Ein Grüner, der Autos streichelt: Winfried Kretschmann brach mit der Linie seiner Partei und gewann so neue Wähler für sie. Nun tritt er ab. Ist er ersetzbar?
5. Mai 2026, 10:34 Uhr
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Winfried Kretschmann, der kauzige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, prägte mit seinem Waschlappen-Energiespartipp die Köpfe vieler. Nach 15 Jahren im Amt verabschiedet er sich, hinterlässt aber die Frage, ob er als grüner Vorreiter oder Industrie-Regent in Erinnerung bleibt. Sein unkonventioneller Werdegang vom Kommunisten zum Grünen fasziniert, ebenso wie sein unorthodoxer Führungsstil und seine Verbindung ins konservative Lager. Kretschmanns Abschied markiert einen Wendepunkt für die Grünen, die nun nach einem neuen Profil suchen – weg von Parteisoldaten hin zu eigenständigen, authentischen Köpfen. Mit seinem pragmatischen, aber nicht dogmatischen Ansatz verkörpert Kretschmann das Politikerideal, nach dem viele suchen.
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15 Jahre lang war Winfried Kretschmann der Ministerpräsident von Baden-Württemberg.
© Verena Müller/laif
Der Waschlappen wird bleiben, der auf jeden Fall. Heizung runterdrehen, Stoß- statt Dauerlüften, Geräte komplett ausschalten statt nur auf Stand-by, weniger duschen – denn »auch der Waschlappen ist eine brauchbare Erfindung«. Selbst vielen Menschen, die den Namen Winfried Kretschmann bis zum 18. August 2022 noch nie gehört hatten, dürfte dieser Satz seither in jenen Teil der Hirnrinde eingebrannt sein, der Energiespartipps speichert.
In Zeiten der Gasknappheit wollte der damals bereits als kauzig geltende Ministerpräsident von Baden-Württemberg mit seinen Ratschlägen den stetig steigenden Heizpreisen trotzen. Auch wenn längst nicht alle Grünen begeistert darüber waren, dass Waschlappen-Winnie ihre Partei mit fragwürdigen Hygiene-Vorstellungen aus seiner eigenen Jugendzeit in Verbindung brachte – Kretschmann war da bereits 74 Jahre alt –, so denken heute viele in ihren Reihen: höchste Zeit, dass mal wieder jemand einen Energiespar-Appell an die Nation richtet. Nur sei dieses Mal der Kanzler dran.