04.05.2026 – 13:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Russische Kriegsgefangene während eines Gefangenenaustauschs (Archivbild).Vergrößern des Bildes

Russische Kriegsgefangene während eines Gefangenenaustauschs (Archivbild): Der Kreml soll großes Interesse an in der Ukraine gefangengenommenen Nordkoreanern geäußert haben. (Quelle: IMAGO/Sergei Karpukhin/imago-images-bilder)

Die Ukraine muss Russland nach eigenen Angaben mitunter erst überzeugen, eigene Staatsbürger im Gefangenenaustausch zurückzunehmen. Nur eine Gruppe bildet eine auffällige Ausnahme.

Russland zeigt nach ukrainischen Angaben derzeit kaum Interesse daran, eigene Kriegsgefangene zurückzuerhalten. Die ukrainische Seite müsse Moskau mitunter sogar dazu bewegen, eigene Staatsbürger im Rahmen von Gefangenenaustauschen zurückzunehmen, sagte Bohdan Okhrimenko vom Koordinierungsstab für den Umgang mit Kriegsgefangenen in einem Interview.

Wie das ukrainische Medium „Hromadske“ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet, betreffe dies auch ausländische Kämpfer, die auf russischer Seite eingesetzt wurden. Demnach habe Russland in Verhandlungen bislang kaum Anfragen zu deren Austausch gestellt. Eine Ausnahme seien laut Okhrimenko Soldaten aus Nordkorea: Hier habe die russische Seite mehrfach nach einer möglichen Übergabe gefragt.

Der Umgang mit nordkoreanischen Gefangenen sei jedoch komplex. Nach internationalem humanitärem Recht sei grundsätzlich der Staat verantwortlich, der diese Personen in den Konflikt entsandt habe, erklärte Okhrimenko. Zudem verwies er auf das Prinzip der Nichtzurückweisung: Wenn ein Kriegsgefangener nicht in sein Herkunftsland zurückkehren wolle und es keine alternative Lösung gebe, müsse er weiter festgehalten werden, bis eine Klärung möglich sei.

Auch bei anderen Gefangenen zeigt Russland laut ukrainischer Darstellung wenig Engagement. So habe Moskau zuletzt kein Interesse an inhaftierten Geistlichen der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats gezeigt, denen in der Ukraine unter anderem Zusammenarbeit mit russischen Stellen vorgeworfen wird. Okhrimenko äußerte die Einschätzung, Russland könnte darauf setzen, dass diese Personen später unabhängig von einem Austausch freikommen.