Die Erdbeer-Saison startet: Von etwa Mai bis Juli gibt es die süßen, roten Früchte aus der Region. Doch was sind die Folgen, wenn wir jeden Tag Erdbeeren essen?

Viele Menschen freuen sich jedes Jahr über die heimische Erdbeersaison. Schließlich schmecken frisch geerntete Früchte aus der Nähe am allerbesten. Nach Äpfeln, Bananen und Trauben sind Erdbeeren auf Platz vier der beliebtesten Obstsorten in Deutschland. Im Jahr 2025 lag der Pro-Kopf-Verzehr bei rund 3,3 Kilogramm (bzfe).

Erdbeer-Anbau: Weite Transportwege und wenig Bio-Betriebe

Weil sie so beliebt sind, kann der deutsche Anbau nur etwa 39 Prozent des deutschen Bedarfs decken. Die restlichen 61 Prozent stammen aus Spanien, Griechenland, den Niederlanden, Belgien und Italien. Außerhalb der europäischen Saison von November bis März werden zudem Erdbeeren aus Ägypten und Marokko importiert.

Es gibt über 1.000 unterschiedliche Erdbeer-Sorten. Die in Deutschland am häufigsten angebaute Sorte ist die Elsanta. Es ist eine mittelfrühe Sorte mit hoher Ertragsmenge, guter Transport- und Lagerfähigkeit sowie einem aromatischen Geschmack.

Weil die Freilandsaison stark vom Wetter abhängig ist, werden Erdbeeren in den vergangenen Jahren vermehrt im geschützten Anbau erzeugt. Durch den Schutz unter Folie, Flies oder im Gewächshaus kann früher und länger geerntet werden. Die Pflanzen werden zudem vor Starkregen und Hagel geschützt und der Ertrag ist mehr als doppelt so hoch wie im Freiland.

Problematisch am geschützten Anbau ist der anfallende Plastikmüll. Einige ökologische Betriebe verwenden daher kompostierbare Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Allerdings werden in Deutschland nur 2,7 Prozent der Anbaufläche ökologisch bewirtschaftet. 

Erdbeeren sind eigentlich gar keine Beeren

Wusstest du, dass Erdbeeren eigentlich gar nicht zum Obst zählen? Trotz ihres Namens gehören Erdbeeren botanisch nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Die charakteristischen gelben Körnchen auf der Erdbeere sind eigentlich Nüsse.

Mehr dazu: Warum die Erdbeere kein Obst ist

Wie gesund sind Erdbeeren?

Erdbeeren schmecken nicht nur richtig lecker, sie sind auch richtig gesund. Zum einen haben Erdbeeren auf 100 Gramm nur rund 35 Kilokalorien. Zum anderen enthalten sie viele wertvolle Nährstoffe: Erdbeeren sind reicher an Vitamin C als so manche Zitrusfrucht. Bereits 150 bis 200 Gramm Erdbeeren decken den Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen. Außerdem sind sie reich an Folsäure, Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin K, Zink und Mangan.

Erdbeeren liefern viele Polyphenole wie Flavonoide und Phenolsäuren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und antibakteriell, schützend sowie entzündungshemmend wirken können.

Übrigens enthalten Erdbeeren nur wenig Zucker (5,5 Gramm Kohlehydrate auf 100 Gramm) und sind deshalb auch für Menschen mit Diabetes besonders gut geeignet.

Jeden Tag Erdbeeren: Das sind die Folgen

Wenn du täglich Erdbeeren isst, kann das viele gesundheitliche Vorteile haben, du solltest jedoch auch die Risiken kennen.

Gesundheitliche Vorteile, wenn du jeden Tag Erdbeeren isst

  • Du wirst mit vielen wertvollen Nährstoffen versorgt: Erdbeeren sind reich an Vitamin C, B-Vitaminen, insbesondere Folsäure, Vitamin K, Zink und Mangan. Außerdem enthalten sie Polyphenole.
  • Du wirst mit Flüssigkeit versorgt: Erdbeeren bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und versorgen den Körper deshalb zusätzlich mit Flüssigkeit.
  • Deine Herz-Kreislauf- und Stoffwechselgesundheit wird gefördert: Zu diesem Fazit kommt ein Review aus dem Jahr 2024.
  • Dein Risiko für chronische Erkrankungen kann sinken: Ein Review aus dem Jahr 2021 kam zu dem Schluss, dass Erdbeeren und Honig durch ihre bioaktiven Inhaltsstoffe (Polyphenole) oxidativen Stress und Entzündungen reduzieren und somit zur Prävention chronischer Erkrankungen beitragen können – allerdings besteht noch Forschungsbedarf.
  • Du kannst dich in der Küche austoben: Lass dich von unseren vielseitigen Erdbeer-Rezepten inspirieren.

Jeden Tag Erdbeeren: Das sind die Risiken

  • Du nimmst möglicherweise Pestizidrückstände auf: Wie der BUND im Jahr 2023 berichtete, waren 15 von 19 getesteten konventionellen Erbeerproben mit Pestiziden belastet. Auch Ökotest fand 2023 bis zu sieben unterschiedliche Pestizide auf einer einzigen Erdbeere.
  • Erdbeeren können allergische Reaktionen auslösen: Insbesondere, wenn du auf Birkenpollen allergisch reagierst, sind Kreuzallergien möglich und du solltest vorsichtig sein.
  • Der Anbau im Ausland und der Import sind oft umweltschädlich: Unser Bedarf kann nicht durch den deutschen Anbau gedeckt werden, sodass Erdbeeren importiert werden müssen. Weite Transportwege, CO2-Emissionen, riesige Monokulturen, Ausbeutung von Erntehelfer:innen und Wasserprobleme in den Anbauländern sind die Folge.
  • Du gibst viel Geld aus: Insbesondere für regionale Bio-Erdbeeren muss man tiefer in die Tasche greifen. Das liegt an den etwas geringeren Ertragsmengen und den Anforderungen im ökologischen Anbau: Anstelle von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln werden aufwändigere Maßnahmen wie der Einsatz von Nützlingen verwendet.
  • Der geschützte Anbau produziert Plastikmüll: Die Erdbeerpflanzen werden zum Schutz mit Folie oder Vlies bedeckt, dadurch entsteht zusätzlicher Müll. Beim Anbau außerhalb von Deutschland landet ein Teil der Folien auf illegalen Müllhalden.

Wie viele Erdbeeren pro Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Als Maßeinheit für eine Portion dient die eigene Hand – in eine Hand passen circa 100 bis 150 Gramm Erdbeeren.

Angenommen, du teilst die empfohlenen fünf Portionen in drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst auf, könntest du also 200 bis 300 Gramm Erdbeeren pro Tag essen – theoretisch auch mehr, schließlich ist es die Mindestempfehlung.

Wer sollte besser keine Erdbeeren essen?

Es gibt Menschen, die mit einer allergischen Reaktion auf Erdbeeren regieren, insbesondere in größeren Mengen. Häufig handelt es sich dabei um eine Kreuzallergie, etwa bei Birkenpollenallergie. Wenn du Symptome wie Kribbeln im Mund, geschwollene Lippen, Engegefühl im Hals, Juckreiz, Brennen oder Hautausschlag nach dem Verzehr von Erdbeeren bemerkst, solltest du besser keine oder nur sehr kleine Mengen Erdbeeren essen.

Auch Menschen mit Nierensteinen sollten besonders vorsichtig sein, da Erdbeeren Oxalsäure enthalten, die die Bildung von Nierensteinen fördern kann.

Utopia.de Fazit: Erdbeeren nur während der Saison täglich essen

Erdbeeren sind lecker und gesund, deshalb ist es empfehlenswert sie regelmäßig zu essen – allerdings nur während der Saison. Außerhalb der heimischen Saison müssen Erdbeeren importiert werden, was zu hohen CO2-Emissionen, riesigen Monokulturen, Ausbeutung der Erntehelfer:innen und Wasserproblemen in den Anbauländern führt.

Hinzu kommt, dass das Risiko von Pestizidbelastungen bei importierter Ware höher ist, sie weniger aromatisch schmecken und größere Nährstoffverluste aufweisen.

Wir empfehlen, möglichst regionale Erdbeeren in Bio-Qualität zu kaufen. Sie sind aromatisch, weniger durch Pestizide belastet und produzieren weniger Plastikmüll beim geschützten Anbau. Selbstgepflückte Erdbeeren sind natürlich am frischsten und haben damit die geringsten Nährstoffverluste. Noch besser: Erdbeeren aus dem eigenen Garten, die du direkt nach Bedarf pflücken kannst und bei denen du selbst bestimmst, wie sie angebaut werden.

Tipp: Wenn du außerhalb der Saison Erdbeeren genießen möchtest, empfehlen wir, sie schon während der Saison einzufrieren oder Marmelade daraus zu machen. Zwar schmecken sie frisch geerntet am besten, aber eingefrorene Erdbeeren oder Marmelade sind empfehlenswerter als importierte Ware außerhalb der Saison.

Bitte lies unseren Hinweis zu Gesundheitsthemen.

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