{"id":1000125,"date":"2026-05-07T02:44:23","date_gmt":"2026-05-07T02:44:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000125\/"},"modified":"2026-05-07T02:44:23","modified_gmt":"2026-05-07T02:44:23","slug":"blutbad-fuer-labour-superwahltag-in-grossbritannien-nachrichten-aus-aller-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1000125\/","title":{"rendered":"\u00abBlutbad f\u00fcr Labour\u00bb \u2013 Superwahltag in Gro\u00dfbritannien | Nachrichten aus aller Welt"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">In Gro\u00dfbritannien ist heute Superwahltag. Bei den Regional- und Kommunalwahlen werden in den Landesteilen Schottland und Wales neue Regionalparlamente gew\u00e4hlt. In weiten Teilen Englands stehen Kommunal- und B\u00fcrgermeisterwahlen an.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Doch ihre Bedeutung geht weit \u00fcber die regionale und lokale Ebene hinaus. Seit Monaten wird dar\u00fcber spekuliert, ob Premierminister Keir Starmer nach dem als sicher geltenden Wahldebakel f\u00fcr seine Labour-Partei abtreten muss.<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">Sogar der Zusammenhalt des Landes und das Verfassungsgef\u00fcge drohen durch die Folgen dieser Wahlen ins Wanken zu geraten. Eine Zersplitterung und Polarisierung der britischen Parteienlandschaft stelle das Wahlsystem auf eine schwere Probe, warnen Politikwissenschaftler.<\/p>\n<p><a class=\"article-detail-image use-fancybox\" href=\"https:\/\/www.lz.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xdmErTzJqeW5aMEVSZE9KMlFoU0ZESUlVRUZqc2I4anlHWklkRGtMOG8wOGIxdzIvNW0yOUZJcnVxRFFjUElQOURXNDhETm1BTXdHQStQNFh3NDRlVXpGaXhHSzF5RnV5VFZYNzQ3c1FzNGEzQngxUXFhZXNJT0VrbTJsTnNtRjQ\/260507-0403-urn-newsml-dpa-com-20090101-260507-935-1327086.webp\" rel=\"article-detail-image-overlay nofollow noopener\" title=\"Noch l\u00e4chelt er, doch f\u00fcr Starmer wird die Luft immer d\u00fcnner. - \u00a9 Stefan Rousseau\/PA Wire\/dpa\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" itemprop=\"image\" class=\"img-responsive media-object\" loading=\"lazy\" width=\"250\" height=\"177\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/260507-0403-urn-newsml-dpa-com-20090101-260507-935-1327086.webp\" alt=\"Noch l\u00e4chelt er, doch f\u00fcr Starmer wird die Luft immer d\u00fcnner. - \u00a9 Stefan Rousseau\/PA Wire\/dpa\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Noch l\u00e4chelt er, doch f\u00fcr Starmer wird die Luft immer d\u00fcnner.<br \/>\n(\u00a9 Stefan Rousseau\/PA Wire\/dpa)<\/p>\n<p id=\"absatz6\" class=\"em_text\">Neben Labour d\u00fcrften vor allem die Konservativen, die andere gro\u00dfe britische Volkspartei, schlecht abschneiden. Als sichere Sieger gelten schon jetzt vor allem die Rechtspopulisten von Reform UK um Brexit-Vork\u00e4mpfer Nigel Farage und die britischen Gr\u00fcnen, deren neuer Chef Zack Polanski das konventionelle Bild des Politikers herausfordert.<\/p>\n<p>Warum ist Starmer in Schwierigkeiten?<\/p>\n<p><a class=\"article-detail-image use-fancybox\" href=\"https:\/\/www.lz.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xdmErTzJqeW5aMEVSZE9KMlFoU0ZESUlVRUZqc2I4anlHWklkRGtMOG8wOGIxdzIvNW0yOUZJcnVxRFFjUElQOURXNDhETm1BTXdHQStQNFh3NDRlVXg3ZitoMDhoWStqcXJCZk9GWTFvR2xTWXpDR3paTGV3ZTN6TjRiSFhXU1U\/260507-0403-urn-newsml-dpa-com-20090101-260507-935-1327083.webp\" rel=\"article-detail-image-overlay nofollow noopener\" title=\"Brexit-Vork\u00e4mpfer Nigel Farage gibt sich siegessicher. - \u00a9 Jordan Pettitt\/PA Wire\/dpa\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" itemprop=\"image\" class=\"img-responsive media-object\" loading=\"lazy\" width=\"250\" height=\"177\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/260507-0403-urn-newsml-dpa-com-20090101-260507-935-1327083.webp\" alt=\"Brexit-Vork\u00e4mpfer Nigel Farage gibt sich siegessicher. - \u00a9 Jordan Pettitt\/PA Wire\/dpa\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Brexit-Vork\u00e4mpfer Nigel Farage gibt sich siegessicher.<br \/>\n(\u00a9 Jordan Pettitt\/PA Wire\/dpa)<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Obwohl Starmers Labour-Partei bei der britischen Parlamentswahl 2024 einen \u00fcberw\u00e4ltigenden Sieg einfuhr, stand bereits damals fest, dass es keine einfache Legislaturperiode wird.<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Trotz satter Mehrheit im Parlament hatten die britischen Sozialdemokraten gerade einmal knapp 34 Prozent der W\u00e4hlerstimmen erhalten. Das liegt am reinen Mehrheitswahlrecht, das in jedem Wahlkreis jeweils nur einen Sieger zul\u00e4sst, w\u00e4hrend die Stimmen f\u00fcr die Zweit- und Drittplatzierten und weitere verfallen (\u00abThe winner takes it all\u00bb).<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Der Premier hat seine Partei zudem von einer Linksau\u00dfen-Position in die Mitte zur\u00fcckgef\u00fchrt und dabei viele Abgeordnete vom linken Fl\u00fcgel vergrault.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">Es folgten etliche misslungene Reformprojekte und Skandale. Immer deutlicher wurde zudem, dass Starmer keine Vision f\u00fcr die Zukunft des nach den Folgen von Brexit, Pandemie und Ukraine-Krieg wirtschaftlich angeschlagenen K\u00f6nigreichs hat.<\/p>\n<p id=\"absatz12\" class=\"em_text\">Das Versprechen, dem Amt des Regierungschefs nach Jahren des Chaos unter den Konservativen wieder mehr Integrit\u00e4t zu verleihen, konnte Starmer bisher nicht erf\u00fcllen. Der Premier geriet zuletzt unter Druck, weil er mit Peter Mandelson einen einstigen Vertrauten des verstorbenen Sexualstraft\u00e4ters Jeffrey Epstein ins Amt des Botschafters in den USA gehoben hatte. Dabei hatte es deutliche Warnsignale gegeben.<\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"em_text\">\u00abSeit der Parlamentswahl hat die Beliebtheit der Labour-Partei sehr rasch und stetig abgenommen und Keir Starmer ist besonders unbeliebt\u00bb, sagt Politikwissenschaftlerin Sara Hobolt von der London School of Economics kurz vor den Wahlen. Zum erwarteten Abschneiden Labours bei der Kommunalwahl in England sagt sie: \u00abEs wird ein absolutes Blutbad.\u00bb Spekuliert wird, die Labour-Partei k\u00f6nne das Wahlergebnis zum Anlass nehmen, Starmer zu st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Wer k\u00f6nnte Starmer beerben?<\/p>\n<p id=\"absatz14\" class=\"em_text\">Der Mangel an einer geeigneten Kandidatin oder einem geeigneten Kandidaten f\u00fcr die Nachfolge gilt als st\u00e4rkstes Argument f\u00fcr einen Verbleib Starmers im Amt.<\/p>\n<p id=\"absatz15\" class=\"em_text\">Ambitionen werden etwa Ex-Vizeregierungschefin Angela Rayner, Gesundheitsminister Wes Streeting, Innenministerin Shabana Mahmood, Manchesters B\u00fcrgermeister Andy Burnham und Energieminister Ed Miliband nachgesagt. Doch keiner von ihnen sticht heraus. Allenfalls Burnham, doch er m\u00fcsste zuerst einmal den Sprung ins Parlament schaffen, was keinesfalls einfach w\u00e4re.<\/p>\n<p>Was ist in Schottland und Wales zu erwarten?<\/p>\n<p id=\"absatz16\" class=\"em_text\">Die schlechten Umfragewerte der Regierungspartei auf nationaler Ebene machen auch den Parteifreunden in den Landesteilen Schottland und Wales zu schaffen.<\/p>\n<p id=\"absatz17\" class=\"em_text\">Noch vor zwei Jahren hatte es so ausgesehen, als k\u00f6nne Labour der Unabh\u00e4ngigkeitspartei SNP seine fr\u00fchere Hochburg im Norden wieder abringen \u2013 davon ist nun keine Rede mehr. Auch die jahrzehntelange Dominanz der Labour-Partei in Wales steht vor dem Aus. In der Hauptstadt Cardiff ist erstmals die Unabh\u00e4ngigkeitspartei Plaid Cymru auf Kurs, st\u00e4rkste Kraft zu werden.<\/p>\n<p id=\"absatz18\" class=\"em_text\">In Edinburgh war die Verzweiflung bereits vor Wochen so gro\u00df, dass Schottlands Labour-Chef Anas Sarwar seinen Parteifreund Starmer zum R\u00fccktritt aufrief. Doch auch das scheint in der W\u00e4hlergunst keinen Niederschlag zu finden. Die SNP steuert wie Plaid Cymru auf einen Wahlsieg zu.<\/p>\n<p id=\"absatz19\" class=\"em_text\">Erstmals in der Geschichte k\u00f6nnten damit alle selbstverwalteten britischen Landesteile (Schottland, Wales und Nordirland) von Unabh\u00e4ngigkeitsparteien gef\u00fchrt werden. Ein Auseinanderbrechen des Vereinigten K\u00f6nigreichs steht damit zwar nicht unmittelbar bevor, doch die Kr\u00e4fte, die darauf hinarbeiten, werden gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Was bedeutet ein m\u00f6glicher Sieg f\u00fcr Farages Rechtspopulisten?<\/p>\n<p id=\"absatz20\" class=\"em_text\">Seit mehr als einem Jahr schon f\u00fchrt die Reform-Partei von Brexit-Vork\u00e4mpfer Nigel Farage die nationalen Umfragen an. Deren Werte sind noch besser als die der AfD in Deutschland. Demnach liegt Reform bei knapp 30 Prozent, w\u00e4hrend Labour und die auch als Tories bezeichneten Konservativen kaum noch an die 20-Prozent-Marke kommen.<\/p>\n<p id=\"absatz21\" class=\"em_text\">Ob sich das in einer Parlamentswahl, die regul\u00e4r erst wieder 2029 ansteht, niederschlagen w\u00fcrde, ist unklar. Doch ein Zugewinn von bis zu gut 2.000 Bezirksratsmandaten, wie es manche Umfragen nahelegen, d\u00fcrfte die Wahlkampff\u00e4higkeiten der noch jungen Partei massiv st\u00e4rken, sagt LSE-Politikprofessor Tony Travers.<\/p>\n<p id=\"absatz22\" class=\"em_text\">Seine Kollegin Hobolt warnt, Reform UK k\u00f6nnte dank des britischen Mehrheitswahlrechts nach derzeitigen Umfragenwerten bei der kommenden Parlamentswahl eine absolute Mehrheit der Mandate erringen. In einem Land, das keine geschriebene Verfassung kennt und der Exekutive kaum Schranken auferlegt werden, k\u00f6nnte das einem Systemwechsel gleichkommen, so eine weit verbreitete Sorge.<\/p>\n<p id=\"absatz23\" class=\"em_text\">Politikprofessor Anand Menon vom King&#8217;s College in London sieht es gelassen. Er glaubt, dass es selbst im Fall einer Abl\u00f6sung Starmers kaum zu einer vorgezogenen Neuwahl kommen d\u00fcrfte. Zudem lasse sich das System durch taktisches W\u00e4hlen beeinflussen. \u00abVon einem Premierminister Farage sind wir noch ein gutes St\u00fcck entfernt\u00bb, sagt er im Gespr\u00e4ch mit der Deutschen Presse-Agentur.<\/p>\n<p>Wann ist mit den Ergebnissen zu rechnen?<\/p>\n<p id=\"absatz24\" class=\"em_text\">Die ersten Wahlergebnisse d\u00fcrften in der Nacht zum Freitag aus verschiedenen Londoner Wahlbezirken kommen. Auch in der Hauptstadt, die sich in den vergangenen Jahrzehnten zur Labour-Hochburg entwickelte, m\u00fcssen die Sozialdemokraten schwere Verluste erwarten. In Schottland und Wales wird erst am Freitag ausgez\u00e4hlt. Einige Ergebnisse d\u00fcrften erst im Laufe des Samstags feststehen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In Gro\u00dfbritannien ist heute Superwahltag. 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