Wer regelmäßig Pressekonferenzen mit Vincent Wagner, dem Trainer der SV Elversberg, verfolgt, der weiß, dass der 40-Jährige sehr gut mit seinen Worten umzugehen vermag. Ein interessantes Merkmal des Fußballlehrers: In kurzen Statements gelingt es ihm teilweise, überraschend viele verschiedene Themen anzubringen – und sie gekonnt miteinander zu verbinden. Ein Beispiel dafür ist die Pressekonferenz mit ihm im Anschluss an den jüngsten 5:1-Sieg der SVE gegen Paderborn. Schon in seiner ersten Reaktion auf den Heimerfolg im Spitzenspiel landete er nach nur wenigen Sätzen beim anstehenden Spiel gegen Fortuna am Sonntag (13.30 Uhr).
In die Partie in der Stockumer Arena gehen die Elversberger durch den deutlichen Sieg gegen Paderborn als Tabellenzweiter – mit jeweils einem Punkt Vorsprung auf Hannover und den Gegner aus der Vorwoche, die Rang drei und vier belegen. Gegen die Paderborner, die gerade in der ersten Hälfte meilenweit von ihrer Bestform entfernt waren, spielten sich die Saarländer in einen Rausch. Wagner wusste aber schnell, dass das für die Partie bei den abstiegsbedrohten Düsseldorfern nichts zu bedeuten hat.
Elversberg-Trainer erwartet „40.000 oder 50.000 Fans“
In seiner gewohnt lockeren Rhetorik kündigte der studierte Sport- und Geschichtslehrer erst einmal an: „Wir werden eine geile Trainingswoche haben, da bin ich mir sicher.“ In Düsseldorf warte dann aber ein „richtiges Brett“ auf sein Team, da war sich der 40-Jährige ebenfalls sicher: „Wir spielen dort vor 40.000 oder 50.000 Fans, die komplett hinter ihrem Verein stehen, weil es da um alles geht.“
Nach einer überragenden Saison mit 59 Punkten aus 32 Spielen gehen die Elversberger trotzdem ausgesprochen selbstbewusst in den Saisonendspurt. „Wir haben die Mannschaft, um in Düsseldorf zu bestehen“, erklärte Wagner. „Leicht wird es aber nicht.“ Und dann zeigte sich eine Herangehensweise, die beim SVE-Coach über die Saison hinweg durchaus bemerkenswert ist. Er sprach das Szenario, auch Rückschläge erleiden zu können, ebenfalls offen an – und nahm damit jeglichen Druck heraus.
Wagner: „Wenn es nicht gelingt, brauchen wir nicht traurig sein“
„Wenn es nicht gelingt, brauchen wir nicht traurig sein. Dann richtet man die Krone und es geht weiter“, sagte er. Noch deutlich vor dem Spiel in Düsseldorf machte Wagner deutlich: Es kann natürlich auch passieren, dass sein Team bei Fortuna verliert. Selbst das würde die Elversberger aber wohl nicht aus der Bahn werfen, zumal der Coach häufig genug betont, wie eng es in der Zweiten Liga zugeht. Der Abschluss von Wagners Düsseldorf-Block in seinem Pressekonferenz-Statement war dann auch wieder positiv: „Ich glaube an unsere Jungs, das wird geil.“
Wagners Herangehensweise wird sich allerdings nicht von der vieler Düsseldorf-Anhänger unterscheiden. Elversberg geht mit jeder Menge Rückenwind in die Partie am Sonntag, ist deswegen – da reicht auch ein Blick auf die Tabelle – Favorit in dem Aufeinandertreffen. Dennoch kann in der Zweiten Liga tatsächlich an jedem Spieltag alles passieren. Das stellte Fortuna nicht zuletzt damit unter Beweis, dass sie in der laufenden Saison beide Spiele gegen den Aufstiegskandidaten aus Paderborn gewann.