Spannungen bei Protesten

Rechte Demo trifft auf Blockaden und Gegenprotest

05.05.2026 – 02:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Polizeieinsatz bei einer Demo in Nürnberg (Archivbild): Bei den Aufzügen am Montagabend mussten die Beamten auch Gewalt anwenden.Vergrößern des Bildes

Polizeieinsatz bei einer Demo in Nürnberg (Archivbild): Bei den Aufzügen am Montagabend mussten die Beamten auch Platzverweise aussprechen. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago-images-bilder)

Eine rechte Demonstration in Nürnberg trifft am Abend auf mehrere Gegenproteste. Die Polizei muss eingreifen, doch nicht alle halten sich an Anweisungen.

Rund 50 Teilnehmer des rechten „Team Menschenrechte“ haben am Montagabend in Nürnberg demonstriert. Der Abend brachte Sitzblockaden, eine Frau in Gewahrsam und laufende Ermittlungen.

Unter dem Titel „Für friedlichen politischen Diskurs, Meinungsfreiheit und Demokratie“ hielten die Teilnehmer der rechten Versammlung ihre Auftaktkundgebung am Jakobsplatz ab. Direkt daneben sammelten sich zeitgleich mehrere angemeldete Gegendemos mit insgesamt etwa 150 Teilnehmern. Um die Lager zu trennen, setzte die Polizei Sperrgitter ein, wie die Beamten mitteilten.

Streitpunkt war die geplante Demoroute: Die Anmelderin hatte den Aufzug auch durch die Kartäusergasse, die sogenannte Straße der Menschenrechte, angemeldet. Das Nürnberger Ordnungsamt hatte diesen Abschnitt sowie eine dort geplante Zwischenkundgebung zunächst untersagt. Dagegen klagte die Anmelderin beim Verwaltungsgericht Ansbach und bekam noch am Montagnachmittag in einer schnellen Entscheidung recht. Der Verwaltungsgerichtshof München bestätigte das nach einem Einspruch am Abend.

Bereits vor Beginn des Aufzugs hatten sich vereinzelt Personen in der Kartäusergasse eingefunden, die von Polizisten wieder wegschickt wurden. Eine Frau ignorierte den Platzverweis trotz wiederholter Aufforderung und wurde schließlich für die Dauer der Demo in Gewahrsam genommen.

Während des Aufzugs sammelten sich am Kornmarkt, am Eingang zur Kartäusergasse, mehrere Spontandemos mit insgesamt rund 30 Gegendemonstranten. Im weiteren Verlauf errichteten kleinere Gruppen an mehreren Stellen Sitzblockaden. Eine davon konnte die Demo umgehen. Bei zwei weiteren Blockaden griff die Polizei ein: Die Teilnehmer wurden mehrfach aufgefordert, die Straße freizumachen und den Protest an einer nahegelegenen Stelle fortzuführen. Da ein Teil der Personen dem nicht nachkam, trugen Beamte sie schließlich beiseite und nahmen Ermittlungen auf.

Gegen 21.20 Uhr endete der abendliche Einsatz für die Polizeo. Beteiligt waren nach eigenen Angaben Beamte der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte, die den Einsatz leitete, sowie Kräfte der Zentralen Einsatzdienste Mittelfranken, der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Nürnberger Verkehrspolizei und der Kriminalpolizei. Die Kripo prüft nun, ob es weitere Verstöße gab, und übernimmt die Ermittlungen zu den angezeigten Vorfällen.