VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen

Stand: 06.05.2026 • 07:31 Uhr

Nach dem wilden Remis in Hoffenheim geht es für die Schwaben ins nächste Spiel gegen einen direkten Konkurrenten. Die Ausgangslage verspricht Spannung pur.

Der VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim und Bayer Leverkusen liefern sich in der Bundesliga ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz vier, der den sicheren Einzug in die Champions League bedeutet. Jeweils 58 Punkte haben die Kontrahenten auf dem Konto, am Samstag kommt es zum direkten Duell zwischen dem VfB und Leverkusen (15:30 Uhr im Liveticker und Audiostream).

VfB gegen Leverkusen – Duell der Maschinen

Beide Teams stehen für mutigen Offensivfußball, der auf aktives Agieren mit dem Ball ausgelegt ist. Doch es ist auch das Duell der Maschinen: Die Stuttgarter sind mit 53,2 Prozent gewonnener Zweikämpfe das griffigste Team der Liga, Leverkusen folgt mit 52,7 Prozent auf Rang zwei.

Im Hinspiel entschied der VfB nicht nur die meisten Duelle für sich (53 Prozent), sondern schenkte der Werkself auch kräftig ein: 4:0 stand es damals zur Pause für das Hoeneß-Team, nach 90 Minuten stand ein 4:1 gegen den vermeintlichen Angstgegner auf der Anzeigetafel.

Karazor für zwei Spiele gesperrt

Kapitän Atakan Karazor wird dem VfB Stuttgart in den letzten beiden Bundesliga-Spiele der laufenden Saison fehlen. Der 29-Jährige ist vom Deutschen Fußball Bund (DFB) nach seiner Roten Karte am Samstag gegen Hoffenheim (3:3) für zwei Partien gesperrt worden.
Karazor war wegen rohen Spiels von Schiedsrichter Sascha Stegemann des Feldes verwiesen worden. In den Partien am kommenden Samstag gegen Bayer Leverkusen sowie am 16. Mai bei Eintracht Frankfurt wird er somit nicht auf dem Platz stehen. Für das Pokalfinale gegen den FC Bayern am 23. Mai steht der Kapitän jedoch wieder zur Verfügung

Der Trend spricht für Leverkusen

Während der VfB aus den letzten drei Spielen keinen Sieg geholt hat, drehte Leverkusen kräftig auf. Bayer machte an den letzten fünf Spieltagen einen Sieben-Punkte-Rückstand wett. Zuletzt setzte Bayer mit dem 4:1 gegen RB Leipzig ein Ausrufezeichen hinter die eigenen Champions-League-Ambitionen.

Stuttgart dagegen holte nach dem 2:4 gegen den FC Bayern „nur“ zwei Punkte gegen Werder Bremen (1:1) und die TSG Hoffenheim (3:3). Während das Unentschieden im Kraichgau nach Rückstand und in Unterzahl als gewonnener Punkt verbucht werden konnte, könnte das Remis aus dem Bremen-Spiel in der Endabrechnung noch teuer werden für die Schwaben.

Bilanz-Zwillinge VfB und Leverkusen

Der VfB und Leverkusen haben nach kurz vor dem Saisonende exakt die selbe Bilanz: 17 Siegen stehen jeweils sieben Remis und acht Niederlagen gegenüber. Einzig die bessere Tordifferenz (+23 zu +20) spricht aktuell für Leverkusen. Mit einem Unentschieden würde es auch dabei bleiben.

Möglicher Nutznießer wäre dann der Tabellensechste aus Hoffenheim. Die TSG geht als Favorit in die letzten beiden Spiele gegen Werder Bremen und bei Borussia Mönchengladbach. Geht man davon aus, dass die Kraichgauer die Maximalausbeute holen, gilt sowohl für den VfB als auch Leverkusen: Nur mit zwei Siegen führt der Weg direkt in die Champions League. Offensive dürfte also Trumpf sein am Samstag.

Deniz Undav und Patrick Schick im Torjäger-Duell

Noch hat Deniz Undav die Nase vorn gegenüber dem Leverkusener Patrik Schick. Der Stuttgarter belegt mit 18 Treffern Platz zwei in der Torjägerliste hinter dem enteilten Bayern-Angreifer Harry Kane. Schick folgt mit 16 Toren, hat aber zuletzt gegen Leipzig dreimal zugeschlagen und ist Undav auf den Fersen.

Der Stuttgarter hat dagegen in den letzten vier Spielen nicht getroffen und ist nicht nur wegen des Kampfes um die Champions-League-Plätze daran interessiert, diese (kurze) Durststrecke zu beenden: Mit jedem Treffer steigert Undav wohl seine Chancen, aus seiner von Bundestrainer Julian Nagelsmann angedachten Reservistenrolle bei der WM noch einen Schritt nach vorne zu machen.

Der VfB und die Power von der Bank

Gegen die TSG Hoffenheim erzielten Ermedin Demirovic und Tiago Tomas bereits die Jokertore 16 und 17 für den VfB in dieser Saison – Vereinsrekord. Es wäre auch historisch der höchste Bundesligawert, wenn der FC Bayern nicht wäre. Der Rekordmeister liegt in dieser Spielzeit schon bei 19 Treffern von der Bank. Kein Wunder, Trainer Vincent Kompany brachte in den letzten Wochen immer wieder Spieler wie Kane oder Michael Olise erst in der zweiten Halbzeit ins Spiel.

Stuttgarts Tiago Tomas hat gegen Leverkusen zwar seinen einzigen Doppelpack in der Bundesliga geschnürt, dürfte sich aber ein anderes Ergebnis wünschen als im Februar 2022: Damals verlor der VfB mit 2:4. Am Samstag dürfte dem Portugiesen ein Sieg wichtiger sein als die persönliche Bilanz – damit der VfB sich im Rennen um die Champions League wieder in die Pole Position bringt.

Südwestrundfunk