Der Hindenburgdamm in Lichterfelde leidet seit längerem unter Baustellen, Einschränkungen und Leerständen. Bezirk und lokale Akteure suchen nun Lösungen zur Stabilisierung des Standorts über die Bauphase hinaus.
Das seit vielen Jahren leerstehende und zunehmend verfallende Gebäude am Gardeschützenweg Ecke Hindenburgdamm fügt sich in die anhaltenden Herausforderungen rund um Leerstand und Aufwertung des Hindenburgdamms ein. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: IMAGO / Joko
Der traditionsreiche Hindenburgdamm in Lichterfelde bleibt ein schwieriger Standort im Berliner Südwesten. Seit Jahren belasten Bauarbeiten, Verkehrseinschränkungen und wirtschaftliche Einbußen die Einkaufsstraße. Beim 34. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest ging es deshalb um aktuelle Baustellen und um langfristige Perspektiven für den Standort.
Für Anwohnende, Gewerbetreibende und Kundschaft bleibt die Lage unsicher. Nach Angaben des Tiefbauamtes können sich einzelne Bauabschnitte und verkehrliche Behinderungen je nach Bauphase voraussichtlich bis 2028 hinziehen.
Lichterfelde: Baustellen und Leerstand belasten den Hindenburgdamm
Die Probleme rund um die Einkaufsstraße beschränken sich jedoch nicht auf den Verkehr. Betriebe berichten von wirtschaftlichen Folgen, weil Laufwege unterbrochen werden, Parkmöglichkeiten fehlen und Kundinnen und Kunden die Straße teils meiden. Zugleich prägen Leerstände, wie etwa das „Geisterhaus“ am Gardeschützenweg 3, den Standort.
Damit steht der Hindenburgdamm wie viele Berliner Einkaufsstraßen vor einer Herausforderung. Sie müssen erreichbar bleiben, aber auch Aufenthaltsqualität, Nutzungsmischung und ein verlässliches Angebot sichern.
Steglitz-Zehlendorf: Bezirk prüft neue Modelle für Standortentwicklung
Im Mittelpunkt des RegioTalks in der Villa Kult standen daher mögliche Instrumente für eine langfristige Stabilisierung. Die IHK Berlin stellte das Modell eines Business Improvement Districts vor. Dabei finanzieren Immobilieneigentümer gemeinsame Maßnahmen für einen Standort, etwa Marketing, Gestaltung oder bessere Koordination.
Außerdem verwies die bezirkliche Wirtschaftsförderung auf das Förderprogramm „Wirtschaftsdienliche Maßnahmen“, das kleinere und mittlere Unternehmen bei nicht investiven Projekten unterstützen kann.
Beim 34. RegioTalk des Regionalinkubators Berlin Südwest in der Villa Kult stand die Zukunft des Hindenburgdamms im Fokus. / © Foto: Pia Henkel / Regionalinkubator Berlin Südwest
Auch eine Vereinsgründung wurde als möglicher nächster Schritt diskutiert, um die Interessen der lokalen Akteure besser zu bündeln. Entscheidend bleibt jedoch, ob Eigentümer, Gewerbe, Bezirk und Initiativen dauerhaft zusammenarbeiten.
Hindenburgdamm: Wohnen, Gewerbe und neue Perspektiven
Trotz der angespannten Lage im gewerblichen Umfeld lassen sich im Bereich Wohnen auch neue Entwicklungen beobachten. So entsteht mit „Augustas Hof“ am Kreuzungsbereich Hindenburgdamm/Augusta Straße ein Neubau mit 32 Wohnungen auf rund 2.700 Quadratmetern, der zusätzliche Wohnnutzung in das Quartier bringt.
Solche Vorhaben lösen die aktuellen Probleme der Einkaufsstraße zwar nicht kurzfristig, zeigen aber, dass der Standort weiterhin in Bewegung bleibt und künftig stärker zwischen Versorgung, Wohnen und Aufenthaltsqualität gedacht werden muss. Denn für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner wird auch entscheidend sein, wie sich das direkte Umfeld entwickelt und ob es gelingt, die Aufenthaltsqualität und Attraktivität des Hindenburgdamms langfristig zu stärken.
Am Kreuzungsbereich Hindenburgdamm/Augusta Straße entsteht mit „Augustas Hof“ ein Neubau mit 32 Wohnungen auf rund 2.700 Quadratmetern. / © Visualisierung Kolarski real estate & trading GmbH Victoria Wohnungsbau 14 GmbH
Am Ende steht deshalb keine schnelle Lösung, sondern ein längerer Prozess. Der Hindenburgdamm braucht nicht nur ein Ende der Baustellen, sondern auch eine tragfähige Strategie für die Zeit danach. Für Lichterfelde wird entscheidend sein, ob aus der aktuellen Belastung ein gemeinsames Konzept für eine stabilere Einkaufsstraße entstehen kann.
Quellen: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Stadtrand Nachrichten


