Ein halbes Jahr nach Auslaufen des Regel-Supports für Windows 10 sind in Berlin knapp 10.000 Behörden-Rechner nicht auf aktuellem Stand. Das geht aus einem Bericht der Senatskanzlei an den Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hervor, der dem Tagesspiegel vorliegt.
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In dem Bericht vom 17. März wird die Zahl der aktuell nicht auf Windows 11 umgestellten Rechner mit 9968 angegeben. Damit war zu diesem Zeitpunkt mehr als ein Zehntel der 84.000 Behörden-Rechner nicht mit der aktuellen Version des Betriebsprogramms ausgestattet. 25 von 38 verantwortlichen IT-Stellen der Behörden hatten eine vollständige Umstellung aller Rechner auf Windows 11 gemeldet. Ausgelaufen war der Support am 14. Oktober 2025.
4460
Rechner wurden komplett vom Netz getrennt
Die Verwendung veralteter Betriebssysteme bedeutet massive Sicherheitsrisiken. Um die Gefahr erfolgreicher Hacker-Attacken zu minimieren, wurden laut Senatskanzlei 4460 veraltete Rechner vom Berliner Landesnetz getrennt. Sie können dementsprechend bis auf Weiteres nicht für das vernetzte Arbeiten verwendet werden.
Angaben dazu, wann die Aktualisierung des Betriebssystems abgeschlossen werden soll, machte die Senatskanzlei nicht. Zuletzt waren Anfang November noch rund 30.000 Behörden-Rechner nicht auf Windows 11 aktualisiert.
Jede Zusatzlizenz kostet 68,25 Euro
Das Land Berlin kommen die verspäteten Updates einmal mehr teuer zu stehen. Laut Senatskanzlei haben die Behörden die Inanspruchnahme von 3508 kostenpflichtigen Windows-10-Sicherheits-Updates gemeldet. „Soweit hierzu Kosten benannt wurden, belaufen sich diese durchgehend auf 68,25€ je Lizenz“, erklärte die Senatskanzlei. Macht in Summe rund 240.000 Euro Mehrkosten.
Die Umstellung der Behörden-IT auf neuere Betriebssysteme führt in Berlin regelmäßig zu Fristüberschreitungen und dem Einkauf teurer Extra-Supports. Zuletzt hatte die Einführung von Windows 10 die Verwaltung vor große Herausforderungen gestellt. Eine der Ursachen ist, dass die Installation des sogenannten BerlinPC mit einheitlicher Ausstattung und Benutzeroberfläche nur schleppend vorankommt.
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Von den mehr als 84.000 Rechnern ist aktuell nur ein Bruchteil mit dem einheitlichen Arbeitsplatz ausgestattet. Verwaltungsintern heißt es, dieser sei schon jetzt veraltet und biete nicht die benötigte Funktionalität. Verantwortlich für das Ausrollen des BerlinPCs ist das von einer schweren Finanzkrise gebeutelte ITDZ.