{"id":1000030,"date":"2026-05-07T01:45:16","date_gmt":"2026-05-07T01:45:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000030\/"},"modified":"2026-05-07T01:45:16","modified_gmt":"2026-05-07T01:45:16","slug":"hantavirus-auf-der-hondius-kreuzfahrtschiff-darf-teneriffa-anlaufen-feuerwehr-bringt-deutsche-kontaktperson-nach-duesseldorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000030\/","title":{"rendered":"Hantavirus auf der \u201eHondius\u201c: Kreuzfahrtschiff darf Teneriffa anlaufen \u2013 Feuerwehr bringt deutsche Kontaktperson nach D\u00fcsseldorf"},"content":{"rendered":"<p>Seit Tagen liegt die \u201eHondius\u201c vor Kap Verde. Nun darf das vom Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff endlich in einen Hafen einlaufen. Eine 65-j\u00e4hrige Deutsche wurde am Abend ausgeflogen und ist auf dem Weg nach D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach tagelanger Unsicherheit auf dem vom Ausbruch des Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiff \u201eHondius\u201c gibt es endlich Aussicht auf Rettung f\u00fcr die knapp 150 Menschen an Bord. Spanien erteilte dem unter niederl\u00e4ndischer Flagge fahrenden Schiff die Erlaubnis, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzulaufen, und zwar auf der Urlaubsinsel Teneriffa.<\/p>\n<p>Drei Menschen wurden inzwischen unter medizinischer Begleitung von Bord des Schiffes geholt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das niederl\u00e4ndische Au\u00dfenministerium mitteilten. Sie seien mit zwei Spezialflugzeugen unterwegs in die Niederlande, hie\u00df es. Eines der beiden Flugzeuge landete am Abend auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam.<\/p>\n<p>Der zweite Flieger mit zwei Patienten an Bord musste aber einen technischen Zwischenstopp auf Gran Canaria einlegen. Grund sei ein Defekt an einer Isolationskapsel, berichtete der TV-Sender RTVE am Abend unter Berufung auf die Delegation der spanischen Zentralregierung auf den Kanaren. Die Insassen sollen an Bord bleiben, der Flug werde bald fortgesetzt. Marokko habe zuvor eine Landung auf seinem Staatsgebiet verweigert, hie\u00df.<\/p>\n<p>Deutsche ist vermutlich nicht infiziert<\/p>\n<p>Zu den drei Personen, die zun\u00e4chst in die Niederlande geflogen werden, geh\u00f6rt laut Ministerium eine 65 Jahre alte Deutsche, die in engem Kontakt mit der deutschen Frau stand, die an Bord gestorben war. Die 65-J\u00e4hrige solle in einer Klinik in D\u00fcsseldorf untersucht werden. Sie habe bisher keine Symptome. Nach der Landung des Flugzeugs waren Einsatzkr\u00e4fte aus D\u00fcsseldorf auf dem Rollfeld zu sehen.<\/p>\n<p>Die Feuerwehr D\u00fcsseldorf und das Universit\u00e4tsklinikum D\u00fcsseldorf (UKD) \u00fcbernehmen gemeinsam den Transport nach Deutschland und die vorsorgliche medizinische Abkl\u00e4rung, berichtete das Klinikum. Man gehe davon aus, dass die betreffende Person nicht infiziert sei. \u201eEs handelt sich um eine Kontaktperson ohne best\u00e4tigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abkl\u00e4rung\u201c, betonte das Klinikum. Zur betroffenen Person machte die Klinik keine Angaben. <\/p>\n<p>Die beiden anderen Personen sind Crew-Mitglieder. Ein Brite (56) und ein Niederl\u00e4nder (41) sind nach Angaben der Reederei krank und brauchen dringend medizinische Hilfe. Seit Tagen liegt das kleine Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde vor Anker, nachdem es vom seltenen Hantavirus getroffen worden war. Drei Menschen sind bisher gestorben, darunter auch eine deutsche Frau. Mehrere Menschen sind erkrankt. <\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen Passagiere werden nach Angaben der spanischen Gesundheitsministerin M\u00f3nica Garc\u00eda auf dem Kreuzfahrtschiff zur Kanaren-Insel Teneriffa fahren, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen eintreffen werden. Auf Teneriffa gibt es eine auf Epidemien spezialisierte Klinik. Dort sollen Besatzung und Passagiere untersucht und gegebenenfalls medizinisch versorgt werden. Sp\u00e4ter k\u00f6nnten sie in ihre jeweiligen Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckkehren. Spanien hatte nach eigenen Angaben in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU gem\u00e4\u00df internationalem Recht und humanit\u00e4ren Prinzipien entschieden, dem Schiff die Erlaubnis zum Anlegen zu erteilen. <\/p>\n<p>Doch auf den Kanarischen Inseln sorgte die geplante Ankunft des Schiffes f\u00fcr Aufregung. Der Pr\u00e4sident der Kanaren, Fernando Clavijo, protestierte gegen das Vorhaben der spanischen Zentralregierung und der WHO. Er beklagt \u201efehlende Transparenz\u201c und fordert ein \u201edringendes Treffen\u201c mit Spaniens Regierungschef Pedro S\u00e1nchez. Ministerin Garc\u00eda wies aber alle Bef\u00fcrchtungen zur\u00fcck und versicherte, die Aktion berge kein Risiko f\u00fcr die Kanaren. Alle verbleibenden Personen an Bord seien asymptomatisch. Spanien werde alle ausl\u00e4ndischen Betroffenen \u00fcber einen europ\u00e4ischen Katastrophenschutzmechanismus in die jeweiligen Heimatl\u00e4nder zur\u00fcckf\u00fchren, erkl\u00e4rte Garc\u00eda. <\/p>\n<p>\u201eIn dieser Phase bleibt das gesamte \u00f6ffentliche Gesundheitsrisiko niedrig\u201c<\/p>\n<p>Die Spanier sollen zun\u00e4chst in ein Milit\u00e4rkrankenhaus in Madrid gebracht werden. Dort sollen sie medizinisch betreut werden und falls n\u00f6tig auch einige Zeit in Quarant\u00e4ne bleiben. Die WHO bekr\u00e4ftigte erneut, dass die Gefahr der Infizierung klein sei. \u201eIn dieser Phase bleibt das gesamte \u00f6ffentliche Gesundheitsrisiko niedrig\u201c, so der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. <\/p>\n<p>Was die Ursache der Infizierung war und wie sich das Virus weiter verbreiten konnte, ist unklar. Die WHO vermutet, dass sich zun\u00e4chst das inzwischen gestorbene niederl\u00e4ndische Ehepaar bereits an Land infiziert habe. Die beiden niederl\u00e4ndischen Passagiere, waren am 27. November in Argentinien angekommen, wie das argentinische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Es reiste anschlie\u00dfend nach Chile und Uruguay weiter und kehrte am 27. M\u00e4rz nach Argentinien zur\u00fcck, um am 1. April an Bord der \u201eHondius\u201c zu gehen.<\/p>\n<p>Argentinien entsendet Experten nach Ushuaia zur Untersuchung von Nagern<\/p>\n<p>Die argentinischen Beh\u00f6rden haben angesichts des t\u00f6dlichen Hantavirus-Ausbruchs auf einem von Argentinien ausgelaufenen Kreuzfahrtschiffs die Entsendung von Experten nach Ushuaia im S\u00fcden des Landes zur Untersuchung von Nagetieren angek\u00fcndigt. Die Experten f\u00fcr Infektionskrankheiten des Malbr\u00e1n-Instituts in Buenos Aires w\u00fcrden dort nach einer \u201em\u00f6glichen Pr\u00e4senz des Virus\u201c suchen, teilte das argentinischen Gesundheitsministerium am Mittwoch (Ortszeit) mit. Sie w\u00fcrden dabei in Gebiete reisen, die zuvor von den beiden niederl\u00e4ndischen Passagieren besucht wurden, die an einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben sind.<\/p>\n<p>Das Ministerium betonte, es sei \u201enicht best\u00e4tigt, dass die Ansteckung in Argentinien stattgefunden hat\u201c. Die argentinische Provinz Feuerland im S\u00fcden des Landes, in der auch Ushuaia liegt und von wo aus das Kreuzfahrtschiff \u201eHondius\u201c aufgebrochen war, habe \u201eseit Einf\u00fchrung der Meldepflicht im Jahr 1996 keinen einzigen Hantavirus-Fall gemeldet\u201c.<\/p>\n<p>Inzwischen ist nachgewiesen, dass es sich in mindestens zwei F\u00e4llen um die Andes-Variante des Virus handelt. Und bei dieser Variante sind auch Infektionen von Mensch zu Mensch bei langem, direktem Kontakt m\u00f6glich. <\/p>\n<p>Die infizierte niederl\u00e4ndische Frau war kurz vor ihrem Tod noch in Johannesburg an Bord eines Flugzeugs gewesen und sollte damit zur\u00fcck nach Amsterdam fliegen. Doch die Frau sei so krank gewesen, dass die Crew beschlossen habe, sie nicht mitzunehmen, teilte die Fluggesellschaft KLM in Amsterdam mit. Die Frau musste demnach das Flugzeug verlassen. Einen Tag sp\u00e4ter starb sie im Krankenhaus von Johannesburg. <\/p>\n<p>KLM war eigenen Angaben erst am Dienstagabend von den niederl\u00e4ndischen Gesundheitsbeh\u00f6rden \u00fcber den Tod der Frau informiert worden. Alle Passagiere des Fluges werden nun von den Beh\u00f6rden vorsorglich informiert. <\/p>\n<p>Neuer Fall in der Schweiz <\/p>\n<p>Inzwischen gibt es einen weiteren Infektionsfall. Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffs \u201eHondius\u201c wurde nach seiner R\u00fcckkehr in die Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet. Er wird nach Angaben der Beh\u00f6rden im Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich behandelt. Der Mann war mit seiner Ehefrau Ende April aus S\u00fcdamerika zur\u00fcckgekehrt. Die Ehefrau habe keine Symptome. Auch die Schweizer Beh\u00f6rden sch\u00e4tzen das Risiko f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung gering ein. <\/p>\n<p>Die Reise der \u201eHondius\u201c hatte vor gut sieben Wochen an der S\u00fcdspitze Argentiniens begonnen\u00a0\u2013 f\u00fcr die Passagiere eine Traumreise mit zahlreichen Natur-Expeditionen bis nach Kap Verde. Als ein Niederl\u00e4nder am 11. April stirbt, ist das zun\u00e4chst ein Einzelfall. Seine Frau verl\u00e4sst das Schiff, um mit ihrem toten Mann in die Niederlande zur\u00fcckzukehren. Doch auch sie stirbt gut zwei Wochen sp\u00e4ter in Johannesburg. <\/p>\n<p>Am selben Tag wird ein britischer Passagier an Bord schwer krank. Er liegt nun auf der Intensivstation in S\u00fcdafrika. Sp\u00e4testens ab dem 2. Mai herrscht Alarmstufe eins. Dann stirbt die deutsche Frau an Bord. Und zwei Crewmitglieder sind erkrankt. Ab jetzt gelten f\u00fcr die noch verbleibenden 87 Passagiere und 61 Besatzungsmitglieder Regeln, wie man sie aus der Corona-Zeit kennt. Abstand halten und H\u00e4nde desinfizieren, sagte etwa die belgische Helene (61) der belgischen Zeitung \u201eHet Laatste Nieuws\u201c: \u201eDie Umst\u00e4nde sind ziemlich gut. Wir machen uns nat\u00fcrlich Sorgen um unsere kranken Passagiere.\u201c Die Stimmung an Bord ist nach Angaben der Reederei gut. Doch einem jungen amerikanischen Youtuber wurde die Unsicherheit doch zu viel. Er stellte in seinen Account ein emotionales Video. \u201eDie Unsicherheit ist nun am schwersten. Wir k\u00f6nnen nur hoffen, dass wir wieder sicher nach Hause kommen.\u201c<\/p>\n<p>dpa\/AFP\/jho\/ceb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Tagen liegt die \u201eHondius\u201c vor Kap Verde. 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