Abschied und Neubeginn liegen in diesen Tagen im Amerika-Tierpark dicht beieinander. Wenn in den nächsten Wochen die bisherige Affenanlage und die angrenzenden Vogel-Volieren abgerissen werden, muss ein Besucherliebling auf Reisen gehen.
Affe Vitaly auf Reisen
Affe Vitaly war der letzte seiner Art, der allein in der verlassenen Anlage lebte. Als seine Mutter nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs altersbedingt starb, blieb nur noch der mittlerweile 17-jährige Mohren-Makake zurück. Mit ihm endet eine Ära, von der viele Limbach-Oberfrohnaer noch Geschichten erzählen können.
„Ich sehe Vitalys Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge“
Mike Richter ist seit 26 Jahren in der Einrichtung und hat einen großen Teil davon miterlebt: „Ich sehe Vitalys Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, gesteht er. „Nach seinem Umzug nach Frankreich wird er wieder einer Gruppe angehören und trifft auch auf seinen Bruder. In der dortigen Auffangstation wird es ihm sicher gut gehen.“ Richter betont aber auch, dass Makaken Charaktertiere sind: „Ich kenne Vitaly von Geburt an, wir haben uns aneinander gewöhnt. Auch wenn ich eine Weile nicht bei ihm war, erkennt er mich sofort.“
Leben im Regenwald
Mohrenmakaken leben in der freien Natur ausschließlich auf der südwestlichen Halbinsel der Insel Sulawesi, ihr Lebensraum sind vorwiegend tropische Regenwälder. Sie sind tagaktiv und leben sowohl am Boden als auch auf den Bäumen. Dabei bilden sie Gruppen von fünf bis 25 Tieren, die aus mehreren Männchen und Weibchen sowie dem gemeinsamen Nachwuchs bestehen. Ihre Nahrung setzt sich aus Früchten, Bambussamen, Knospen und Kleintieren zusammen.
Neues Affenhaus
Für das neue Affenhaus, das anstelle der jetzigen Anlage entstehen soll, sind Schwarzbüscheläffchen geplant. Sie werden zusammen mit Sittichen, Schildkröten und eventuell auch den Agutis leben.
Während die Affenhaltung vorerst beendet ist, gibt es dieser Tage reichlich Grund zum Freuen: Vor allem bei den Humboldt-Pinguinen kann man einmal mehr von einem Nachwuchssegen sprechen. Aktuell gibt es elf Jungvögel, drei vorhandene Eier waren vermutlich nicht befruchtet. Ein Paar, Ole und Heidi, setzt als Jungpaar dieses Jahr mit der Brut aus. Kuno und Gudrun haben oft zwei Jungtiere und so schauen auch diesmal zwei kleine Köpfe unter den schützenden Eltern heraus.
Mike Richter sieht den Bruterfolg darin, dass es im Vorjahr nur im Frühling Nachwuchs gab. Das war für die Pfleger, aber auch für die Pinguineltern eine Erleichterung: Drei Jahre hintereinander hatte es zwei Bruten im Jahr gegeben. Die Jungtiere gehen langfristig in andere Zoos, da der Platz in der Anlage begrenzt ist.
Kleines Baby-Mara
Wer das kleine Baby-Mara entdecken will muss ganz leise sein und sich langsam bewegen. Wie seine Familie ist das Kleine sehr scheu und reagiert auf alles. Maras können bis zu drei Jungtiere pro Jahr bekommen, welche ebenfalls aus Platzgründen abgegeben werden.
Zu bewundern gibt es weiterhin in Inka-Land eine kleine Girgentana-Ziege und vermutlich wird es auch bei den Alpakas Nachwuchs geben. Vor allem die Besucher würden sich über kleine Polarfüchse freuen, nachdem vor ein paar Jahren mehr als zehn durch die Anlage getollt waren. Bei den Damhirschen ist Nachwuchs fest gesetzt und man hofft auf kleine Zwerg-Maras und Kaninchen-Käuze. Auch in Pinguinland wird eifrig gebrütet: Bei den Seidenreihern und den Schwarz-Ibissen ist der Nachwuchs da. Ob es bei den Flamingos mit Jungvögeln klappt, kann man noch nicht abschätzen.
Öffnungszeiten
Wer nun Lust auf einen Besuch im Amerika-Tierpark bekommen hat: Dieser hat täglich von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet, am Wochenende und an den Feiertagen eine halbe Stunde länger.
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